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    HASSFURT

    Hotel in Eltmann um über 1000 Euro geprellt

    Um der Obdachlosigkeit zu entgehen, hat ein 38-jähriger Maler aus dem Maintal vom 3. Dezember bis 17. Dezember 2017 in einem Hotel in Eltmann eingecheckt. Gezahlt hat er nur für zwei Tage. Den Rest der Hotelrechnung in Höhe von 1091,50 Euro inklusive der geplünderten Minibar blieb er bis heute schuldig.

    Am Mittwoch musste er sich deswegen am Amtsgericht verantworten, das ihn wegen Betrugs zu einer Freiheitsstrafe von vier Monaten verurteilte, die das Gericht für drei Jahre zur Bewährung aussetzte.

    Vor Gericht legte der Angeklagte über seinen Verteidiger Christian Barthelmes ein Geständnis ab. Er sei damals drogenabhängig gewesen und nur wenige Tage später, am 23. Dezember 2017, wegen Depressionen stationär in der Psychiatrie im Bezirkskrankenhaus Werneck aufgenommen worden. Nachdem er entlassen worden war, habe er eine Geldstrafe in einer Haftanstalt abgesessen.

    Die beiden Aufenthalte in Werneck und der JVA hätten eine heilende Wirkung gehabt. Denn nun sei er abstinent und er habe das damalige Tohuwabohu hinter sich gelassen. Er beziehe Hartz IV und wolle wieder arbeiten. „Ich habe viel Zeit zum Nachdenken gehabt“, fügte der Angeklagte selbst hinzu.

    Mit Humor nahm die Hotelbetreiberin die Tat. Sie lachte im Zeugenstand und sagte gleichzeitig aus, dass ihr säumiger Gast bis heute nichts zurückgezahlt habe. Es handelt sich nicht um die erste Straftat des geschiedenen Vaters. Fünf Einträge stehen in seinem Sündenregister, unter anderem wegen gefährlicher Körperverletzung, Hausfriedensbruch, Beleidigung und Nötigung.

    Der Staatsanwalt beantragte daher eine Bewährungsstrafe von acht Monaten plus 600 Euro Geldauflage. Verteidiger Barthelmes führte die besonderen damaligen Umstände, in denen sein Mandant lebte, ins Feld. Der sei damals „mit dem Leben überfordert“ und „reif gewesen, von der Straße genommen zu werden“. Daher müsse man nicht „die Keule der Freiheitsstrafe“ auspacken, sondern es sei mit einer Geldstrafe von 60 Tagessätzen zu zehn Euro getan, meinte der Anwalt.

    Doch eine Geldstrafe kam für die Vorsitzende Richterin Ilona Conver wegen der Vorahndungen nicht mehr in Frage. Sie verhängte eine Bewährungsstrafe, jedoch ohne Geldauflage für den finanziell klammen Hartz-IV-Empfänger. Als Bewährungsauflage muss der Verurteilte die offene Hotelrechnung begleichen. Die Vorsitzende kennt den Angeklagten bereits aus vorhergehenden Prozessen. Er mache durch die Abstinenz einen völlig anderen Eindruck als noch vor drei Jahren, lobte sie den Handwerker, dem sie abschließend empfahl, möglichst schnell wieder Arbeit zu finden, um in ein geregeltes Leben zurückzufinden.

    Der Angeklagte und der Staatsanwalt akzeptierten das Urteil, das somit noch im Gerichtssaal rechtskräftig wurde. (msch)

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