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    Haßfurt

    Glosse: Was passiert, wenn keiner Bürgermeister werden will?

    Die Gemeinde Breitbrunn hat noch keinen Bürgermeisterkandidaten. Die bisherige Amtsinhaberin tritt nicht mehr an. Wie geht es weiter, wenn sich kein Anwärter findet?
    Breitbrunn hat sich mit seinem Auftritt beim Wettbewerb "Unser Dorf hat Zukunft" im Landkreis Haßberge gegen die Konkurrenz durchgesetzt. Dennoch findet sich derzeit kein Kandidat, der in diesem schmucken Dorf Bürgermeister werden will. Foto: Günther Geiling

    "Rosl, hast scho ghört, die Kanzlerin hört auf."

    "Ach, Lubber", was hat mein Lieblingsnachbar denn heute wieder aufgetan?

    "Ach, Lubber, Du meinst, die Angela Merkel tritt zurück? Das wäre mir völlig neu. Du meinst vielleicht, dass sie bei der nächsten Wahl nicht mehr antritt? Das ist ja aber ein alter Hut."

    "Ich meen doch net die Andschela. Ich red vo der Kanzlerin der Heilichn Länder, der Gertrud Bühl. Die dürfert weitermach, is jetzt aber - als Dschentelmän nenn ich ja kee Zahln - scho alt genuch, um in die kommunalpolitische Rentn zu gehn."

    "Und was ist daran so außergewöhnlich? Das ist in vielen Kommunen so, wenn der Capo abtritt. Dann kommt halt ein Nachfolger und übernimmt."

    "Des isses ja. In Bräätbrunn, also in der Gemee vo der Gertrud Bühl, läfft des annersch."

    "Inwiefern?"

    "Also, nachdem die Bühl gsacht ghat hat, dassa nix mehr antritt, hamsa an potenzielln Nachfolcher gsucht. Quasi den Wunschkandidat vo der Gertrud. Aber was ich so ghört hab, wollt der nerbloß anträät, wenn er an bräätn Konsens in seiner Gemee ham könnt. Na sind sa herganga und ham die vier Listen, wo bis jetzt im Gemeerat höckn - also die CSU, die Frein Wähler, die Lußbercher Listn und die Unabhängigen -, zu einer Liste ,Bürgergemeinschaft' zsamgfasst."

    "Das heißt, in Breitbrunn tritt nur noch eine einzige Liste an?"

    "Genau. Aber wart's ner ab. Es wird nuch besser. Also jetzt war die Einheitslistn gegründ und die Voraussetzunga für die Kandidatur vom Bühlschen Wunschkandidat warn gschaffn. Alla warn glücklich und zufrieden. Bis es Dezember worn is. Da hat nämlich der Bürchermäster in spe - ohne dass er scho nominiert gewäsn wär - aus gsundheitlicha Gründ plötzlich abgsacht. Jetzt hamsa a Listn mit a reduzierta Kandidatnauswahl und kenn Bürchermästerkandidat."

    "Und wie geht's jetzt weiter?"

    "Die suchn fieberhaft. Aber es hat sich nuch nix gfunna. Aa net am letztn Samstag, da war grossa Nominierungsversammlung. Falls der Nominierungstermin 23. Januar net eighaltn wer kann, dann könnert die Gemee a Verlängerung beantrach bis 30. Januar, des wär der 45. Tag vor der Wahl."

    "Und wenn bis dahin immer noch Fehlanzeige ist?"

    "Naja, dann muss der Wähler den Namen vo irchendeen Bräätbrunner bei der Wahl auf an leern extra Stimmzettel schreib. Der Name, der am meisten genennt worn is, aber mehr als die Hälfte der abgegebenen Stimmen gekriegt hat, der wird Bürchermäster."

    "Und wenn der auch nicht will. Ich meine, der hätte sich ja sonst schon vorher bereiterklären können? Dürfen die Wähler denn jeden Namen auf den Zettel schreiben, wenn es doch keinen Kandidaten geben sollte?"

    "Im Prinzip scho. Es muss halt a Bräätbrunner sei und volljährig und seit mindestens drei Monat in der Gemee wohn und er wär ehrenamtlicher Bürchermäster, halt mit Aufwandsentschädigung. Der Gewählte dürfert nachert die Wahl trotzdem ablehn. Aber es gibt ja auf alla Fäll an Gemeerat. Und wenn sich der konstituiert, wird ja a zwätter und dritter Bürchermäster gewählt. Und dann müssertn halt die derweil die Amtsgschäftlich führn, die Aufsicht hätt jedoch des Landratsamt. Aber es wär durchaus net ausgschlossn, dass sich die Breitbrunner bei der Wahl dran erinnern, dass der Vorgänger vo der Bühl damals weitermach wollt. Und der wär ja aa nerbloß drei Jährlich älter..."

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