• aktualisiert:

    HAßFURT

    Haßfurt: So wurde der Traum Kalifornien für Realschüler wahr

    Dieses Foto ist ein Muss in Kalifornien: Die Austauschschülerinnen und Schüler Dr. Auguste-Kirchner-Realschule in Los Angeles vor dem berühmten Hollywood-Schriftzug. Foto: Jessica Benevento

    Zehn Schüler der Dr. Auguste-Kirchner-Realschule begaben sich Anfang September auf eine abenteuerliche Mission: Zwei Wochen Schüleraustausch in Kalifornien. Dies geht aus einer Pressemitteilung der Realschule hervor. Die Vorbereitungen für die große Reise sei zwar schon nach den Osterferien losgegangen, jedoch hätten die Lehrkräfte Julia Schneider und Roman Glöckner feststellen müssen, dass selbst das relativ kurzfristig war. Nachdem schließlich alle Flüge gebucht, sämtliche Transfers organisiert, Reisepässe abgeholt und ESTA Formulare ausgefüllt waren, machte sich die Gruppe auf den Weg über den großen Teich.

    Am Flughafen bekamen dann aber doch einige der Schüler Angst vor ihrer eigenen Courage. Immerhin seien ihnen als gerade frischgebackenen Neuntklässlern zwei Wochen ohne Eltern bevor gestanden, „alleine in einer Gastfamilie, deren einzige Sprache Englisch ist und das Ganze mit einem Zeitunterschied von neun Stunden, was die Kommunikation mit Zuhause relativ schwierig machte“, heißt es in der Verlautbarung der Schule.

    „Fühlt sich an wie Urlaub“

    Diese Zweifel seien allerdings sehr schnell ausgelöscht gewesen, als die Schülergruppe von ihren jeweiligen Gastfamilien in der 120 000-Einwohner-Stadt Visalia, abgeholt wurde. Die Jugendlichen hatten seit mehreren Wochen schon Kontakt mit ihren amerikanischen „Geschwistern“, sodass bereits zu Beginn herzliche Begrüßungen zu beobachten waren. Was dann allerdings folgte überraschte Lehrer wie Schüler gleichermaßen. Alle seien nicht nur nett begrüßt, sondern wirklich als Freunde beziehungsweise Teil der Familie behandelt worden. „Es fühlt sich an, als ob ich im Urlaub war und jetzt nach Hause komme“, äußerte ein Schüler.

    Die Tage waren allerdings – im Gegensatz zu dem, was man in Deutschland oft über die USA hört – komplett durchgetaktet. Vormittags stand meistens der Besuch der St. Paul?s Middle School auf dem Programm. Hier nahmen die Schüler ganz normal am Unterricht teil, wiederholten Drehungen in Mathe, übten das Aufsatzschreiben in Englisch oder zeigten ihr kreatives Talent im Kunstunterricht.

    Disneyland und Nationalparks

    Außerhalb des Unterrichts gab es dann mehr als genug zu erleben und zu sehen. Den Labour Day – ein Nationalfeiertag in den USA – nutzen viele Amerikaner, um mit der ganzen Familie Ausflüge zu machen. Hier standen für die Haßfurter Jugendlichen und ihre Lehrkräfte unter anderem Disneyland, der Sequoia National Park sowie verlängerte Wochenenden in Los Angeles oder San Francisco auf dem Plan.

    Auch „Chillen und Grillen“ am Strand war ein beliebter Freizeitvertreib, bevor dann in der ersten Woche alle deutschen Schüler zusammen zu einem Erkundungstag nach LA aufbrachen. Das Hollywood Sign war hier der wohl beliebteste Spot, neben dem Walk of Fame, Santa Monica Beach und einer Fahrt durch Beverly Hills. Da Shopping für Jungs und Mädchen gleichermaßen wichtig war, „kam das natürlich auch nicht zu kurz – und die Lehrkräfte fingen an zu beten, dass alles irgendwie noch in die Koffer passen möge, was nicht am Körper getragen werden kann“, steht in der Pressemitteilung.

    Jeder musste einen Vortrag halten

    Der Programmpunkt, der die deutschen Schüler am meisten zittern ließ, sei wahrscheinlich gewesen, dass sie vor der ganzen Schule dort einen Kurzvortrag halten mussten, in dem sie Haßfurt, ihre Schule, und fränkische Traditionen sowie ihre Ausflugsziele vorstellten.

    Nachdem aber diese Hürde auch genommen war, freuten sich alle auf den Grade-Dance – einen Tanzabend für alle Achtklässler der amerikanischen Schule. Hiernach begann dann allerdings das Kontrastprogramm: Eine Fahrt in den Kings Canyon National Park, wo die Schüler ihre Survival Fähigkeiten beim Zelten unter Beweis stellen konnten. In diesen 3 Tagen konnte man zuschauen, wie die deutschen und die kalifornischen Schüler zu einer richtigen Einheit zusammenwuchsen. Es wurde gewandert, gegrillt, gelacht und die Mutigsten konnten ihre Fähigkeiten als Acapulco-Springer unter Beweis stellen.

    Selbstbewusstsein getankt

    All diese Erlebnisse machten es natürlich nicht gerade einfacher, ins kalte Deutschland zurückzufliegen. Aber nach 15 Tagen hieß es dann eben doch: Bye Bye Hollywood Hills forever. Tränen flossen reichlich und selbst nach ein paar Wochen in Deutschland waren einige Schüler noch immer von Fernweh geplagt. So traurig die Jugendlichen jedoch teilweise waren, so stolz können sie alle auf sich sein heißt es seitens der Schule. Sie hätten sich selbst übertroffen: Sich in eine fremde Familie nahtlos einzugliedern, sich auf jegliche Art von Abenteuer einzulassen, Neues auszuprobieren „und über seine eigenen Fehler zu lachen gibt Selbstbewusstsein.“

    Bearbeitet von Martin Sage

    Fotos

      Kommentare (0)

        Der Diskussionszeitraum für diesen Artikel ist leider schon abgelaufen. Sie können daher keine neuen Beiträge zu diesem Artikel verfassen!