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    Haßfurt

    Haßfurt: Endlich ist die neue Turnhalle in Sicht

    Die Ausschreibung ist beendet. Die Planung für die lang ersehnte Sportstätte am Haßfurter Eichelsee steht. Vielleicht kann im Sommer schon mit dem Bau begonnen werden.
    Der Haßfurter Bürgermeister Günther Werner (Zweiter von links) und der Leiter des Bauamts der Stadt Haßfurt, Wolfgang Braun (links), nutzten am Mittwoch die Gelegenheit und ließen sich von Matthias Schneider, dem Bürgermeister von Theres, die gerade in Bau befindliche neue Turnhalle in Obertheres als Anregung für die neue Turnhalle in Haßfurt zeigen.
    Der Haßfurter Bürgermeister Günther Werner (Zweiter von links) und der Leiter des Bauamts der Stadt Haßfurt, Wolfgang Braun (links), nutzten am Mittwoch die Gelegenheit und ließen sich von Matthias Schneider, dem Bürgermeister von Theres, die gerade in Bau befindliche neue Turnhalle in Obertheres als Anregung für die neue Turnhalle in Haßfurt zeigen. Foto: Wolfgang Sandler

    Sie wird gebaut, die neue Haßfurter Turnhalle. Noch zu Zeiten von Bürgermeister Rudi Eck hatte der Turnverein Haßfurt einen Antrag gestellt, am Vereinssportgelände am Eichelsee ein neues Sportzentrum zu errichten. Das Thema hatte damals für Furore nicht nur im Stadtrat gesorgt. Jeder wusste, wie dringend notwendig die Errichtung einer neuen Turnhalle für Haßfurt wäre, dennoch hatte der Stadtrat alle Bemühungen des Turnvereins und des damaligen Bürgermeisters durchkreuzt und allen Vorschlägen eine Absage erteilt. Schließlich blieb der Stadt Haßfurt nichts anderes übrig, als selbst als Bauherr aufzutreten. Was den Bau verzögert hatte, war auch die vorgeschriebene europaweite Ausschreibung, aus der das Haßfurter Ingenieurbüro Baurconsult als Sieger hervorging, wie Bürgermeister Günther Werner auf Anfrage dieser Redaktion bestätigte.

    Nutzungsrecht für Waldorfschule und TV Haßfurt

    Mit ins Boot genommen hat die Stadt bereits im Vorfeld der Planungen den TV Haßfurt, um eine Förderung vom BLSV zu erhalten. Ebenso die benachbarte Waldorfschule, die früher die Halle des TV genutzt hatte, was nun bei dem aktuellen Zustand der TV-Halle nicht mehr uneingeschränkt möglich ist. Dafür gibt es eine Förderung für Schulsportstätten. Als Gegenleistung muss die Stadt beiden Partnern jeweils ein 25 Jahre währendes Nutzungsrecht einräumen. Wobei für die Schule schwerpunktmäßig die Zeit zwischen 8 und 16 Uhr vorgesehen ist, für den TV Haßfurt die Zeit am Abend. Allerdings sollte die Halle auch anderen Vereinen zugänglich sein, so der Bürgermeister.

    Direkt neben dem TV-Gelände

    Ende letzten Jahres hatte der Stadtrat Grünes Licht für den Bau einer Einfach-Sporthalle gegeben. Am kommenden Dienstag, 21. Januar, steht das Thema auf der Tagesordnung des  Bauausschusses. Dies hat jedoch mehr formaljuristische Bedeutung, denn für die Beantragung der Fördergelder muss ein genehmigter Bauantrag vorliegen. Gebaut werden soll die neue Halle direkt neben dem Sportgelände am Eichelsee auf dem ehemaligen Minigolfplatz hinter (östlich) dem Unternehmen Spedition Diem.

    Bürgermeister Günther Werner und Bauamtsleiter Wolfgang Braun nutzten am Mittwoch die Gelegenheit, um sich zusammen mit Matthias Schneider, dem Bürgermeister von Theres, die gerade in Bau befindliche neue Mehrzweckhalle in Obertheres anzusehen. Nicht unbedingt als Vorbild für den Bau in Haßfurt, aber durchaus auch als Anregung. Zumal die Maße der Oberthereser Halle (27x17 Meter) nur geringfügig größer sind als die für die Haßfurter Halle (27x15 Meter) vorgesehenen.

    Kosten in Höhe von rund 3,5 Millionen Euro

    Die Halle soll in Holzständerbauweise errichtet werden. "Die Wärmedämmung ist bei Holzbauweise entschieden besser", so Günther Werner im Gespräch mit dieser Redaktion. zudem entstünden keine höheren Kosten. Die Haßfurter Halle soll rund 3,5 Millionen Euro kosten. Davon erwartet die Stadt Zuschüsse von insgesamt etwa 1,3 Millionen Euro. Für die Stadt bleibt also ein Eigenanteil von circa zwei Millionen Euro. Die nötigen Gelder wurden laut Günther Werner auch schon in die Haushalte für 2020/21/22 eingestellt.

    Auf einer Grundfläche von 818 Quadratmetern soll ein Raum von 4500 Kubikmetern umbaut werden.  Die Halle wird zweigeschossig. Im ersten Stock werden Gymnastikräume eingebaut. Zur barrierefreien Verbindung der Etagen erhält die Halle einen Aufzug. Außerdem sind in der oberen Etage zwei kleine Tribünen vorgesehen. Bei der Planung der neuen Turnhalle wurden die Werte für das sogenannte Jahrhundert-Hochwasser (HQ100) berücksichtigt.  Unter Jahrhundert-Hochwasser versteht man die Pegelhöhe oder Abflussmenge eines Gewässers, die im statistischen Mittel einmal alle 100 Jahre erreicht oder überschritten wird.

    "Wenn alles optimal läuft, kann noch im Sommer mit dem Bau begonnen werden."
    Günther Werner, Bürgermeister

    Und wann wird es nun ernst? Wenn der Bauausschuss am Dienstag den Bauantrag genehmigt, können die letzten Förderanträge gestellt werden. Sobald die Genehmigung für den (vorgezogenen) Baubeginn vorliegt, kann die Ausschreibung für die einzelnen Gewerke erfolgen. Dies wird nicht annähernd so lange dauern wie die europaweite Ausschreibung für den Architekten, sagt Günther Werner. "Wenn alles optimal läuft", so der Bürgermeister, "kann noch im Sommer mit dem Bau begonnen werden." In Theres ist die Dauer der Baumaßnahme mit 18 Monaten veranschlagt. "Das sollten wir in Haßfurt schneller schaffen", schmunzelt Bürgermeister Günther Werner.

    Auf diesem Grundstück neben dem Vereinsgelände des TV Haßfurt soll die neue Turnhalle entstehen, im Hintergrund das gebäude der Firma Diem, links der Sportplatz des Turnvereins.
    Auf diesem Grundstück neben dem Vereinsgelände des TV Haßfurt soll die neue Turnhalle entstehen, im Hintergrund das gebäude der Firma Diem, links der Sportplatz des Turnvereins. Foto: René Ruprecht
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