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    NASSACH

    FC Nassach feiert einen runden Geburtstag

    Der FC Nassach wird 60 Jahre alt. 1995 zog der Verein zum heutigen Sportplatz um. Am Festwochenende finden dort Werbespiele statt. Das Bild entstand beim Kreisklassenspiel zwischen FC Nassach (in weiß-rot) und SG Forst/Hausen/Marktsteinach. Foto: René Ruprecht

    Der FC Nassach feiert Geburtstag. Vor 60 Jahren gründeten fußballbegeisterte junge Burschen den Fußballverein in Nassach. Bei der Namensgebung war man sich rasch einig: Mit dem Vereinsnamen Fußballclub drückten die Fußballer ihre Bewunderung für ihr Vorbild, den 1. FC Nürnberg, aus.

    Außerdem jagten unter dem Namen Sportverein bereits einige andere Fußballvereine in den umliegenden Ortschaften dem Ball nach. Den 13 Jahre älteren SV Friesenhausen wählten die Nassacher zum Patenverein. Mit den Vereinsfarben Schwarz und Weiß erinnerten die Fußballer an den WM-Sieg der deutschen Nationalelf im Jahr 1954. Zum ersten Vorsitzenden wurde Paul Höchner gewählt, zu seinem Stellvertreter Walter Dressel. Trainiert wurden die Fußballer von Hermann Weichsel aus Lauscha, den die Liebe nach Nassach geführt hatte.

    US-Soldaten bauen den Sportplatz

    Im ersten Spiel der Vereinsgeschichte traten die Nassacher gegen ihren Patenverein an. Mit einem Tor von Helmut Schlund endete es 1:1. Da es im Ort noch keinen Sportplatz gab, wurden in der ersten Saison alle Heimspiele der Vorrunde in Friesenhausen ausgetragen. Die Heimspiele in der Rückrunde spielte man in Wetzhausen.

    Den Beziehungen Ewald Dressels nach Schweinfurt war es zu verdanken, dass Mitglieder der US-Armee für die Nassacher einen Sportplatz schufen. Mit großen Raupen rückten sie an und planierten auf einer Anhöhe oberhalb der Ortschaft einen Hartplatz. Bestückt mit Holztoren der „Marke Eigenbau“ stand der Einweihung des Sportplatzes im Mai 1960 nichts mehr im Wege.

    In den Verbandsrunden der folgenden Jahre kickten sich die Nassacher durch Höhen und Tiefen. Nach der Saison 1971/72 kam der Einbruch. Mangels Spieler ruhte der Spielbetrieb für einige Jahre, bis die Kicker im Spieljahr 1982/83 wieder durchstarteten. Mit Trainer Werner Wagenhäuser ging es aufwärts bis zur Meisterschaft in der C-Klasse.

    Der Düsseldorfer Norbert Blum, häufiger Gast in Nassach und erklärter Fan des örtlichen Fußballclubs, machte dem Verein zum Titelgewinn ein besonderes Geschenk. Der damalige Bundesligist Fortuna Düsseldorf trat mit Trainer Aleksandar Ristic gegen den FC Nassach an. Der deutliche Sieg der hochrangingen Gäste mit 23:1 tat dem Erlebnis keinen Abbruch.

    Umzug ins neue „Stadion“

    Schlechte Verhältnisse am Hartplatz, fehlendes Wasser, unzureichende Duschgelegenheiten in der umgebauten Milchsammelstelle im Ort – die Nassacher dachten über bessere Möglichkeiten nach. Die Dorferneuerung in Nassach trug dazu bei, dass der Wunsch nach einer neuen Sportanlage samt Sportheim verwirklicht werden konnte. „Der Verein hat den Bau fast komplett in Eigenleistung gestemmt“, sagt Kassier Steffen Thiemer. 1995 stand dem Umzug des FC Nassach vom „Waldstadion“ ins „Seestadion“ nichts mehr im Wege.

    Für den Unterhalt der neuen Anlage musste natürlich Geld in die Kasse fließen. Eine Veranstaltung pro Monat – damit wollte der damalige Kassier Lutz Hesse die Einnahmen sichern. Doch was tun, wenn beliebte Festtermine bereits von anderen örtlichen Vereinen und Einrichtungen belegt sind? Not macht bekanntlich erfinderisch – so auch die Nassacher. Um eine Konkurrenz mit Landjugend und Gastwirtschaft zu vermeiden, erfanden die Fußballer kurzerhand die „Nachkirchweih“, die seit 1998 alljährlich eine Woche nach der traditionellen Kirchweih im Sportheim gefeiert wird. Kesselfleischessen, Bewirtung nach Heimspielen und Training, Waddel- und bis vor kurzem auch Dartturniere, sorgen neben dem finanziellen Plus für Geselligkeit. Auch der kreiseigene Jugendzeltplatz am See wird vom Sportverein verwaltet und gepflegt.

    Dank vieler einheimischer Spieler seien die erste und zweite Mannschaft des FC Nassach bisher noch eigenständig, erklärt Thiemer. Trainiert werden die Mannschaften derzeit von Ramon Räth. Dass die erste Mannschaft seit 2016 in der Kreisklasse spiele, sei für den kleinen Verein ein toller Erfolg. Im Jugendbereich habe sich Nassach mit anderen Ortschaften zur Gemeinschaft „FAN“ (ursprünglich Friesenhausen, Aidhausen und Nassach) zusammengeschlossen. Die U13 trainiert mit Martin Kell in Nassach.

    „Früher war es selbstverständlich, dass alle nach einem Spiel zusammenblieben“, sagt Gründungsmitglied Horst Heumann, Jahrgang 1934. Von 1959 bis 1972 spielte der Nassacher aktiv beim FC mit. Treu geblieben ist er dem Verein bis heute. Doch selbst wenn die Geselligkeit nicht mehr so gepflegt werde, „der Zusammenhalt in Nassach ist nach wie vor stark. Das ist geblieben“.

    Und das soll auch auf einer der schönsten Sportanlagen weit und breit gefeiert werden. Am Samstag, 29. Juni verspricht das Gauditurnier beste Unterhaltung. Ab 20 Uhr heizen die Musiker der Gruppe „Heimspiel“ den Gästen ein. Der Festsonntag, 30. Juni, startet um 10 Uhr mit einem Gottesdienst. Ab 12.30 Uhr beweisen Jugend- und Herrenmannschaften ihre Treffsicherheit. Zum Ausklang mit Kesselfleisch unterhalten am Montag, 1. Juli, ab 18 Uhr die Happertshäuser Musikanten.

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