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    Faszination der Architektur

    Den Berliner Künstlern Sandra Rienäcker und Rolf Winkler ist die derzeitige Ausstellung in der Galerie im Saal in Eschen... Foto: FOTO ULRIKE LANGER

    Eschenau Die außergewöhnliche Kooperation zwischen der Galerie im Saal in Eschenau und der Galerie Nering + Stern in Berlin beschert dem kunstinteressierten Publikum derzeit eine interessante Ausstellung in Eschenau. Die Malerin Sandra Rienäcker und der bereits verstorbene Künstler Rolf Winkler (1930-2001) - beide Absolventen der Kunsthochschule Berlin-Weißensee - zeigen Gemälde und Bronzeskulpturen aus ihrem zeitgenössischen Schaffen.

    In Leipzig geboren, wuchs Sandra Rienäcker in Berlin auf. Sie wandte sich zunächst dem Operngesang zu, erkannte aber dann ihre Liebe zur Malerei. Von 1996 bis 2000 studierte sie an der Kunsthochschule Berlin-Weißensee und wurde nach dem Diplom Meisterschülerin.

    Heute lebt sie am östlichen Stadtrand von Berlin und hat ihr Atelier in Berlin-Wedding. Mit Berlin verbindet sie eine Art Hassliebe. Denn einerseits findet sie die Stadt dreckig und unfreundlich, andererseits entsteht dadurch eine inspirative Reibung. Außerdem bilden die vielen Galerien ebenfalls wichtige Anregungen. Zum dritten kann sie von hier aus schnell ins Grüne fahren, auch wenn sie niemals auf dem Land wohnen wollte.

    "Architektur, Stillleben, Portraits und allegorische Darstellungen fesseln mich, so dass ich mich von Gebäuden, Pflanzen, Puppen, Putten und Menschen inspirieren lasse", erzählte die junge Frau während der Vernissage in Anwesenheit der Galeristen Egon Stumpf, Eleonore Schmidts-Stumpf und Norbert Gering dem großen, aufmerksamen Publikum.

    Aus der anfänglichen Begeisterung für das Theater stamme ihre Faszination für die Darstellung einer Architektur. "Meine Bilder wie "Böcklins Schlange" oder "Firenzer Traum" sind bühnenartige Inszenierungen, die ich wie ein Beleuchtungsmeister arrangiert habe." Diese Ölgemälde auf Tempera seien die Früchte einer Florenzreise, wobei sie die Architektonik der Stadt beziehungsweise ihre innere Sehnsucht nach einer romantischen, alten Stadt zum Ausdruck gebracht habe.

    Sie habe diese Arbeiten nach Fotos geschaffen, da der Aufenthalt in Florenz nicht für Skizzen reichte, erzählte sie. "Ich arbeite aber auch immer wieder spontan und entwerfe ein Bild mit wenigen Pinselstrichen. Manchmal nehme ich meine Grafikplatte mit in die Natur zu einem bevorzugten Motiv und ritze meine Idee gleich in die Platte. Oftmals zeichne ich meine Vorstellungen zunächst mit Bleistift auf die Leinwand, um sie dann in Öl zu vollenden."

    Themen findet die Künstlerin eigentlich überall. "Manchmal verwirkliche ich eine philosophische Idee, dann reizen mich wieder interessante Gesichter oder Gegenstände." Kennzeichen ihrer Bilder sind eine gedeckte, zurückhaltende Farbigkeit. Denn "Farbe ist die Dienerin der Form", macht Sandra Rienäcker deutlich. Mit Erklärungen zu einigen Portraits von Berlinerinnen, gemalt in der von Botticelli kultivierten Verdacchio-Technik, die ein Bild durch unzählige, feinste Pinselstriche entstehen lässt, Stillleben, einer allegorischen Darstellung und Grafiken ihrer insgesamt 27 Werke schloss die Malerin ihren Rundgang ab.

    In der Ausstellung sind als Gegensatz zu den Gemälden auch zehn Bronzeskulpturen von Rolf Winkler zu sehen, der ab 1952 als freischaffender Bildhauer tätig war.

    Die Ausstellung ist in der Galerie
    im Saal in Eschenau bis 3. Juli zu
    sehen. Öffnungszeiten sind Sams-
    tag und Sonntag von 14 bis 18 Uhr
    sowie nach Vereinbarung unter
    Tel. (0 95 27) 81 05 01. Von unserer Mitarbeiterin Ulrike langer

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