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    BUNDORF

    Gemeinde muss ihren Sparwillen nachweisen

    Einnahmen erhöhen, Ausgaben verringern: Das Konzept zur Konsolidierung des Haushalts war nicht nur Anlass für den vorgezogenen Termin, sondern bestimmte die Sitzung des Gemeinderates am Donnerstag im kurzen öffentlichen Teil auch inhaltlich. Es gehört zu den Voraussetzungen für die Bewilligung von Stabilisierungshilfen und soll den Sparwillen der Gemeinde nachweisen.

    Auf Ausgabensituation schauen

    „Wir müssen noch ein bisschen schärfer auf die Ausgabensituation schauen“, fasste Georg Metzger von der Verwaltungsgemeinschaft Hofheim das Ganze zusammen. Der Kämmerer stellte das Konzept vor, bei dem anhand eines Zehn-Punkte-Plans zurückliegende und geplante Ausgaben nach ihrer Notwendigkeit bewertet werden. Als Beleg für die Absicht, mehr Einnahmen zu erzielen, führte Metzger die Erhöhung der Grundsteuer in diesem Jahr an.

    Zu den grundlegenden Investitionen zählen laut Metzger unter anderem die Dorfgemeinschaftshäuser, aufgrund des Sterbens der Gasthäuser. Christian Freiherr Truchseß von Wetzhausen merkte in diesem Zusammenhang an, auch bei staatlich geförderten Projekten bleibe ein hoher Anteil für die Gemeinde. Georg Metzger erläuterte dazu, dass jeweils nur die förderfähigen Kosten bezuschusst werden. Und was als förderfähig anerkannt werde, wisse die Gemeinde vorher nicht.

    Dorfgemeinschaftshäuser sind wichtig

    Der Bau des Radweges von Ermershausen nach Eichelsdorf, der fast abgeschlossen ist und nach aktuellem Stand mit vier Millionen Euro zu Buche schlägt, lieferte ein Beispiel für die Aussage von Truchseß von Wetzhausen: Etwa 470 000 bis 480 000 Euro wird der Eigenanteil der Gemeinde Bundorf laut Metzger voraussichtlich betragen. Bürgermeister Hubert Endres argumentierte, dass der größte Teil der Strecke über Bundorfer Gemeindegebiet verläuft und der Breitbandausbau miteinbezogen wurde. Auch Dorfgemeinschaftshäuser seien wichtig.

    Bei der Finanzplanung für die nächsten Jahre steht ebenfalls ein Gemeinschaftshaus auf dem Programm: die bisherige FC-Sporthalle in Bundorf. 1,7 Millionen Euro sind für Umbau und Innensanierung veranschlagt, 80 Prozent Förderung in Aussicht. Die Mittel dafür sollen auf drei Jahre verteilt im Haushalt eingestellt werden. Als „schnuckelig“ bezeichnete Metzger den Zeitplan für ein so großes Vorhaben. Aber Hauptsache, es sei im Etat berücksichtigt.

    Investitionen in Wasserversorgung

    Notwendig sind zudem die Investitionen in die Wasserversorgung und die Abwassereinrichtungen: beide Bereiche gehören zu den Pflichtaufgaben einer Kommune. Konkret steht unter anderem die Sanierung des Hochbehälters Stöckach an und beim Abwasser beispielsweise die Sanierung der Kläranlage in Stöckach respektive eine gemeinsame Lösung mit Maroldsweisach und Ermershausen. Eine mögliche Zusammenlegung „wird auch Geld kosten“, so Metzger. Seinen Worten zufolge, ist da von einer siebenstelligen Summe auszugehen. Jedenfalls sollen in diesen beiden Bereichen die Einnahmen erhöht werden: Es ist vorgesehen, die Gebühren für Wasser und Abwasser zum 1. Januar 2019 neu zu kalkulieren.

    Schuldenstand: 2400 Euro pro Einwohner

    Bei freiwilligen Leistungen gelte es, die Ausgaben im Blick zu behalten, im Einzelfall zu überlegen und zu begründen, was gewährt werden soll und was nicht. Warum sich die Gemeinde Bundorf um die staatliche Unterstützung in Form der Stabilisierungshilfe bemüht, wurde ebenfalls deutlich: Der Kämmerer erinnerte daran, dass der Etat zum Jahresende 2018 einen Schuldenstand von 2400 Euro je Einwohner ausweist. Und die Finanzplanung für die Jahre 2019 bis 2021 „wird sich nicht zwingend besser darstellen“, so Metzger. „Nach aktuellem Stand werden wir die ordentliche Schuldentilgung nicht erreichen.“

    Bürgermeister Hubert Endres verwies einmal mehr darauf, dass die Gemeinde bei vielen Projekten in Vorleistung gegangen ist und daher Einnahmen zu erwarten seien.

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