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    KREIS HAßBERGE

    Gold für Haßberg-Gärtner bei der Bundesgartenschau

    Zum Abschluss der Bundesgartenschau in Heilbronn sind drei Gärtnereien aus dem Haßbergkreis mit dem Staatsehrenpreis des Bundeslandwirtschaftsministeriums in Gold ausgezeichnet worden (von links): Dietmar Hofmann, Elke Hofmann, Roland Roth, Anita Roth, Irene Pudell, Lydia Frotscher von der Bundesgartenschau Heilbronn und Werner Pudell. Foto: BUGA Heilbronn

    Zum Abschluss der Bundesgartenschau (BUGA) sind drei Gärtnereien aus dem Haßbergkreis mit dem Staatsehrenpreis des Bundeslandwirtschaftsministeriums in Gold ausgezeichnet worden. Voraussetzung für diese Anerkennung war die Erreichung der höchsten Punktzahl bei vorangegangenen Bewertungen durch eine Fachjury.

    Die glücklichen Gewinner – Gartenbau Werner Pudell und die „Ideengärtnerei Roth“ aus Haßfurt sowie die Gärtnerei Hofmann aus Kirchaich – hatten die erforderlichen Bewertungen und Punkte erhalten, die in zwei Goldmedaillen für den Frühjahrs- und den Sommerflor mündeten. Ihre Urkunden, die sie als beste Aussteller im Bereich Wechselflor auszeichnen, erhielten die Gärtner anlässlich der Abschlussfeier in Heilbronn.

    Der Begriff „Flor“ leitet sich von dem lateinischen Wort „flos“ ab und bedeutet „Blüte“. „Im Flor stehen“, das heißt so viel wie etwas steht in voller Blüte. Die anvertrauten BUGA-Flächen über 173 Tage lang in voller Blüte stehen zu lassen, das war der Auftrag der BUGA-Veranstalter an die teilnehmenden Gärtner. Ein lebendiges Gemälde aus Blüten im Wechsel der Jahreszeiten Frühling und Sommer nach Pflanzplan zu gestalten, das ist höchste Gärtnerkunst. Die drei Meister der grünen Branche aus Haßfurt und Kirchaich beherrschen diese Kunst, wie sie nicht zum ersten Mal unter Beweis stellten. Gemeinsam mit ihren fleißigen Helfern zauberten sie blühende Flächen in der Stadt am Ufer des Neckars. Schon im Herbst, ein halbes Jahr vor Eröffnung der BUGA, begannen sie mit dem Legen der Blumenzwiebeln. Im darauffolgenden März und Mai bis Juni kamen die jungen Pflanzen in die Erde. Tatsächlich starteten sie noch früher, nämlich mit der Anzucht und Kultivierung der Pflanzen in den heimischen Gärtnereien.

    Mit dem Zwiebellegen und Pflanzen war die Arbeit nicht beendet, sondern setzte sich mit der regelmäßigen Betreuung auf dem BUGA-Gelände fort. Rund 60 000 Pflanzen waren es auf gut 1800 Quadratmeter Fläche. Das bedeutete, von Mitte März bis Anfang Oktober drei Mal wöchentlich nach Heilbronn zu fahren, die Beete zu gießen und gegebenenfalls Rückschnitte oder andere Pflegemaßnahmen vorzunehmen. Zum Teil erledigten es die Chefs selbst, zum Teil die mithelfende Familie und die Angestellten. Das alles geschah bei laufendem Gärtnereibetrieb daheim. Es lässt sich denken, welch ausgeklügelte Logistik und funktionierende Kooperation erforderlich war. Eine wahre Meisterleistung, die mit der Anerkennung durch das Bundesministerium ihren verdienten Lohn erhielt.

    „Diese Gartenschau war richtig toll“, resümiert Roland Roth im Gespräch mit dieser Redaktion. Seine Begeisterung begründet er so: „Die Stadt Heilbronn hat ihre Bürger mitgenommen, indem schon vorab laufend über die Baumaßnahmen informiert und den Menschen große Lust auf die Gartenschau gemacht wurde. Wir haben das durch lobende Worte der Besucher erfahren, die uns für unsere Arbeit dankten und die blühende Pracht immer wieder unaufgefordert bewunderten.“ Auch die anderen beiden Gärtner der ARGE sind des Lobes voll. „Es hat so viel Freude gemacht“, spricht Werner Pudell aus, was offenbar alle denken. Er lobt die Organisatoren und Planer der Veranstaltung: „Man hat unsere Meinung gehört und beachtet.“ Das Ziel, ein schönes Blumenbild für die Besucher zu schaffen, hätten alle immer im Auge gehabt und dabei die fachlichen Erfahrungen der Gärtner berücksichtigt. Als Beispiel führt er den „Stadtdschungel“ im Eingangsbereich der Gartenschau an. „Der Pflanzplan enthielt hier besonders wertvolle Pflanzen, die wir gerne an einen attraktiven Platz bringen wollten, um ihnen die entsprechende Aufmerksamkeit zu verschaffen“, erklärt Pudell. Flexibel sei der Pflanzplan dementsprechend geändert worden. Die für die BUGA eingesetzte Landschaftsarchitektin Petra Pelz verstehe ihr Handwerk bestens. Den Plan zu lesen und umzusetzen, sei dann professioneller Gärtnerjob. „Es sind mit etwa 2,3 Millionen Besuchern mehr Menschen als erwartet zur Schau gekommen“, äußert Dietmar Hofmann. Schon daran zeige sich, wie gut die verschiedenartig gestalteten Gartenkabinette bei den Leuten ankamen.

    Die drei Gärtnermeister sind keine Neulinge, was die Beteiligung an Gartenschauen betrifft. 2017 gingen sie in die Bundeshauptstadt zur Internationalen Gartenschau (IGA). Gemeinsam nahmen sie 2018 an der LAGA in Würzburg teil. Mit diesem Know-how bewarb sich das Dreierteam in Heilbronn und war erfolgreich. „In Heilbronn spielten wir in der obersten Garten-Liga“, meint lachend Pudell, „aber es war richtig Arbeit, die bei aller Mühe sehr viel Freude gemacht hat.“ Für den Berufsstand und den Haßbergkreis sei ihre Beteiligung ein Aushängeschild. „Das ist unsere grüne Werbung für Franken“, erklären die Gärtner. Sie möchten es gern wiederholen, vielleicht 2021 in Erfurt, aber auf alle Fälle 2026 zur LAGA in Schweinfurt.

    BUGA in Zahlen

    Zahlen und Fakten zur BUGA 2019:

    173 Tage Gartenschau;

    2,3 Millionen Besucher;

    180 Kilometer Entfernung zwischen Haßfurt und Heilbronn;

    15 Personen setzten an insgesamt elf Tagen etwa 60 000 Pflanzen der drei Haßberg-Gärtnereien auf über 1800 Quadratmeter Fläche;

    Mehr als 80 Tage Arbeit: Pflanzen, Gießen und Pflegen in Heilbronn.

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