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    KREIS HASSBERGE

    "Ich bin der Anwalt meiner Region"

    „Nur wenn du deine Heimat wirklich kennst, kannst du dich erfolgreich für sie einsetzen und vertrauensvoll mit den Menschen zusammenarbeiten“, stellt der Stimmkreisabgeordnete Steffen Vogel fest, der am 14. Oktober sein 2013 gewonnenes Direktmandat im Stimmkreis Haßberge/Rhön-Grabfeld für die CSU verteidigen will.

    Und Vogel kennt seinen Stimmkreis. Vor fünf Jahren hat der Haßbergler jede einzelne Ortschaft in dem für ihn neuen „Hoheitsgebiet“ Rhön-Grabfeld besucht, um im Wahlkampf nicht einen weißen Flecken auf seiner politischen Landkarte zurückzulassen. Diesmal stattet er zumindest jeder Gemeinde zwischen Stockheim und Eltmann einen Besuch ab. Das ist Wahlwerbung in eigener Sache, aber auch Vogels Verständnis als Volksvertreter: „Ich fühle mich als Anwalt meiner Region, dazu muss ich aber auch wissen, wo die Probleme liegen.“ Heute kennt Vogel jedes Dorf, jeden Bürgermeister in seinem von der Fläche her riesenhaften Stimmkreis mit über 110 000 Wahlberechtigten.

    Entscheidendes für die Heimat bewegt

    Zwar ist sich der Jurist und Politikwissenschaftler bewusst, dass ein Abgeordneter in erster Linie dem ganzen Land verpflichtet ist. Doch Vogel macht geltend, dass er in der vergangenen Legislaturperiode an entscheidender Stelle auch zum Nutzen seiner heimatlichen Gefilde mitwirken konnte: Das Mitglied im Arbeits- und Sozialausschuss verbucht es als seinen Erfolg, einen bestehenden Landtagsbeschluss gekippt und damit zu einer besseren Förderung der Kindertagesstätten im Freistaat geführt zu haben. Das bedeute für Rhön-Grabfeld und Haßberge auf Dauer ein Plus von mindestens je 800 000 Euro im Jahr für die Betriebskosten.

    Im Ausschuss für Gesundheit und Pflege habe er sich dafür stark gemacht, dass Bayern den bundesweit einzigartigen Weg geht, bei Krankenhäusern nicht nur Investitionen, sondern auch die Betriebskosten zu bezuschussen. „So kann die Geburtshilfe in Haßfurt erhalten bleiben“, erklärt er. Und unter seinem maßgeblichen Einfluss habe die Caritas Rhön-Grabfeld mit dem Bau ihres Pflegeübungszentrum in Mellrichstadt beginnen können. Und dann sei da ja noch die Behördenverlagerung gewesen: „In Unterfranken ist die Hälfte der verlagerten Arbeitsplätze in meinen Stimmkreis gekommen, nach Ebern, Bad Königshofen und Neustadt“, verkündet der CSU-Politiker stolz.

    Sozial- und Gesundheitspolitiker

    Falls Vogel sein Direktmandat verteidigt, woran kein politischer Beobachter ernsthaft zweifelt, möchte er weiterhin den Schwerpunkt auf Sozial- und Gesundheitspolitik legen – auch weil er von dem Satz überzeugt ist, dass sich die Stärke einer Gesellschaft an ihrem Umgang mit den Schwachen ablesen lässt. Er will sich für weitere Verbesserungen bei den Kindertagesstätten verwenden. Und dem Haus- und Fachärztemangel auf dem Lande begegnen. „Der Wohnort darf nicht über die Qualität der medizinischen Versorgung entscheiden“, denkt er wiederum vor allem an die Menschen außerhalb der starken Ballungszentren.

    Er habe noch viele weitere Ziele, meint Vogel, aber es sei ihm vor allem wichtig darauf hinzuweisen, welch enormer Arbeitsaufwand es sei, sich um die Belange der Kommunen und ihrer Bürger zu kümmern. Zum Beweis zieht der 44-Jährige im Gespräch mit dieser Redaktion ein einzelnes Bürgeranliegen aus der Tasche, das zu einem Aktenordner von gut und gerne 100 Seiten angewachsen ist. Mit mehreren Hundert derartiger Vorgänge habe er es als Landtagsabgeordneter inzwischen zu tun gehabt – „es kann sich ja jeder an mich wenden.“ Und so sei Politik in erster Linie harte Sacharbeit, und keine Angelegenheit einseitiger Parolen.

    Unglückliche Seehofer-Äußerung

    Das ist ein Seitenhieb auf die AfD und ihre Konzentration auf das Flüchtlingsthema. Von der Region habe die AfD keine Ahnung, geschweige denn, dass sie sich für sie einsetze, hat Vogel beobachtet. Aber hat nicht gerade sein Parteischef die Migration als Mutter aller Probleme bezeichnet? „Diese Seehofer-Äußerung war äußerst unglücklich, Politik lässt sich nicht auf ein Problem reduzieren“, distanziert sich Vogel vom derzeitigen Bundesinnenminister.

    Daraus, dass er selbst Fan und Freund von Markus Söder ist, der auch bei einem schlechten Wahlergebnis nicht zur Diskussion stehe, hat er nie einen Hehl gemacht. Ob das für ihm im Oktober einen Karrieresprung bedeuten könnte? „Erst einmal muss ich gewählt werden“, lässt Steffen Vogel hier keinerlei Spekulationen zu.

    Steckbrief

    Name: Steffen Vogel

    Alter: 44

    Wohnort: Obertheres

    In der Partei engagiert seit: 1993

    Ausbildung/beruflicher Werdegang: Studium der Rechts- und Politikwissenschaften. Arbeit als Rechtsanwalt

    Familienstand/Kinder: verheiratet, drei Kinder

    Soziale Medien: privates Facebookprofil, eigene Homepage: www.steffen-vogel@aol.com

    Ehrenämter: Kindergartenvorstand Obertheres, Justitiar des BRK-Kreisverbandes Haßberge, Mitglied im Caritas-Rat, Stellvertretender Kreisvorsitzender des Bayerischen Jagdverbandes Haßberge.

    Hobbys: die Familie, Natur und Sport

    Schwerpunkt der politischen Arbeit: Sozialpolitik, insbesondere Kindertagesstätten, die medizinische Versorgung im ländlichen Raum und die Stärkung des Ehrenamtes.

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