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    HAßFURT

    Fotoausstellung in Haßfurt: Vom Glücksgefühl nach Stunden des Wartens

    Fotograf Berndt Fischer (rechts) zeigt beeindruckende Aufnahmen über „Das grüne Dach Europas“, das größte zusammenhängende Waldgebiet im Dreiländereck Deutschland-Tschechien-Östereeich. Die Ausstellung ist bis 30. November im BIZ am Marktplatz in Haßfurt zu sehen. Foto: Regina Derleth

    Er sei eigentlich kein Fotograf, er sei eher ein Handwerker, sagte Berndt Fischer über seine Kunstwerke aus dem Bayerischen Wald und dem Böhmerwald bei der Vernissage zur Ausstellung „Das grüne Dach Europas“. Diese ist noch bis 30. November im BIZ am Marktplatz in Haßfurt zu sehen. Darauf weist das UBiZ in einer Pressemitteilung hin.

    „Das Grüne Dach Europas“ – hinter diesem Titel verberge sich das größte zusammenhängende Waldgebiet Mitteleuropas im Dreiländereck Deutschland-Tschechien-Österreich. Dieses grenzüberschreitende Gebiet ist, sowohl aufgrund der naturräumlichen Gegebenheiten als auch seiner Geschichte, eine wahre Schatzkammer der Natur mit zerklüfteten Gipfeln, skandinavisch anmutenden Hochflächen, Urwaldrelikten, dunklen Mooren und romantischen Waldseen sowie einer Vielzahl von bedrohten Pflanzen- und Tierarten, heißt es weiter in der Mitteilung.

    Besondere Stimmung

    Berndt Fischer führte aus, dass sein „Handwerk“ durchaus auch mal bedeuten könne, 14 Meter über dem sicheren Boden auf einer wackeligen Holzkonstruktion auf den perfekten Moment für ein gelungenes Bild zu warten oder im bäuchlings im kalten Schnee zu liegen, um den zufällig aufgetauchten Frosch einzufangen. Dass sich dies bei seinen Werken mehr als gelohnt hat, das bestätigte Petra Sommer, Leiterin des UmweltBildungsZentrums Oberschleichach, die selbst einige Jahre im Bayerischen Wald gelebt und gearbeitet hat. Um die besondere Stimmung und das Gefühl dieser speziellen Region, dem „Woid“, so auf Bildern zu transportieren, dafür brauche man ein besonderes Gespür. Und mit jedem Bild habe Fischer dieses Gefühl hervorragend eingefangen.

    Bereits im Vorfeld zeigten sich die Besucher von den Fotografien beeindruckt, wie Annelie Ebert, Leiterin des BIZ, berichtet. Auch eine Schulklasse aus Zeil habe sich schon für einen Besuch als Abschluss ihres Wandertags angekündigt.

    Seit über 40 Jahren halte Fischer vor allem Tiere und Landschaften fest und habe dafür zahlreiche Preise erhalten. Er schlug aber auch ernstere Töne laut der Mitteilung an. Diese Motive zu finden, das werde von Tag zu Tag schwerer. Es bestehe ein so enormer Druck auf die Natur, dass diese Lebensräume verschwänden. Viele davon, die er noch aus seinen Kinder- und Jugendtagen kenne, seien bereits unwiederbringlich verloren. Dabei gebe es kaum ein größeres Glücksgefühl für ihn, als nach Stunden des Wartens das ersehnte Birkhuhn oder den Luchs zu sehen. Dabei gehe es gar nicht um das perfekte Bild, sondern um den Moment an sich. Dafür mache er das – nicht für die Anerkennung. Das begeistere ihn nach wie vor immer wieder aufs Neue. (Em)

    Die Ausstellung von Berndt Fischer in Kooperation mit dem UBiZ und BIZ ist bis 30. November kostenfrei zu den Öffnungszeiten des BIZ am Marktplatz in Haßfurt zu besichtigen.

    Bearbeitet von Markus Erhard

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