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    HOFHEIM

    "Het esch Pfifferdaj"

    Die Spielleute des Hofheimer Spielmannszuges warn beim Fest der Spielleute Gast im Elsass. Foto: Silke Johanni

    „Het esch Pifferdaj! Do vergesst m?r Kriz und Klaj. Seng un spreng vor Fraid nie eim des verleid.“ Diese Hymne hören die Spielleute an allen Ecken und Enden im beschaulichen Ribeauvillé im Elsass, das sich seit mehreren hundert Jahren immer Anfang September im Ausnahmezustand befindet. Mehrere Tausend Spielleute und Gaukler zogen heuer wieder durch die Straßen in Ribeauvillé. Der Fanfaren- und Spielmannszug Hofheim nahm zum zweiten Mal an diesem Fest teil und berichtet darüber in einer Pressemitteilung.

    Das Fest geht auf eine alte Legende zurück, die besagt, dass einst im Mittelalter der Herr von Ribeaupierre einen traurigen Spielmann am Wegesrand fand. Dessen Flöte, mit der er seinen Lebensunterhalt verdiente, war zerbrochen. Der edle Herr hatte Mitleid mit dem Spielmann und zeigte sich großzügig, indem er ihm einen Beutel mit Gold für eine neue Flöte schenkte. Zum Dank trommelte der Pfeifer der Legende nach alle Spielleute der Gegend zusammen. Sie zogen in einem großen Umzug hoch zur Ulrichsburg und dankten dem Herrn von Ribeaupierre bei einem großen Fest. Seitdem ziehen die Spielleute jedes Jahr auf die Ulrichsburg, um ihrem König zu huldigen.

    Wie es im Pressebericht heißt, spielten die Hofheimer direkt nach ihrer Ankunft im nächtlichen Fackelzug und trugen ihre Melodien in die Welt hinaus. Eine besondere Atmosphäre erlebten die Hofheimer Musiker an diesem Abend – vor allem als sie im Festpavillon einmarschierten und mit tosendem Applaus empfangen wurden.

    Am Sonntag stand laut dem Bericht der große historische Umzug auf dem Programm. Gemeinsam mit Spielmannszügen, Pfeiffern, Fanfarenzügen und Schalmeien aus Deutschland, Frankreich und der Schweiz zogen die Musikgruppen im „Cortége des Musical“ durch die Straßen. Diese waren weit gesäumt von Zuschauern, die jubelnden Applaus spendeten.

    Sobald ihre Hymne „Het esch Pfifferdaj“ erklang, sangen alle lautstark mit. Anschließend zog der „Cortége des Historique“ durch die Straßen. Dieser stand in diesem Jahr unter dem Motto „Es war einmal…“ Mit geschmückten Wägen sowie Tanz- und Showeinlagen erzählten die Teilnehmer den Zuschauern Märchen wie Dornröschen oder Rotkäppchen.

    Auch das Gesellige blieb laut dem Pressebericht nicht auf der Strecke. So konnten die Musiker neue Kontakte und Freundschaften zu anderen Spielleuten knüpfen und sogar Doppelgänger ausfindig machen. Gemeinsam feierten sie den Pfifferdaj, wie es sich unter Spielleuten gehört bis in die Nacht.

    Die Rückfahrt am Montag führte die Musiker über Straßburg. Bei einer Stadtrundfahrt auf dem Schiff erhielten die Hofheimer viele Informationen über die Stadt und ihre Geschichte. Aber auch zu Fuß erkundeten die Spielleute die Stadt. Sie bestiegen auch das Münster und wurden mit einer tollen Aussicht belohnt.

    Bearbeitet von Markus Erhard

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