• aktualisiert:

    Haßfurt

    Haßfurt: Der Bau der Flutbrücke macht sichtbare Fortschritte

    Vor einem Jahr haben die Sanierungsarbeiten an der Haßfurter Flutbrücke begonnen. In einem Fazit stellt das Staatliche Bauamt Schweinfurt fest, dass die Arbeiten genau im Zeitplan liegen. Foto: Jochen Reitwiesner

    Vor ziemlich genau einem Jahr haben die Arbeiten an der Haßfurter Flutbrücke begonnen. Die Sanierung in größerem Maße war dringend notwendig geworden, da die Schäden an dem Bauwerk in den letzten Jahren immer wieder zu Einschränkungen geführt hatten. Eigens für die Durchführung der Sanierungsarbeiten wurde eine Behelfsumfahrung zwischen dem Parkplatz des FC Haßfurt und der Staatsstraße 2275 in Richtung Wonfurt südwestlich der Flutbrücke errichtet. "Bislang gab es weder Unfälle noch Zwischenfälle im Verkehrsfluss auf dieser Umfahrung", so Joachim Dietz, Leiter der Abteilung Konstruktiver Ingenieurbau am Staatlichen Bauamt Schweinfurt, gegenüber dieser Redaktion.

    Untrennbar mit der Silhouette von Haßfurt verbunden

    Dietz bestätigt auch, dass sich die Baumaßnahme "im Zeitplan befindet, so dass das vorgesehene Bauende am 30. Juni 2021 eingehalten werden kann", wenn keine größeren Störungen dazwischenkommen.  In einem Vor-Ort-Termin zum Baubeginn hatte Baudirektor Manfred Rott, Abteilungsleiter Haßberge beim Staatlichen Bauamt Schweinfurt, unterstrichen, dass immer Grundlage der Planungen gewesen sei, die alte Gewölbebrücke zu erhalten, nicht zuletzt weil der Anblick der Brücke untrennbar mit der Silhouette von Haßfurt verbunden sei. Die Flutbrücke sei eine Art Kulturgut, das bewahrt werden müsste.

    Joachim Dietz weist im Dialog mit dieser Redaktion auch darauf hin, dass die Schäden an der Brücke tatsächlich denen entsprechen, "die bei den turnusmäßig anstehenden Brückenprüfungen festgestellt worden waren". Es sind also keine unerwarteten Probleme aufgetaucht. Unübersehbar sind an vielen Stellen des historischen Bauwerks die Schäden, die eindringendes Wasser in dem Sandsteingemäuer hinterlassen hat. Und dies bedeutet: alle Fugen des alten Bauwerks müssen überprüft und ausgebessert werden, so Rott.

    Komplett eingerüstet

    Seit Beginn der Bauarbeiten hat die aus dem Jahr 1888 stammende Steingewölbebrücke ihr Gesicht verändert. Zum einen wurde das Bauwerk komplett eingerüstet, zum anderen wurde im Sommer die Fahrbahnplatte, die im Jahre 1962 errichtet worden war, in Stücke gesägt und vom Bauwerk gehievt. Die ausgebauten Betonstücke wurden zerkleinert und recycelt, zuvor jedoch untersucht, ob und inwieweit sie wiederverwertet werden können, so Manfred Rott. Die neue Fahrbahn werde in Form einer fugenlosen Stahlbeton-Fahrbahnplatte erstellt. Dies soll einem neuerlichen Eindringen von Wasser vorbeugen, was zum jetzt auffallenden Auftreten der Fugen an den Brückenpfeilern geführt hatte, erläuterte beim Ortstermin Manfred Klamt vom Planungsbüro Hochreiter Vorndran Ingenieurgesellschaft.

    Die Herstellung des Überbaus an der Haßfurter Flutbrücke beginnt im Dezember, teilt Joachim Dietz vom Staatlichen Bauamt Schweinfurt mit. Foto: Jochen Reitwiesner

    Abbruch und Neubau träfen sich am Haßfurter "Ende" der Brücke: dort wurden inzwischen die Bohrpfähle fertiggestellt, auf denen dann das Widerlager auf einer starken Betonplatte aufliegen wird. Die neuen Widerlager werden entsprechend dem Bestand neu verblendet. Die Bestandsgewölbe, Pfeiler und Stirnmauern werden neu verfugt, so Joachim Dietz. Das nächste Ziel, das im Rahmen der Sanierung anstehe, so Dietz, sei der "Beginn der Herstellung des Überbaus" ab Dezember.

    "Es ist der Wunsch der Stadt Haßfurt, den jetzigen Ausbauzustand bis zum Parkplatz des FC Haßfurt zu belassen."
    Joachim Dietz, Staatliches Bauamt Schweinfurt

    Die Behelfsumfahrung, über die derzeit der gesamte Verkehr Richtung Wonfurt und Knetzgau abgewickelt wird, soll nach dem Abschluss der Sanierung wieder zurückgebaut werden, dies sei Bestandteil der Ausschreibung, sagt Joachim Dietz. Es sei jedoch "der Wunsch der Stadt Haßfurt, den jetzigen Ausbauzustand bis zum Parkplatz des FC Haßfurt zu belassen". Dies bestätigt Technischer Bauamtsleiter Wolfgang Braun von der Haßfurter Stadtverwaltung. Es sei bereits ein Ingenieur-Büro mit der Planung beauftragt. Die Straße zwischen dem FC-Parkplatz und der Straße  nach Wonfurt werde komplett zurückgebaut. Das Stück zwischen FC-Parkplatz und Einmündung zur dann neuen Flutbrücke wird die Stadt Haßfurt übernehmen und ausbauen. Vor allem die Zufahrt auf die Flutbrücke wird zu einer "Trompete" verbreitert, um das Abbiegen Richtung Wonfurt zu erleichtern. Auch Fußgängern und Radfahrern komme eine solche Verbreiterung entgegen. "Der in der Mainaue bestehende Geh- und Radweg bleibt auch nach der Baumaßnahme ohnehin erhalten", stellt Joachim Dietz fest. Das ist jedoch noch Zukunftsmusik, denn diese Arbeiten können erst nach Fertigstellung der Flutbrückensanierung - also ab Juli 2021 - in Angriff genommen werden. Um die entsprechenden Ausgleichsmaßnahmen müsse sich die Stadt Haßfurt selbst kümmern.

    Neue Brücke ist belastbarer

    Die neue Flutbrücke soll auch belastbarer sein als ihre Vorgängerin. Während die alte Flutbrücke nach DIN 1072 für die heutigen Brückenklasse 45 bemessen war, soll die neue Brücke nach Brückenklasse 60 belastbar sein, das bedeutet: freigegeben für genehmigungsfreien Schwerverkehr. Apropos neue Brücke: Der Bau der neuen Haßfurter Mainbrücke, die dann im Anschluss an die Flutbrücke errichtet werden soll, ist nach Aussagen von Joachim Dietz nicht vor 2025 vorgesehen. Die Planungen dafür, die durch die Wasserstraßenverwaltung auf den Weg gebracht werden müsse, seien auch noch nicht angelaufen. So könne man noch nicht sagen, ob eine und - wenn ja - welche Art von  Notbrücke dann während des Brückenbaus zum Einsatz kommen wird.  

    Mainflutbrücke Haßfurt
    Die 235 Meter lange Mainflutbrücke wurde im Jahre 1888 als eine 20-feldrige Steingewölbebrücke errichtet. 1962 wurde die Brücke mittels einer frei aufliegenden Stahlbetonplatte - für die heutige Brückenklasse 45 nach DIN 1072 bemessen - verbreitert und ist über den Pfeilern durch Raumfugen getrennt. Aufgrund massiver Schäden im Bereich der 1962 erneuerten Überbaufahrbahnplatte mit Beeinträchtigungen der Standsicherheit, der Verkehrssicherheit und der Dauerhaftigkeit wird die Teilerneuerung der Mainflutbrücke Haßfurt erforderlich. Die Untersuchungen ergaben, dass die bestehenden Gewölbe und die Gründung ohne Verstärkungsmaßnahmen, die Lasten aus der heutzutage erforderlichen Brückenklasse 60 aufnehmen können, die bestehenden Widerlager sowie die Fahrbahntafel jedoch neu hergestellt werden müssen. Bis 2021 ist nun die Ertüchtigung und Instandsetzung der gesamten Brücke vorgesehen.
    Quelle: Staatliches Bauamt Schweinfurt

    Fotos

      Kommentare (0)

        Der Diskussionszeitraum für diesen Artikel ist leider schon abgelaufen. Sie können daher keine neuen Beiträge zu diesem Artikel verfassen!