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    Hofheim

    Hofheim: Darum hat sich die Stadt so prächtig entwickelt

    Bürgermeister Wolfgang Borst ging - wie im Rahmen der Kirchweih üblich - auch heuer auf die jüngsten Entwicklungen der Stadt ein. Foto: Jochen Reitwiesner

    Wolfgang Borst (CSU) griff bei seiner "Kirchweihrede" zuallererst das wichtigste Thema für die Hofheimer City auf, die kurz nach der Kirchweih startende Sanierung der Landgerichtsstraße und der Grünen Marktstraße. Das geschehe bewusst erst nach den Feierlichkeiten, berichtete das Stadtoberhaupt, "obwohl wir dadurch sechs Wochen Verzögerung haben". Allerdings wär es aus seiner Sicht alles andere als sinnvoll gewesen, inmitten einer Baustelle zu feiern - auch wenn der Dienstag als "Baustellenparty Teil zwei" vom Werbering ausgerufen war. So könne auf einer wunderbaren Partymeile gefeiert werden, meinte Borst mit Blick auf die bereits sanierte Hauptstraße.

    Und die gilt für ihn als großes Vorbild, denn das, was sich dem geneigten Betrachter jetzt präsentiert, sei ein echtes Aushängeschild geworden. Und wenn die Landgerichtsstraße und die Grüne Marktstraße nach Abschluss der Arbeiten ähnlich erscheinen, werden sich die Entbehrungen der kommenden Wochen und Monate gelohnt haben, ist sich der Bürgermeister sicher.

    Für Gegenverkehr geeigneter Bürgersteig

    Denn er vergaß es in seiner Ansprache nicht, seine Bürger auf die Entbehrungen und Einschränkungen bis dahin einzuschwören. "Das wird euch nochmals Einiges abverlangen", kündigte Borst in Hinblick auf die Sperrungen an, die Hofheim im nächsten Vierteljahr beherrschen werden. Denn das, was in dem Bereich ansteht, sind keine Kleinigkeiten. Das wurde den Zuhörern deutlich, als der Bürgermeister aufzählte, was alles passieren wird. Das wären auf der einen Seite im Untergrund neue Versorgungsleitungen für Wasser und Abwasser sowie Speedpipes, die dafür sorgen sollen, dass überall schnelles Internet bis ins Haus kommt. Ist das erledigt, geht es ans Sichtbare. Die beiden Straßen werden erneuert, die Gewege werden breiter - durchgehend mindestens 1,50 Meter, damit selbst der "Begegnungsverkehr" mit Kinderwagen oder Rollatoren jederzeit möglich ist - obwohl der eine oder andere Haus- oder Geschäftseingang Stufen bis auf den Gehweg hat.

    Veränderungen gibt es natürlich auch für die Autofahrer. Die bekommen mehr Parkplätze, "das ist in der Innenstadt extrem wichtig", betonte Borst. Dafür wird die Verkehrsführung aber auch geändert. Die Landgerichtstraße wird - ab dem Café Finger - ebenso wie die Grüne Marktstraße - künftig zur Einbahnstraße. "Das wird sich einspielen", ist sich Borst sicher, denn die Vorteile überwiegen für ihn. "Das wird ein Vierteljahr mit Beeinträchtigungen", sagte der Politiker, rief aber zum Durchhalten auf. "Denn wenn das Ergebnis so wird wie hier", ließ er seinen Blick erneut über die Hauptstraße schweifen, "haben wir über viele Jahrzehnte Ruhe und eine tolle, zukunftsfähige Innenstadt". In der dann natürlich auch Schnellladestationen für Elektrofahrzeuge geben wird, fügte er hinzu.

    Im Rathaus spielt aber nicht nur die Innenstadt eine große Rolle. Bürgermeister Wolfgang Borst sprach beispielsweise auch das neue Baugebiet "Lendershäuser Straße" an, das kurz vor der Vollendung stehe. "Da haben wir viele Interessenten, bald wird dort intensiv gebaut."

    Dass vor zwei Jahren in Hofheim "außerordentlich viele Kinder" geboren wurden, hebelte die Langzeitprognose für die Kindergärten aus den Angeln. Deswegen wird eine neue Gruppe in Hofheim geschaffen, die in einem Container untergebracht wird. Ab Dezember soll der bezugsfertig sein.

    Kläranlage bereitet der Stadt Sorgen

    Sorgen breitet dem Stadtrat die drei Jahrzehnte alte Kläranlage, eine Sanierung sei unumgänglich. "Die wird zukunftssicher ausgebaut", sagte Borst, denn "wir wollen Energie durch die Faulgase gewinnen". Und das komme langfristig dem Geldbeutel der Hofheimer zu Gute, denn das erklärte ziel ist es, den Energiebedarf durch die Eigenproduktion zu decken. Das würde sich in den Gebühren positiv bemerkbar machen.

    Der lang gehegte Wunsch, eine Fußgänger-Querungshilfe auf der mit durchschnittlich 6000 Fahrzeugen stark belasteten Ringstraße zum Friedhof zu bauen, könne ebenfalls in naher Zukunft in Erfüllung gehen. Mit dem Staatlichen Bauamt sei nach zähen Verhandlungen Einigkeit erzielt worden, es gibt einen finanziellen Zuschuss von 80 Prozent - sogar für den neu zu schaffenden Friedhofseingang.

    Positives Pendlersaldo und deutlicher Schuldenabbau

    Rückblickend auf die vergangenen zehn Jahre, schloss Bürgermeister Wolfgang Borst, habe sich Hofheim prächtig entwickelt. "Wir hatten einen negativen Pendlersaldo von 150", erinnerte er sich. Jetzt sei das komplett anders, es gebe aktuell rund 200 Arbeitsplätze, die von Auswärtigen besetzt werden müssen. Es kommen immer mehr Menschen nach Hofheim, der Wanderungssaldo habe sich von minus 60 auf plus 75 gesteigert. Positiv haben sich laut Borst auch die Finanzen entwickelt, der Schuldenstand sank von 6,4 auf 4,3 Millionen Euro. Und in Sachen Tourismus toppe Hofheim mit aktuell rund 30 000 Übernachtungen pro Jahr (11 500 waren es vor zehn Jahren) sogar die Kreisstadt Haßfurt.

    Wolfgang Borst sieht seine Stadt "sehr gut aufgestellt", was auch an Industrie, Handwerk und dem Mittelstand liege: "Wir sind auf einem guten Weg". Der werde jetzt auch mit der Kirchweih beschritten. Da hob er besonders den Werbering und den Fanfaren- und Spielmannszug heraus, die "sorgen dafür, dass in Hofheim was los ist".

    Die Hofheimer Kirchweih läuft noch bis einschließlich Montag, der Höhepunkt wird das Wochenende sein - mit der großen Verlosung nach dem verkaufsoffenen Sonntag um 17 Uhr in der Hauptstraße.

    Deutlich mehr Gäste als beim Startschuss am Montag fanden sich am Dienstag in der Hauptstraße ein. Foto: Jochen Reitwiesner
    "Josi und Micha" unterhielten die Hofheimer und ihre Besucher mit musikalischen Evergreens. Foto: Jochen Reitwiesner

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