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    FRIESENHAUSEN

    Friesenhausen: Wie soll die letzte Ruhestätte aussehen?

    Probestücke der neuen Friedhofsmauer und des vorgesehenen Pflasters sind derzeit im Friedhof in Friesenhausen zu sehen. Foto: Frank Leidner

    Nur wenige Friesenhäuser nahmen die Möglichkeit wahr, mitzubestimmen, wie ihr Friedhof künftig gestaltet werden soll. Doch die zwei Handvoll interessierten Einwohner, die der Einladung der Gemeinde ins Sportheim in Friesenhausen gefolgt waren, diskutierten leidenschaftlich und ausdauernd.

    Anhand einer Präsentation erläuterte Gemeinderat Frank Leidner, was bereits mit ehrenamtlichen Helfern getan wurde und stellte weitere Planungen zu Diskussion. Das Eingangstor werde erhalten bleiben. Durch einen Flächenerwerb konnten vor dem Friedhof sechs Stellflächen für Autos geschaffen werden. Zur neu gestalteten Reihe mit Urnengräbern ist eine zweite Reihe vorgesehen. Diese werde angelegt, wenn die Laufzeit der dort noch vorhandenen Gräber abgelaufen sei. Leidner wies darauf hin, dass der Rasenbereich um die Urnengräber betreten werden darf.

    Bauhof stößt an seine Grenzen

    Das Gras um die Urnengräber sei zu hoch und müsse besser gepflegt werden, wurde moniert. Bürgermeister Dieter Möhring bat um Verständnis: „Wir hatten ein äußerst schwieriges Jahr. Die Bauhof-Mitarbeiter konnten nicht mehr leisten.“

    Die neue Friedhofsmauer soll aus Betonsteinen im Wechselschichtsystem gebaut werden. Ein Probestück ist zur Zeit im Friedhof aufgestellt. Beide Längsseiten der Mauer sollen mit je einem Element aufgelockert werden. „Das kann eine Pflanze, eine Bank oder ein Holzelement sein“, zeigte Leidner Beispiele. Zwar fand die gezeigte Rankpflanze allseits Gefallen, allerdings müsse alles Grüne auch gepflegt werden. Weshalb man schließlich doch einem pflegeleichten Zaunelement den Vorzug gab.

    Für den Hauptweg entschied man sich für das Pflaster „Schloßhof-Mix klein“. Auch hier gab es zunächst Bedenken wegen des Pflegeaufwandes. Mit einer Betonschicht unter dem Pflaster und durch Verfugen könne man weitestgehend verhindern, dass Unkraut in den Fugen wächst, beruhigte Leidner.

    Gleich in mehrfacher Hinsicht sorgte der Splitt auf den bereits neu angelegten Seitenwegen für Unmut: Er sei zu dick aufgetragen und deshalb schwer zu begehen oder mit Rollator zu befahren. Außerdem könne man dort nicht kehren und kein Unkraut hacken, sondern müsse es zwischen den Steinen zupfen. „Das Thema Begehen und Befahren bekommen wir in den Griff“, beendete der Bürgermeister die Debatte. Hilfreich seien hier eventuell Stabilisierungsmatten, wurde vorgeschlagen.

    Anstelle der kaputten Rosenstöcke in der Nähe der Wasserentnahmestelle schlug Gemeinderat Leidner eine Stele für anonyme Beerdigungen vor. Da dafür bisher kein Bedarf sei, unterbleibt das Aufstellen vorerst.

    Wohin mit dem Müll?

    Ausführlich erörterten die Friesenhäuser, wo und in welchen Behältern künftig der Abfall am Friedhof gesammelt werden soll. Mülltrennung funktioniere nicht, egal welche Behälter man anbiete, waren die Anwesenden überzeugt. Die – nicht immer ernstzunehmenden – Vorschläge reichten von „jeder muss seinen Müll wieder mit nach Hause nehmen“ über „Kamera anbringen“ bis hin zu einem Friedhofswärter. Die Mehrheit bestimmte letztlich einen Platz im hinteren Teil des Friedhofs neben der Leichenhalle als Abfallsammelplatz. Aufgestellt werden ein großer Behälter für Pflanzen und eine Restmülltonne.

    Ob Wagen mit Chip zum Transport von Pflanzen und Erde, Besen und Hacken und ein Regal für Vasen und Schalen angeschafft werden sollen, blieb offen.

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