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    HAßFURT

    Im Bus nach Frankreich: Musikantenwallfahrt führt zu Freunden

    Die Haßfurter Musikantenwallfahrer während des Konzerts in der Kirche von Pierrelatte. Foto: Stefan Hornung

    Die Musikantenwallfahrer sind eine private Gemeinschaft aktiver Musiker aus den Musikkapellen der Stadt Haßfurt und ihrer Stadtteile und der katholischen Pfarreiengemeinschaft Haßfurt. Die Wallfahrten haben zum Ziel, Musiker des Stadtkreises und der Pfarreiengemeinschaft zusammenzuführen. Auch Partnerschaften der Stadt Haßfurt und des Landkreises Haßberge sollen unterstrichen werden, geht aus einer Pressemitteilung hervor. Alle zwei bis drei Jahre führt ein Projekt als musikalische Reisen in fremde Länder und Städte.

    Die Idee zu den Musikantenwallfahrten hatte Georg Hiernickel im Jahr 2012 und stieß auf offene Ohren. Nach einjähriger Planung führte die erste Musikantenwallfahrt nach Rom. Ende Oktober führte der Weg der Musikantenwallfahrer nach Frankreich, in den Tricastin. Das Fazit Hiernickels: „Es war ein wunderbares und unvergessliches Erlebnis.“

    Zwischenziel Frühmesse

    Einen großen Anteil dabei hatten Oli Fesser, dessen Frau Karin und Ingrid Fächer vom Freundeskreis Haßberge-Tricastin. In der Nacht auf Samstag ging im Bus los. Für den frühen Samstagmorgen hatten sich die Wallfahrer ein Zwischenziel gesetzt: eine Frühmesse spielen beim Pfarrer in Ars sur Formand, nordöstlich von Lions. Dies wurde knapp geschafft und die Musiker bauten in der Kirche von Ars ihre Instrumente auf. Alexander Klopf, der Freund der Gemeinschaft, der derzeit mit seiner Frau im Wallfahrtsort Taizé Pilger betreut, hatte die Begegnung in Ars sur Formand organisiert und geleitete die 23 Blasmusikern und 28 Begleitpersonen plus Busfahrer in die Kirche.

    Im Tricastin kamen die Wallfahrer wohlbehalten an. Als Quartier diente ein renoviertes mittelalterliches Gut am Rande von Drome und Nord-Provence. Nachmittags besichtigten die Wallfahrer die größte Krokodilfarm Europas in Pierrelatte. Im Anschluss folgte ein offizieller Empfang der Stadt Pierrelatte, den die Wallfahrer musikalisch untermalten. Am Abend gab es ein Menü.

    Am Sonntag fuhren die Haßfurter Musiker nach einem musikalisch begleiteten Morgengebet unter einem Baum im Freien an die Ardeche, einen Fluss, wo ein einmaliges Museum besichtigt wurde: eine steinzeitliche Höhle mit Höhlenmalereien. Die Höhle wurde 1:1 nachgebildet. Die Besucher fühlten sich Zehntausende Jahre zurückversetzt, heißt es im Bericht der Musikantenwallfahrer.

    Am Abend gab es Konzert des Wallfahrerorchesters zusammen mit dem Orchester der Stadt Pierrelatte, „Echo du Roc“, in der Kirche von Pierrelatte, mit kirchlichen und weltlichen Stücken. Haßfurts Bürgermeister Günther Werner war mit dem Flieger extra für dieses Ereignis angereist, um das Zeichen für die Freundschaft zwischen Pierrelatte und Haßfurt nochmals zu unterstreichen. Auch der Bürgermeister von Pierrelatte, Alain Gallu, und die Präsidentin des Departements, Marie-Pierre Mouton, waren gekommen. Beide Bürgermeisterr und Organisator Hiernickel betonten die Bedeutung dieser Begegnung als wichtigen Baustein für die deutsch-französische Freundschaft und die Freundschaft zwischen Haßfurt und Pierrelatte im Besonderen.

    Landschloss und Weinprobe

    Am Montag machte sintflutartiger Regen einen Besuch in Avignon unvergesslich. Tags darauf hatte sich das Wetter gebessert, als eine Wanderung und eine Weinprobe in einem ehemaligen Landschloss auf dem Programm stand. Nachdem man bei guter Witterung und leichtem Sonnenschein in spätsommerlich duftender Natur gestartet war, kam man am Nordhang einer Bergkette in Schnee.

    „Eine Musikantenwallfahrt mit einem vielseitigen Programm kam nun langsam ihrem Ende entgegen“, heißt es in dem Reisebericht der Musikantenwallfahrer. Mittwochs um 5 Uhr starteten die Pilger wieder Richtung Heimat – mit starken Eindrücken und guten Erinnerungen im Gepäck.

    „Für jeden Einzelnen war ein Stück Lebensweg auch Pilgerweg geworden, auf der Suche nach neuen Erfahrungen und sich selbst“, meint Georg Hiernickel. Und: „Getragen wurde dieser Weg durch die Gemeinschaft der Musiker und die Musik selbst. Denn: Musik verbindet!“

    Die Musiker hätten Tage erlebt, „die uns menschlich und körperlich vor starke Herausforderungen stellten, insbesondere wegen des Wetters“, stellt er fest. Doch sie hätten diese Herausforderungen in respektvollem und höflichem Umgang miteinander gemeinsam gemeistert. Die Schnelleren und Stärkeren hätten stets auf die Langsameren und Schwächeren gewartet. „Dies ist Ausdruck einer starken Verbundenheit“, stellt Hiernickel zufrieden fest und dankt hierfür allen Musikantenwallfahrern und auch den Vertretern des Freundeskreises Haßberge-Tricastin für deren Unterstützung bei Planung und Durchführung der Wallfahrt.

    Im Zyklus der bisherigen Wallfahrten zeichne sich eine Fahrtroute ab, die an ein Kreuz erinner: Rom im Süden, Krakau im Osten, Pierrelatte im Westen. „Mal sehen was als Nächstes kommt“, erklärt der Organisator.

    Das Nachtreffen der Musikantenwallfahrer ist am Montag, 7. Januar, um 19.30 Uhr im Pfarrsaal der Pfarrei St. Kilian in Haßfurt (Wallfahrer-Shirt tragen!).

    Die Wanderung in den Bergen des Drome führte die Musikantenwallfahrer auch in Schnee. Foto: Stefan Hornung

    Bearbeitet von Michael Mößlein

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