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    Heimat und Kultur fordert viel Pflege

    MEMMELSDORF (GS) Mehr Zeit müsste man haben, so der Tenor der ehrenamtlich tätigen Kreisheimat- und Archivpfleger bei ihren Tätigkeitsberichten vor dem Kultur-, Sport und Fremdenverkehrsausschuss im historischen Präckleinhaus in Memmelsdorf am östlichsten Zipfel des Landkreises. Zwar ging es in dem liebevoll sanierten historischen ehemaligen Dorfgasthaus und Brauhaus sehr eng zu, jedoch war es der richtige Rahmen für die Kulturexperten des Landkreises.

    Auch die Kreisheimat- und Archivpfleger haben des öfteren mit dem fränkischen Landjudentum zu tun und sie begrüßten vor allem die Idee von Hansfried Nickel, an den Burgenlehrpfad einen  Pfad des fränkischen Landjudentums  anzugliedern. In ihren schriftlichen Tätigkeitsberichten zeigten sie die Vielfältigkeit ihres Wirkens auf.

    Für Christian Blenk aus Kirchaich, zuständig für den Steigerwald, war die Mitwirkung an der Ausstellung "Hopfen und Malz" ein Schwerpunkt. Blenk wies auch daraufhin, dass er zunehmend Privatpersonen bei der Durchführung von denkmalschützerischen Aufgaben berate. Es sei ihm ein Anliegen, dass gerade Personen, die nicht auf Rosen gebettet seien, in den Genuss von staatlichen Förderungsmitteln kommen. Hier seien Staat und Bezirk viel mehr gefordert. Ein Anliegen sei ihm noch die Denkmalliste auf Diskette, dies würde seine Arbeit immens erleichtern. Laut Horst Hofmann, Leiter der Hauptverwaltung, soll das Projekt im Rahmen des europäischen Leader-Projektes finanziell gefördert werden.

    Was ein Kreisheimatpfleger alles leisten muss, hatte Günter Lipp, zuständig für Haßberge-Ost, aufgelistet. 3 262 gefahrene Kilometer, 81 Termine und 121 Briefe waren die statistischen Zahlen seiner Tätigkeit. Besonders erwähnenswert fand er das neue Gebäude der Polizeiinspektion Ebern. Das strenge hoheitliche Erscheinungsbild sei für ihn keinesfalls gelungen.

    Dass sein Herz an der Burgruine Lichtenstein hängt, sieht man an den zwölf Führungen, die er dort mit 175 Besuchern durchführte. Viel Zeit wurde von ihm für den Jubiläumsabend  1200 Jahre Kraisdorf  geopfert.

    Diesen Vortrag würdigte besonders Kollege Eberhard Lorenz, zuständig für Haßberge Nord. Lorenz verwies aber auch auf die Veranstaltungen im Schüttbau. Die schönste Veranstaltung im Jahre 2000 sei jedoch die Besichtigung des Gräflich Ortenburgschen Archivs bei Thomas Schindler im Staatsarchiv in Würzburg gewesen. Und zum Landschaftskonzept Rhön-Main konnte er mit Nennung von vier herausragenden Aussichtspunkten in den Haßbergen auch beitragen. Kritik gab es für Bausünden am Beispiel eines Getreidesilos in Manau.

    Über die Arbeit in den Archiven berichteten Marianne Keh aus Ebern und Hans Reuscher aus Hofheim. Verärgert zeigt sich Marianne Keh dabei über die Unordnung in Rentweinsdorf, bei der das von ihr geordnete Archiv wieder durcheinander gebracht wurde und dass sich in Maroldsweisach überhaupt nichts tue. Im übrigen fühle sie sich zu alt, um ohne Hilfe die Arbeiten durchführen zu können. Gleichwohl war doch ihr Stolz spürbar, den verschiedensten Personen mit ihrem Wissen über viel archiviertes Material helfen zu können.

    Für Kultur muss immer Geld da sein, so die Forderung von Archivpfleger Hans Reuscher, der die tadellose Arbeit in Burgpreppach lobte. Er bezeichnete den Landkreis als Vorreiter im Archivwesen und dankte vor allem Landrat Rudolf Handwerker und Bürgermeister Theo Diem. Negativ kreidete er die Zusammenarbeit in Schweinshaupten an. Dr. Plett will dort eine Chronik erstellen, bei der Reuscher behilflich war. Allerdings stimmt die Chemie zwischen dem ortsansässigen Pfarrer und Dr. Plett nicht. So kommt Letzterer nicht an das Pfarrarchiv und kann dadurch die Arbeit nicht beenden.

    Stellvertretender Landrat Heinz Krönert versäumte nicht, sich bei Heimat- und Archivpflegern für ihr zeitaufwendiges Amt zu bedanken.

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