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    LANDKREIS BAMBERG

    Höherer Stellenwert für das „Qualitätsprodukt Bier“

    Reinheitsgebot
    Bier gehört in Bamberg zum Kulturgut, ähnlich wie in anderen Regionen der Wein. Foto: Peter Kneffel, dpa

    Im Landkreis Bamberg soll ein „Internationales Bierzulturzentrum“ entstehen. Nun haben die beteiligten Stellen in Baunach ihr Konzept für die Einrichtung der Öffentlichkeit vorgestellt, wie das Landratsamt Bamberg in einer Pressemitteilung berichtet.

    „Was anderenorts der Wein ist, ist bei uns das Bier – ein seit Jahrhunderten bekanntes und beliebtes Genussmittel“, sagte der Bamberger Landrat Johann Kalb. Weinregionen hätten längst verstanden, „den Wein als qualitativ hochwertiges Produkt in angenehmer Atmosphäre zu vermarkten“. Es sei höchste Zeit, einen Ort zu schaffen, um dem „Qualitätsprodukt Bier“ den gleichen Stellenwert einzuräumen.

    „Erfreulich ist, dass dieses über Leader geförderte Projekt innerhalb nur eines Jahres nun erfolgreich abgeschlossen werden konnte“, sagte Ekkehard Eisenhut, der für die LAG-Region Bamberg zuständige Leader-Koordinator.

    „Das Thema ,Bier‘ in all seinen Facetten hat für den fränkischen Tourismus einen hohen Stellenwert“, ergänzt Angelika Schäffer, Geschäftsführerin des Tourismusverbandes Franken. „Mit dem Bierkulturzentrum wird ein touristisches Leuchtturmprojekt mit Ausstrahlung auf die gesamte Region realisiert“.

    Höchste Brauereidichte

    Landrat Kalb berichtete, der Landkreis Bamberg weise mit rund 65 Brauereien die höchste Privatbrauereidichte weltweit auf. Hinzu kommen zehn aus der Stadt Bamberg. Die Region habe beim Thema Bier damit eine weit über nationale Grenzen hinausreichende Strahlkraft. „Es ist den vielen privaten Brauereien zu verdanken, dass die regionale Produktvielfalt und Brautradition aus der Vergangenheit für die Gegenwart erhalten werden konnten und heute noch immer authentisch, spürbar und vor allem erlebbar ist“, sagte der Landrat.

    Ziel des „Bierkulturzentrums“ – bei dem Namen handelt es sich noch um einen Arbeitstitel – sei der Erhalt und die Stärkung einer authentischen Bierkultur sowie die Entwicklung und Förderung von Brauinnovationen.

    Erstellt wurde das Konzept durch das Beratungsunternehmen Drees & Sommer (Nürnberg) und seine Kooperationspartner SD Group (Berlin) und Ranger Design (Stuttgart). Die Wirtschaftsförderung am Landratsamt begleitete die Planung federführend. Die Standortwahl ist derzeit noch offen.

    Wichtiger Wirtschaftsfaktor

    Die Bierkultur sei für die Region ein wichtiger direkter und indirekter Wirtschaftsfaktor und diene unter anderem zur Sicherung und Schaffung von Arbeitsplätzen in Brauereien, Ernährungsbranche, Gastronomie und Tourismus, sagte Inge Werb, Leiterin der Wirtschaftsförderung Landkreis Bamberg.

    Georg Rittmayer, Präsident des Vereins „Private Brauereien Bayern“ ergänzt: „Bier ist mehr als nur ein Genussmittel. Bier ist gelebte Tradition und Teil unserer jahrhundertelangen Kultur.“

    Wesentlicher Bestandteil für die Konzepterstellung war der Austausch mit Vertretern und Experten aus Verbänden, Vereinen, der Wirtschaft auf Landes- und Regionalebene sowie den Forschungseinrichtungen.

    Professor Rupert Gramß von der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf meint: „Ich persönlich sehe die einmalige Chance, eine Verknüpfung zwischen Forschung und Entwicklung, Bildung und Wissenschaft innerhalb der Brauerbranche zu erreichen und mit neuen Produkt- und Vermarktungsideen das Thema Bier und Bierkultur nachhaltig zu profilieren.“

    Zahlreiche Initiativen

    Und auch die Brauer selbst wurden als potenzielle Projektpartner frühzeitig im Rahmen von Expertengesprächen und Workshops in die Konzepterstellung aktiv mit eingebunden. „Ich freue mich, dass die ersten Konzeptideen, die wir Brauer gemeinsam mit den anderen Teilnehmern im Rahmen der Workshops diskutiert haben, bereits in dieses Konzept eingeflossen sind und konkretisiert wurden“, so David Hertl von der Braumanufaktur Hertl in Thüngfeld.

    Landrat Kalb berichtet, bereits seit der Bekanntgabe der Idee seien zahlreiche Initiativen und Projekte entstanden, wie beispielsweise das das Landkreisbier „36 Kreisla“, ein „Bierkochbuch“ mit über 200 Rezepten, ein Bierkulturfest in Memmelsdorf oder in Litzendorf neben den seit mittlerweile 40 Jahren etablierten Schammelsdorfer Biertagen der 13-Brauereien-Weg, der Biermarathon in der Fränkischen Toskana und ein eigenes Bier. (pes)

    Landrat Johann Kalb (links), Inge Werb, Leiterin des Fachbereichs Wirtschaftsförderung) und Thomas Reichert, der am Landratsamt Bamberg für den Bereich Tourismus zuständig ist, sprechen über das Konzept für das Bierkulturzentrum. Foto: Rudolf Mader

    Bearbeitet von Peter Schmieder

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