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    Nassach

    Glück im Stall: Drei auf einen Streich

    Glück im Stall: Drillinge wurden im Stall von Familie Häpp in Nassach geboren. Mit im Bild Hanna und Emma Häpp. Foto: Alois Wohlfahrt

    Nein, Angst kennt Emma wirklich nicht. "Eia, eia" sagt die Jüngste der Familie Häpp und versucht, selbst ein wenig wackelig auf ihren Beinen, den noch jüngeren Nachwuchs der Familie auf vier Beinen zu streicheln. Aber Klara, Niko und Moritz haben irgendwie keine Lust auf "eia"-Machen mit der Einjährigen. Und das ist kein Wunder, denn die drei Kälbchen sind gerade erst drei Tage alt.

    Schmunzelnd und auch mit ein wenig Stolz beobachten Emmas Eltern Andreas und Juliane Häpp und Geschwisterchen Hanna die Annäherungsversuche der Kleinen. "Es war ein riesiges Glück", sagt Landwirt Andreas Häpp und bekommt Zustimmung von seinem Vater Willi. Glück gleich in mehrfacher Hinsicht.

    Zum einen natürlich, weil so eine Drillingsgeburt äußerst selten vorkommt.  Lediglich 0,007 Prozent beträgt die Wahrscheinlichkeit, dass ein solcher Glücksfall bei Kühen auftritt, ist auf der Internetseite der Landesanstalt für Landwirtschaft nachzulesen. Soll heißen: Unter 100000 Geburten gibt es lediglich sieben Drillingsgeburten.

    Vor rund 30 Jahren hat es Willi Häpp schon einmal erlebt, dass Drillinge auf die Welt kamen und Mutter und Kinder überlebten, berichtet der 68-jährige Landwirt. Denn, dass alle überleben, ist alles andere als selbstverständlich. Nicht nur für den Nachwuchs besteht Gefahr bei der Geburt, sondern auch für die Kuh bedeutet dies eine Strapaze.   

    Wobei die Häpps gleich auf den zweiten glücklichen Umstand bei der Geburt der Drillinge am vergangenen Freitag zu sprechen kommen: "Gottseidank war es während des Tages", berichten Andreas und Juliane Häpp. So konnten sie bei der Geburt helfen. Denn es ist wichtig, wenn die Geburt begonnen hat, dass die Kälbchen schnell aus dem Mutterleib kommen, "damit sie nicht zu viel Fruchtwasser schlucken, wenn erst einmal die Nabelschnur gerissen ist".  

    Glück im Stall: Drillinge wurden im Stall von Familie Häpp in Nassach geboren. Foto: Juliane Häpp

    Gerade mal eine Viertelstunde hatte es gedauert und die drei Kälbchen waren auf der Welt. Zwei Jungs und ein Mädchen. Namensgeberin für den vierbeinigen Nachwuchs war Hanna. Und die Vierjährige weiß ganz genau, wer Klara, Niko oder Moritz ist.

    Mutter und Kinder wohlauf - der Satz gilt inzwischen weitgehend. Denn gleich nach der Geburt war die Mutter der Drillinge, die im Gegensatz zu ihrem Nachwuchs keinen Namen, sondern lediglich eine Nummer, "375" hat, erst einmal kurz "in ärztlicher Behandlung". Was nicht ungewöhnlich ist, bei Mehrlingsgeburten, berichten die Häpps. Inzwischen aber ist sie wieder vollständig gesund und liefert ausreichend Milch, damit der Nachwuchs gut versorgt ist. Jeweils zwei Mal am Tag vier Liter bekommen die Drei, berichtet Andreas Häpp. Umsorgt werden sie besonders von Veronika Häpp.     

    Stärkung können die Kleinen auch gebrauchen. Schon besonders deshalb, weil sie sich im wahrsten Sinne des Wortes noch entfalten müssen: Weil sie für Drillinge relativ stark waren und im Mutterleib zusammengekauert heranwuchsen, hatte einer der Jungs eine Sehnenverkürzung und er humpelt ein wenig. "Aber das gibt sich in wenigen Tagen", so die Erfahrung von Andreas Häpp.      

    Für Kuh "375" war es die fünfte Geburt. Und zum ersten Mal brachte sie Mehrlinge zur Welt. Dass die Familie Häpp diesen Tag aber nicht nur wegen der Drillingsgeburt nicht vergisst, dafür sorgte an diesem Tag noch weiteres Glück im Stall: Gleich drei weitere ihrer 60 Kühe brachten an diesem Tag Nachwuchs auf die Welt. Alles andere also als ein ruhiger Tag, aber: "Es ist alles gut gegangen. Es war einfach ein großes Glück", so der Nassacher Landwirt. 

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