• aktualisiert:

    HAßFURT

    Geschichte zum Anfassen

    Am Fröschturm in Haßfurt startet der Pilgerspaziergang am 10. September um 10 Uhr durch Haßfurt. Foto: Stephan Schneider/Stadt Haßfurt

    Der Tag des offenen Denkmals am Sonntag, 9. September, bietet der Bevölkerung die Gelegenheit, auch weniger bekannte, meist nicht zugängliche Baudenkmäler kennenzulernen. Auf diese Aktion weist das Landratsamt in einer Pressemitteilung hin. Das Motto widmet sich dieses Jahr dem Thema „Entdecken, was uns verbindet“ und nimmt damit Bezug auf das Europäische Kulturerbejahr 2018. Gemeinsame Baustile, überregionale Formen oder ähnliche Bautraditionen stehen als Beispiele für eine länderübergreifende Verbundenheit. Eine Vielzahl von Baudenkmälern im Landkreis Haßberge weist solche Querbezüge auf.

    „Der Tag des offenen Denkmals ist geradezu ein Paradebeispiel dafür, wie es gelingen kann, denkmalfördernde Kräfte zu vereinen. Engagierte Vereine, Gebäudeeigentümer, Gemeinden, amtliche Denkmalpflege, Architekten, Restauratoren oder qualifizierte Handwerker treffen zusammen und präsentieren ihre erfolgreichen Bausanierungen“, sagt Landrat Wilhelm Schneider. „Ich danke allen, die sich aktiv für den Erhalt und die Pflege unseres kulturellen Erbes einsetzen und auch in diesem Jahr erfolgreich dazu beitragen, eine breite Öffentlichkeit für den Denkmalschutz zu sensibilisieren.“ Im Landkreis Haßberge sind am Sonntag folgende Denkmäler für Besucher geöffnet:

    Marienkapelle Ebern

    Im Rückgrabenweg, erbaut im 16.Jahrhundert, spätgotisch, Rokokohochaltar. Die Kirche befindet sich im Friedhof am nördlichen Stadtausgang. 2018 feiert die Kapelle ihr 500-jähriges Bestehen. Öffnungszeiten: 10 bis 16 Uhr (sonst zu Gottesdiensten geöffnet), Führungen: 10 und 14 Uhr mit Kreisheimatpfleger Günter Lipp, Treffpunkt Führungen: Nordeingang der Kapelle, Dauer der Führung: circa 1,5 Stunden. Anmeldung bei Helen Zwinkmann, Tourist-Information Ebern, Kontakt: Helen Zwinkmann, Tourist-Information Ebern, Tel. (0 95 31) 6 29 14, Mail: helen.zwinkmann@ebern.de.

    Ruine Wallburg

    Auf einem Bergsporn über dem Main bei Eltmann gelegener Bergfried der ehemaligen Wallburg ob Eltmann. Rest einer ehemaligen Ministerialenburg der Würzburger Fürstbischöfe. Erbaut wurde der Turm Mitte bis Ende des 12. Jahrhunderts aus heimischem Sandstein. Öffnungszeiten: 13 bis 18 Uhr (außerhalb der Veranstaltung bei schönem Wetter geöffnet), Führungen: nach Bedarf durch den Verein für Heimatgeschichte. Kontakt: Verein für Heimatgeschichte Eltmann, Willi Lediger, Tel. (0 95 22) 10 00, Mail: ledigerwilli@googlemail.com, und Rainer Reitz, Tel. (0 95 22) 80 09 95.

    Wallfahrtskirche Maria Limbach

    Vorgängerkirche aus der Mitte des 15. Jahrhunderts, im Jahr 1745 Planung durch Balthasar Neumann, Grundsteinlegung 1751. Förderprojekt der Deutschen Stiftung Denkmalschutz. Öffnungszeiten: 8 bis 19 Uhr (sonst auch geöffnet), Führungen 11 und 15 Uhr durch Pfarrer Ottmar Pottler.

    Dokumentationszentrum

    Das Dokumentationszentrum „Historismus“ Obere Vorstadt, in Haßfurt: Auf über 200 Quadratmetern stellt die Ausstellung die Epoche des Historismus dar, in der die Ritterkapelle umgebaut wurde. Neben Entwurfszeichnungen aus der Baugeschichte finden sich auch Ausstellungsstücke aus der Ritterkapelle und der Pfarrkirche St. Kilian. Öffnungszeiten: 14 bis 17 Uhr (ansonsten Samstag, 10 bis 14 Uhr, und Sonntag, 14 bis 17 Uhr geöffnet), Führung: 14 Uhr. Kontakt: Lilo Vogt, Touristinfo Haßfurt, Tel. (0 95 21) 68 82 28, E-Mail: touristinfo@hassfurt.de.

    Ehemalige Klosterkirche

    Die Klosterkirche Kreuzthal-Mariaburghausen wurde 1287 erbaut, einschiffige Anlage mit Nonnenchor im Westen über erdgeschossiger dreischiffiger Gruft, spätgotische Madonna und Grabplatte des Ritters Heinrich von Seinsheim von 1345, barocke Einrichtung. Öffnungszeiten: 12 bis 17 Uhr (sonst nicht geöffnet) durch Mitarbeiter der Touristinfo Kontakt: Lilo Vogt, Tel. (0 95 21) 68 82 28, E-Mail: touristinfo@hassfurt.de. Weitere Infos unter www.mariaburghausen.de.

    Ev.-Luth. Christuskirche

    Heideloffplatz Haßfurt: 1898 bis 99 im neuromanischen Stil erbaut. Öffnungszeiten: 10 bis 17 Uhr (sonst nicht geöffnet) durch Mitarbeiter der Touristinfo. Lilo Vogt, Touristinfo Haßfurt, Tel. (0 95 21) 68 82 28, E-Mail: touristinfo@hassfurt.de.

    Kath. Stadtpfarrkirche St. Kilian

    Marktplatz/Pfarrgasse in Haßfurt: Spätgotische, dreischiffige Hallenkirche von 1390. Birgt unter anderem Holzfiguren des Künstlers Tilman Riemenschneider (Johannes der Täufer und Maria) sowie seiner Werkstatt (Frankenapostel im Altarschrein) und die Kreuzigungsgruppe im Chorbogen von Anton Rückel. Kunstvolle Maßwerkfenster um 1440. Öffnungszeiten: 8 bis 17 Uhr (sonst 9 bis 17 Uhr geöffnet), Führung um 14 Uhr. Kontakt: Lilo Vogt, Touristinfo Haßfurt, erreichbar unter Tel. (0 95 21) 68 82 28, E-Mail: touristinfo@hassfurt.de.

    Pilgerspaziergang

    Dieser geführte, etwa zwei Kilometer lange Spaziergang mit Sabine Selig beginnt in Haßfurts Altstadt (Fröschgraben 15) und endet in Mariaburghausen im Kloster Kreuztal. Den gotischen Bau gab im 13. Jahrhundert Äbtissin Kunigundis I. in Auftrag. Unterwegs laden viele unterschiedliche Bauwerke dazu ein, einen anderen Blickwinkel auf die Umgebung zu bekommen. Beginn ist um 10 Uhr, die Dauer beträgt rund zwei Stunden. Treffpunkt Parkplatz Tränkberg, am Fröschturm. Kontakt: Lilo Vogt, Touristinfo Haßfurt, Tel. (0 95 21) 68 82 28, E-Mail: touristinfo@hassfurt.de.

    Promenade Haßfurt

    Schattenspendende Anlage am nördlichen Altstadtrand auf dem Gelände der alten Stadtgräben, die Mitte des 18. Jahrhunderts verfüllt wurden, Rosengarten mit Plastik von Anton Rückel, Sandsteinkreuzigungsgruppe von Johann Peter Wagner; ganztags zugänglich, Führungen 14 bis 16 Uhr nach Bedarf durch Mitarbeiter der Touristinfo. Kontakt: Lilo Vogt, Touristinfo Haßfurt, Tel. (0 95 21) 68 82 28, E-Mail: touristinfo@hassfurt.de.

    Ritterkapelle Haßfurt

    Obere Vorstadt: Wahrzeichen der Stadt, spätgotisches Marienheiligtum, früherer Wallfahrtsort, eingezogener Chor um 1390, einschiffiges Langhaus von 1431, nördlich unvollendeter Turm, 276 Wappenschilde, Tympanon über dem Westeingang mit Zug der Heiligen Drei Könige zur Krippe von Bethlehem, Einweihung nach umfangreicher Sanierung im September 2010. Öffnungszeiten: 10 bis 17 Uhr (sonst 10 bis 17 Uhr geöffnet), Führung um 14 Uhr durch Mitarbeiter der Touristinfo, Kontakt: Lilo Vogt, Touristinfo Haßfurt, Tel. (0 95 21) 68 82 28, E-Mail: touristinfo@hassfurt.de.

    Schloss Oberschwappach

    Die 1733 bis 1740 errichtete Dreiflügelanlage war Sommersitz der Äbte des Zisterzienserklosters Ebrach. Besonders zu erwähnen sind die Stuckdecken und die barocke Gartenanlage. Heute ist hier ein Museum mit einer archäologischen und einer kunstgeschichtlichen Sammlung untergebracht, Schwerpunkt: Barockzeit in Franken und wechselnde Ausstellungen mit moderner Kunst, hauptsächlich aus der Region. Öffnungszeiten: 14 bis 17 Uhr (sonst als Museum April bis Oktober sonn- und feiertags 14 bis 17 Uhr und auf Anfrage geöffnet). Führungen: 14.30 Uhr und nach Bedarf durch den Kulturverein Museum Schloss Oberschwappach.

    Jüdischer Friedhof

    Ehemaliger Bezirksfriedhof der jüdischen Kultusgemeinden in Kleinsteinach: In der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts angelegt. Mit einer Größe von 12 240 Quadratmeter der wohl zweitgrößte in Unterfranken. Der älteste noch lesbare Grabstein stammt von 1603. Heute sind noch über 1107 Grabsteine sichtbar. Letztes Grab von März 1942. Als Besonderheit gilt das gut erhaltene Tahara-Haus aus dem 18. Jahrhundert und das restaurierte Kriegerdenkmal von 1914 bis 1918. Öffnungszeiten: 11 bis 14 Uhr (sonst auf Anfrage geöffnet). Männliche Personen werden gebeten, eine Kopfbedeckung zu tragen. Führung 12.30 Uhr durch Israel Schwierz, Rektor i. R. Kontakt: Uta Albert, Arbeitskreis Landjudentum Kleinsteinach, Tel. (0 95 26) 15 03 oder Bernd Brünner, Leiter Arbeitskreis Landjudentum Kleinsteinach, Tel. (0 95 26) 774, bruennerb.kls@t-online.de.

    Simultan genutzte Kirche

    In Untermerzbach existiert seit 1691 in der evangelischen Kirche ein katholischer Marienaltar, damit wird das Simultaneum greifbar: Evangelische und katholische Christen besuchen und nutzen seit Jahrhunderten die Kirche gemeinsam. Gemeinsamkeiten und Unterschiede beider Konfessionen sind schon im Kirchenraum erkennbar. Öffnungszeiten: 7 bis 21 Uhr (sonst auch geöffnet), Führung 15.30 Uhr durch Mitglieder der Kirchengemeinde Untermerzbach, 17 Uhr Lobpreis-Andacht mit kleiner Band. Kontakt: Evangelische Kirchengemeinde Untermerzbach, Tel. (0 95 33) 271, E-Mail: pfr.untermerzbach@gmx.de.

    Schloss Gereuth

    Barockanlage 1705 bis 1710 von Fürstbischof von Würzburg Johann Philipp von Greiffenclau erbaut, als Wasserschloss konzipierter Adelssitz, seit 2000 aufwendige Renovierung. Öffnungszeiten: 11 bis 17 Uhr (sonst auf Anfrage geöffnet). Führungen 11 Uhr, 12.30 Uhr, 14 Uhr und 15.30 Uhr durch Rupert Fechner, Kontakt: Rupert Fechner, Tel. (0 95 33) 98 240, E-Mail: service@schloss-gereuth.de.

    Synagoge Memmelsdorf

    Judengasse 6: Der Sandsteinbau mit quadratischer Grundfläche wurde 1728/29 errichtet. Gut erhaltener Thoraschrein, expressionistische Wandgestaltung der 1920er Jahre. Seit 1995 im Besitz des Trägervereins, Instandsetzung abgeschlossen. Exemplarisches Renovierungskonzept: Konservierung als Entdeckungsraum, didaktisches Konzept als Lernort entwickelt von Schülern des Friedrich-Rückert-Gymnasiums Ebern im Rahmen von „denkmal aktiv – Kulturerbe macht Schule“, dem Schulprogramm der Deutschen Stiftung Denkmalschutz. Öffnungszeiten: 13 bis 17 Uhr (sonst Mai bis Oktober jeden ersten Sonntag im Monat geöffnet), Führung 14 Uhr. 16 Uhr: Barbara Schofer liest Texte jüdischer Autoren. Dazu erläutert und kommentiert Dr. Ina Karg die Auswahl der Texte. Kontakt: Iris Wild, 1. Vorsitzende, Tel. (0 95 44) 98 50 44, E-Mail: info@synagoge-memmelsdorf.de.

    Burgruine Altenstein

    Erste Erwähnung 1225. Die Burgruine Altenstein liegt am südöstlichen Rande des Dorfes Altenstein auf dem höchsten Punkt des Altensteiner Berges. Zerstörung im Bauernkrieg 1525, Wiederaufbau 1567. Im Dreißigjährigen Krieg, um 1632, brannte sie teilweise ab. Seit 1703 verfällt die Burg zunehmend. Sie wurde aber dennoch bis 1790 bewohnt. Die Burg Altenstein war der Stammsitz der Stein von Altenstein. Es handelt sich um eine Ganerbenburg, die zeitweise als Wohnsitz für sieben Familien diente. Förderprojekt der Deutschen Stiftung Denkmalschutz. Öffnungszeiten: 8 bis 21 Uhr (1. April bis 30. September), 9 bis 17 Uhr (1. Oktober bis 21. März. Führungen: 13 Uhr bis 17 Uhr zu jeder vollen Stunde durch Mitglieder des Burg- und Heimatvereins und des Zweckverbands Deutscher Burgenwinkel.

    Tag des offenen Denkmals

    Seinen Ursprung hat der Tag des offenen Denkmals in Frankreich. Erstmals 1984 veranstaltet, war die Aktion dort auf Anhieb ein großer Erfolg, der rasch auch andere europäische Länder mitriss.

    So griff der Europarat den Gedanken auf und rief 1991 die European Heritage Days“ ins Leben. Im Jahr 2017 beteiligten sich 50 Länder Europas. So nutzen Jahr für Jahr europaweit rund 30 Millionen Menschen die Gelegenheit, mehr als 50 000 Denkmale zu besichtigen.

    Auf europäischer Ebene wird der Denkmaltag durch den Europarat und die Europäische Union gefördert.

    Die Marienkapelle Ebern wird in diesem Jahr 500 Jahre alt. Kreisheimatpfleger Günter Lipp bietet zum Tag der offenen Tür am Sonntag, 9. September, um 10 Uhr und um 14 Uhr Führungen an. Foto: Stefan Andritschke

    Weitere Artikel
    Fotos

      Kommentare (0)

        Der Diskussionszeitraum für diesen Artikel ist leider schon abgelaufen. Sie können daher keine neuen Beiträge zu diesem Artikel verfassen!