• aktualisiert:

    Haßfurt

    Glosse: Der süße Kandidat der Haßfurter Schwarzen

    Der Wahlkampf im Landkreis Haßberge geht in die entscheidende Phase. In Haßfurt hat sich der Herausforderer der CSU etwas Besonderes einfallen lassen.
    Der Bürgermeisterkandidat der Haßfurter CSU ist derzeit mit einer süßen Überraschung unterwegs auf Wahlkampftour. Foto: Oliver Berg/dpa

    Rosl, hast scho ghört, es wird immer hääßer im Landkreis.

    "Ach, Lubber", was fällt meinem Lieblingsnachbar denn heute wieder ein?

    "Ach, Lubber, was meinst Du denn mit ,heiß im Landkreis'? Du wirst doch nicht schon wieder auf die Klimaerwärmung eingehen? Da muss ich wirklich nicht jede freie Minute darüber reden."

    Ach so, lieber Leser, Sie sind ja heut zum erschtn Mal zu Besuch an unnern Zaun. Vielleicht söllert ich Ihna erscht amal erklärn, mit wem Sie's zu tun ham. Also ich, ich bin der Lubber, echt gutmütich und weltoffen. So der typische Haßbergbürger halt. Ich privatisier scho aweng und drum hab ich Zeit, dass ich mich gelechentlich mit meiner Nachbarin Rosl zu an klenna Gedankenaustausch am Gartenzaun treff. Die ist eichentlich aa a netta Fraa, aber manchmal kann die aa richtig biestich wern. Wie sich‘s halt ghört, für so a junga, dynamischa Selfmäidfraa. Die schafft in een von denna grossn Betriebe im Landkreis. Hat a mords Karriere nogelecht. Aber des ghört da jetzt net her.

    "Also, Rosl, da hast scho Recht, des mit dem Klima is  wichtich. Aber dadrum geht's mir net. Ich meen, dass der Wahlkampf immer hääßer werd. Er geht in die entscheidende Phase."

    "Stimmt. Die Kandidaten sitzen quasi in den Startblöcken für den Endspurt. Es gibt ja einige Brennpunkte im Landkreis. Wenn ich nur an die Kreisstadt denke..."

    "Genau. Da wöllns ja drei Kandidatn wiss. Dem Bürchermäster wär's ja lieber gewääßt, er hätt nuch amal sechs Jährlich eefach so weiterregier könn. Danach dörfert er eh nix mehr, weil er nachert alt genuch is. Dann hättn die Kartn neu gemischt wern könn. Aber die Gechner ham des net so gewöllt. Na gut, der roat Schneider hat sei Kandidatur ja scho aus alter Gewohnheit abghääm."

    "So bringt er aber eine Menge Erfahrung mit. Andererseits - wenn er die beiden letzten Male schon keine Mehrheit bekommen hat..."

    "Annersch schaut's da beim schwarzn Herausforderer aus. Den kennt momentan noch kein Schw... also kenner in Haßfert. Außer die Sailershäuser, weil dort wohnt er ja. Die Prappicher wähln na wahrscheins aa, weil die möchn den Bürchermäster net, wächer ihrn Baugebiet. Aber der Rest..."

    "Angeblich läuft jetzt die Maschinerie der CSU erst auf vollen Touren an..."

    "Genau. Neulich hat's bei a olda Haßferter Freundin vo mir o der Haustür geklingelt. Also hat sa durchn Fenster geguckt, weil sa allenz derhämm war, und draußen war a net allzu grosser, dunkelhaaricher Moo gstanna mit an Rucksackla aufm Ast."

    "Ach nee..."

    "Und wie sa aufgemacht hat, hat ihr der Moo a Gläsla Honich als Geschenkla vor die Nasn ghaltn. So ganz nähmbei hat er drauf hiegewiesn, das er neuer Bürchermäster vo Haßfert wern wollert."

    "Ach, dann hat der schwarze Herausforder schon mit dem Rundgang von Tür zu Tür begonnen? Hat das nicht vor genau dreißig Jahren schon einmal ein Kandidat von der CSU gemacht? Damals mit einer Rose statt einem Glas Honig? Aber mit Erfolg - sogar im ersten Wahlgang?"

    "Ganz genau. Aber der aktuelle Kandidat koo ja leicht. Der hat sei Kandidatur scho vo langer Hand geplant. Der hat sogar an Haufn altn Urlaub aufghom, damit er jetzt bis zum 15. März nerbloß nuch Wahlkampf mach kann. Der is ja fast wie sellemal der Schröder, wo am Kanzleramt an die Stäb gerüttelt und neigewöllt hat. Und irchendwann hat er's gschafft..."

    Fotos

      Kommentare (0)

        Der Diskussionszeitraum für diesen Artikel ist leider schon abgelaufen. Sie können daher keine neuen Beiträge zu diesem Artikel verfassen!