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    SAND

    Grundtechniken sind unverzichtbar

    Staatssekretärin Carolina Trautner (links) sprach auf Einladung der Jungen Union im Weingut Gottschalk in Sand. Foto: Günther Geiling

    Carolina Trautner, Staatssekretärin im Bayerischen Staatsministerium für Unterricht und Kultus, kam kürzlich zu einem Informationsaustausch des Kreisverbandes der Jungen Union (JU) in die Weinstube Gottschalk in Sand. Davon berichtet die Partei in einer Mitteilung an die Presse.

    „Die Digitalisierung ist ein bildungspolitisches Megathema. Die digitale Bildung spielt eine große Rolle und alle Menschen sollen daran teilhaben“, sagte Trautner. Doch die Digitalisierung sei nicht alles: „Wir brauchen trotzdem Lesen, Schreiben und Rechnen als Grundtechniken und jedes Kind muss auch noch schreiben und nicht nur die Tastatur bedienen können.“

    Die Antwort zur Frage „was gute Bildung bedeutet“ beantwortete die Kultusstaatssekretärin laut der Pressemitteilung mit den Worten, „dass Kinder und Jugendliche bestmöglich nach ihren Talenten begabungsgerecht gefördert werden. In unserem System soll niemand zurückgelassen werden und jeder die Chance haben, seinen Weg, manchmal auch über Umwege, zu gehen.“ Trautner sei ein Fan des differenzierten Schulsystems. Schüler sollten nach dem 4. Schuljahr entscheiden, welchen Weg sie gehen wollen. „Wir haben trotzdem ein durchlässiges Schulsystem und es nervt mich, wenn andere nur eine akademische Ausbildung als das Alleinseligmachende ansehen“, sagte Trautner.

    Der Staat dürfe sich nicht nur auf die Akademisierung fokussieren. Der Fachkräftemangel zeige Bedeutung und Wert einer guten Ausbildung. „Wir brauchen auch Auszubildende für das Handwerk und es wird nicht mehr lange dauern, dass Handwerker mehr verdienen als Akademiker“, sagte Trautner voraus.

    Individuelle Medienkonzepte

    Der Bayerischen Bildungspolitik werde insgesamt ein gutes Zeugnis ausgestellt. Nach einem Länderindex stehe Bayern an der Spitze und deutlich über dem internationalen Durchschnitt. Bayern gebe jeden dritten Euro für die Bildung aus. Die Regierung habe den Bildungsetat in den vergangenen Jahren um 3,9 Milliarden Euro erhöht und dabei 12 300 neue Lehrerstellen geschaffen. Hinsichtlich der technischen Ausstattung solle jede Schule für sich ein Medienkonzept entwickeln. Auf jeden Fall gehöre die Ausstattung mit Glasfasernetzen dazu. Dafür fließe derzeit viel Fördergeld. Auch bei den Lehrern gebe es derzeit eine Fortbildungsoffensive.

    Es gebe einen Überschuss an Lehrern für Realschulen und Gymnasien, während für die Grund- und Mittelschulen Lehrer fehlten. Deswegen gebe es Zweitqualifizierungsmaßnahmen. Auch die Eltern wolle man mit in die Pflicht nehmen. Das Konzept der Ganztagesschule werde weiter ausgebaut. In diesem Zusammenhang betonte die Staatssekretärin auch, dass die Schule vieles leisten müsse, aber nicht alles für die Familien leisten könne.

    Schwimmunterricht als Pflicht

    Aus den Reihen der Teilnehmer entwickelte sich laut der Pressemitteilung eine rege Diskussion, die von persönlichen Anliegen durch Studium und im Lehramt geprägt war, aber auch auf die Bedeutung der Digitalisierung einging.

    An CSU-Kreisvorsitzenden Steffen Vogel wurden Fragen zur Kinder- und Hortbetreuung gestellt, aber auch die Problematik des Schwimmunterrichts in den Schulen wurde angesprochen. Eine Forderung aus den Reihen der Mitglieder der Jungen Union war, das Schwimmen als verpflichtendes Schulfach aufzunehmen und die Sanierung der Schwimmbäder entsprechend zu fördern. Wie es am Ende der Pressemitteilung heißt, wies der CSU-Stimmkreisabgeordnete diesbezüglich aber darauf hin, dass Hallenbäder mit Bedarf für das Schulschwimmen schon jetzt eine Höchstförderung erhielten.

    Bearbeitet von Markus Erhard

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