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    ELTMANN

    Hakenkreuz-Plakat: Strafanzeige gegen SPD-Chef

    Wolfgang Brühl (Archivbild von 2008) Foto: Gimmler

    Die Art und Weise, wie der SPD-Kreisverband Haßberge auf die Ankündigung von Ministerpräsident Söder reagiert hat, in allen bayerischen Behördenfoyers Kreuze aufzuhängen, hat dem Vorsitzenden Wolfgang Brühl (Eltmann) nun eine Strafanzeige eingehandelt.

    Wie berichtet, hatte zunächst die SPD Eltmann in einem ihrer Schaukästen im Ort das historische Plakat „Der Arbeiter im Reich des Hakenkreuzes“ aufgehängt. Es stammt aus dem Reichstagswahlkampf der Sozialdemokraten im Jahr 1932 und zeigt einen ans Hakenkreuz gefesselten und schwer geschunden Arbeiter. Dieses Plakat, welches auf das den Arbeitern unter Nazi-Herrschaft drohenden Schicksal aufmerksam machen wollte, hatte der SPD-Ortsverein mit dem Kommentar versehen: „Kreuze im öffentlichen Raum hatten wir schon mal . . .“ Später hatte der SPD-Kreisverband die Collage auf seiner Facebook-Seite gepostet.

    Es ist ein Bürger aus Penzberg in Oberbayern, der am 21. Mai die Strafanzeige gegen Brühl „wegen des Verwendens von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen“ und wegen „Beschimpfung von Religionsgesellschaften“ erstattet hat. Der Anzeigenerstatter hatte die Redaktion per E-Mail über sein Vorgehen informiert, war am Dienstag aber nicht für ein Statement zu erreichen. Er gehört dem CSU-Ortsverband Penzberg an, der aber nicht hinter der Anzeige stecke, wie Vorsitzender Nick Lisson auf Nachfrage erklärte.

    Die Staatsanwaltschaft Schweinfurt bestätigte den Eingang „einer Anzeige“. Ob in dieser Angelegenheit weitere Anzeigen vorliegen, darüber war am Dienstag keine Auskunft zu erhalten. Da der behauptete Tatort in Eltmann liege, sehe es danach aus, dass die Ermittlungen an die Staatsanwaltschaft Bamberg übergeben würden, sagte eine Sprecherin der Schweinfurter Strafverfolgungsbehörde.

    Wolfgang Brühl selbst sah die Anzeige gelassen. „Das macht mich nicht nervös“, ließ der SPD-Kreisvorsitzende die Redaktion wissen. „Wir haben ja keine Werbung für Nazis gemacht, sondern im Gegenteil vor ihnen gewarnt“, meinte Brühl mit Blick auf den Vorwurf der Verwendung verfassungswidriger Kennzeichen. Auch seine Anwälte hätten ihm deshalb bestätigt, dass er keine juristischen Konsequenzen zu befürchten habe.

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