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    RÜGHEIM

    Italienisches Feuer, italienischer Charme im Schüttbau Rügheim

    Das Ensemble „I Liguriani” heizte mit Stücken aus ihrer italienischen Heimat dem Publikum im Schüttbau in Rügheim ein. Foto: Gudrun Klopf

    Der Funke sprang rasch über, schon nach wenigen Takten wippten die Füße des Publikums zu den flotten Rhythmen und feurigen Melodien. Das italienische Folkloreensemble „I Liguriani“ riss mit unbändiger Musizierfreude die Zuhörer im Rügheimer Schüttbau mit und wurde immer wieder mit begeisterten Bravorufen und kräftigem Applaus bedacht.

    Das sympathische Quintett widmet sich mit Hingabe der traditionellen Musik seiner Heimat Ligurien. Die Region im Nordwesten Italiens wird nach Norden hin begrenzt durch die Bergketten der Alpen und des Apennins. Im Westen erstreckt sich Ligurien bis Frankreich und der Côte d‘Azur. Zerklüftete Steilküste, paradiesische Sandbuchten, romantische Fischerorte.

    Ansteckende Spielfreude

    Eine Küstenregion, wie geschaffen für Balladen, wilde Tänze und sinnliche Weisen. Zu den traditionellen ligurischen Stücken gesellen sich Klänge aus anderen Kulturen: Mazurken, Sbrandi, Monferrine aus dem Piemont, ebenso wie französische, irische und schottische Walzer. Mit Charme und ansteckender Spielfreude dargeboten von den virtuos auf ihren Instrumenten agierenden Musikern.

    Kaum konnte man der abenteuerlichen Geschwindigkeit, mit der sich Michel Balattis Finger auf der Traversflöte bewegten, folgen. In Sachen Fingerakrobatik stand ihm Filippo Gambetta am Knopfakkordeon in nichts nach. Auf der Gitarre hielt Claudio De Angeli das rasante Tempo mit. Fabio Rinaudo, ein europaweit bekannter Dudelsackvirtuose, begeisterte das Publikum mit seinem Können. Seine jazzigen Eigenkompositionen, die den einzelnen Musikern Gelegenheit bot, mit Solis zu glänzen, bereicherten das Konzert mit ganz besonderen Glanzpunkten.

    In die Herzen der Zuhörer

    Die lieferte auch Sängerin Laura Torterolo, die kurzfristig für den erkrankten Sänger und Geiger der Gruppe, Fabio Biale eingesprungen war. Mal temperamentvoll, mal melancholisch, berührte sie mit ihrem klaren und wunderbar warmen Sopran in die Herzen der Zuhörer.

    Neben der Musik bezauberte das Ensemble mit einer gehörigen Portion italienischem Charme. Mit einem Kauderwelsch aus Italienisch, Englisch und vereinzelten Brocken Deutsch, versuchten die Musiker dem amüsierten Publikum, die Geschichten der Lieder nahezubringen. „Molto triste, very sad“, seien die Texte, die vermutlich alle von Frauen geschrieben seien. Die im Gegensatz dazu heitere Musik stamme dagegen sicherlich von Männern, mutmaßten die Musiker.

    Spannende Geschichten, mitreißende Musik, einnehmende Musiker – ein rundum gelungener Konzertabend. Keine Frage, dass das Publikum mit stehenden Ovationen nach mehr verlangte.

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