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    ERMERSHAUSEN

    Geplanter Schulhaus-Umbau: Ein Fuß im Türspalt

    Nach wie vor tut sich wenig bei der ehemaligen Schule in Ermershausen. Das Gebäude befindet in Privatbesitz und soll zu ... Foto: Beate Dahinten

    Von wegen Ferien: Für den Ermershäuser Gemeinderat stand am Dienstag noch eine Sitzung an. Der überschaubaren Tagesordnung zum Trotz gab es viel zu besprechen. Unter anderem ging‘s um eine Schule, in der kein Unterricht mehr stattfindet – nicht nur wegen der Ferien.

    Seit einigen Jahren schon befindet sich das ehemalige Schulhaus in Ermershausen in Privatbesitz. Getan hat sich bislang kaum etwas, die Eigentümer halten aber laut Bürgermeister Günter Pfeiffer an ihrer Absicht fest, in dem Gebäude Wohnungen einzubauen. Der Bedarf dafür wäre zumindest dem Vernehmen nach da: Immer wieder ist zu hören, dass junge Leute gerne in Ermershausen bleiben würden, Mietwohnungen aber Mangelware sind. Von daher hat die Gemeinde ein Interesse daran, dass es mit den Wohnungen in der Schule vorwärtsgeht.

    Ein möglicher neuer Anstoß hat sich mit dem Gedanken an staatliche Mittel etwa im Rahmen der Leerstandsbeseitigung aufgetan, für einen Umbau oder Abriss der Schule und Neubau eines Mietobjekts. Die Gemeinde versucht gerade, die Chancen dafür auszuloten. „Wir haben den Hut in den Ring geworfen“, so drückte es Pfeiffer aus. Voraussetzung wäre eine Rückübertragung an die Gemeinde, da nur Kommunen die Förderung bekommen. Laut Pfeiffer wären die Eigentümer dafür offen.

    Theo Vey wünschte sich, dass das Thema „als eigener Punkt auf der Tagesordnung in den Gemeinderat gebracht mit reingenommen wird und wir uns nicht nur nebenbei damit befassen“. Es gebe viele Möglichkeiten, man müsste drüber reden. Demgegenüber betonte Bürgermeister Pfeiffer, die Sache mit der Förderung sei noch nicht sehr konkret. „Es hat sich ein Spalt in der Tür aufgetan, und wir haben einen Fuß reingebracht“, sagte er.

    Andreas Dellert, Geschäftsleiter der Verwaltungsgemeinschaft Hofheim, lieferte die Übersetzung zu diesem bildhaften Vergleich: „Es ist noch kein Antrag gestellt, es wurde den Behörden nur gesagt: Schaut mal, ob wir in das Förderprogramm reinkommen.“ Allerdings schätzt Dellert die Chancen auf die staatliche Unterstützung nicht sehr hoch ein: Es seien schon viele Anträge gestellt worden und es sei fraglich, wie viele bewilligt würden.

    Beim Projekt Platzgestaltung steht noch der Brunnen in der Rapsgasse an. Hier entschied sich der Gemeinderat bei einer Gegenstimme für die einfachere von zwei Varianten ohne Aufbau, die aber immer noch schätzungsweise gut 8000 Euro kosten wird. Allein für die handbetriebene Tiefenpumpe mit Schwengel werden Kosten von 5000 Euro angenommen. Muss die Pumpe sein?, lautete die wesentliche Frage in der Debatte.

    Ohne Tiefenpumpe geht es nicht

    5000 Euro seien viel Geld für eine Pumpe, die eh nicht genutzt werde. Ein Brunnen ohne die Möglichkeit, Wasser zu fördern, ist kein Brunnen, argumentierte Bürgermeister Pfeiffer. Den Anwohnern sei der Platz wichtig, und dass man Wasser fördern könne. Die Tiefenpumpe ist seinen Worten zufolge aufgrund des Wasserstandes nötig. Und es handele sich bei den 5000 Euro erst mal um eine Schätzung des Architekturbüros, ein Angebot sei noch nicht eingeholt worden.

    An einigen anderen Stellen der Platzgestaltung soll bei der Bepflanzung nachgebessert werden. Dies sei für Oktober vorgesehen, informierte Pfeiffer.

    Auslagerungen gibt es nicht nur bei Firmen und Behörden: Die Angebote des örtlichen Kindergartens werden so gut angenommen, dass der Platz nicht mehr ausreicht. Der Diakonieverein als Träger will deshalb für die Hausaufgabenbetreuung die ehemalige Arztpraxis in der Pension Karin jenseits der Hauptstraße anmieten. Der Besitzer ist einverstanden, Konzepte und Pläne für die Umgestaltung der Räume liegen vor, jetzt muss die Nutzungsänderung noch genehmigt werden.

    Der Gemeinderat hatte keine Einwände. Ein Umzug der Hausaufgabenbetreuung schon zum Beginn des neuen Kindergartenjahres jedoch „wird zeitlich nicht ganz zu schaffen sein“, sagte Pfeiffer am Donnerstag gegenüber dieser Redaktion. Dem geplanten Carport von Gerhard Bohl stimmte der Gemeinderat ebenfalls zu.

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