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    Haßfurt

    Jesus und die Sailershäuser Weltsensation

    Kurz vor Sailershausen, an der Verbindungsstraße nach Haßfurt, steht dieses nur auf den ersten Blick gewöhnliche Feldkreuz. Denn wer es genauer betrachtet, entdeckt eine Besonderheit, die weltweit vielleicht sogar einmalig ist.
    Kurz vor Sailershausen, an der Verbindungsstraße nach Haßfurt, steht dieses nur auf den ersten Blick gewöhnliche Feldkreuz. Denn wer es genauer betrachtet, entdeckt eine Besonderheit, die weltweit vielleicht sogar einmalig ist. Foto: René Ruprecht

    Mir sinn in unnern schönna Haßbergkreis. Wenn ä bissla mehr wie die Hälft vo unnern Kreis im Steigerwald liechert, dann wär des der Steigerwaldkreis, aber es war damals, bei der Gebietsreform, wie bei einer Wahl, die absolute Mehrheit hat entschieden. Mitten durch unnern schönna Kreis gehen die allerschnellsten Verkehrswege. Mer kann mit’n Auto fahr, mer kann Eisenbahn fahr, mer kann Rad fahr, mer kann mit Flussschiffli schwimm und mer kann sogar durch die Luft fliech. Weil mir aber alla mindestens hunnert Jahr alt wer‘ wolln, laffm mir aa viel.

    Auf an wächng Waach

    Auf än wächng Waach laffm zwä Mädli vo Stessfald (Steinsfeld) aus, än Mee nauf, nach Ostn zu. Nach ä paar Kilometer traffm sa zwaa Madla, die nei die gleich Richtung an Maa entlang auf an waachng Wäch nach Staabach (Steinbach) zu laffm.

    Schönna junga Mädli sinds aber mer gläbts net: Die eena hamm brääta Bee und die annera hamm braata Baa und trotzdem wohna sa im gleichen Landkreis, im Haßbergkreis. Aa wenn sa verschiedena Sprachng hamm, so liebm sa doch ihrn Landkreis mit seiner schönna Schlösser und Burgen, mit dem herrlichng Fluss, der wo zwää Nama hat, ämal Mee und amal Maa. Und sie sinn begeistert von der wunderschönna Landschaft vo Steigerwald und Hassberge. Von die herrlichen Kirchen und Kapelln gar net zu redn.

    „Ach“, secht die ee, „wenn ihr da untn bei uns die schönna Kirchng seht, dann wollt ihr gar nix mehr nauf zu euch nei die Kerng, oder? In Theres, in Stessfald, in Buch, in Wülflinga, ee Kirch schönner wie die anner. In Wonfurt hammer ä runda, mittn im Dorf. Bloß die Eschenauer, die hamm die Kirch net im Dorf gelassn, die hammsa naus auf än Hügela gebaut. Wallfahrtskirchng sinn aa derbei, in Greßhausen iss ä ganz besonders schönna und die viela Käppeli aufm Feld.“

    „Moment ämal“, meld sich aans vo die Maadla zu Wort, „es Zeiler Kappela iss ja wohl es besta Wallfahrstkirchla überhaupt mit gleich ä Wallfahrtswirtschaft näbmdran. Halt, breits hätt ich jetzt die Wallfahrtskirche in Maria Limbach vergessn, wo schon der Balthasar Neumann gebaut hat. In Limbach hat der seinerzeit geübt und dann hat er Vierzehnheiligen gebaut.“

    „Na und? Schließich gibt’s hinter Hofheim naus, auf Ostn zu die Heilicha Länder.“  „Hofheim, war des net selber ämal ä Kreisstadt?“ „Freiich, die hamm sogar än eigene Bahnhof und än eichena Zug ghabt. Des iss jetzt bloß noch ä Radweg. Een Zug hammsa noch, des iss aber ä Fanfarenzug.“ „Des soll die ganz Kultur sei? Ä Fanfarenzug?“ „Nä, nä, die Hofheimer hamm viel Kultur und zwar in Rügheim im Schüttbau. Dort find die Kultur vom Haßbergkreis statt. Für Weitblick iss aa gsorgt in Hofheim, da muss mer nauf die Schwedenschanz aufm Aussichtsturm. Vo dort kannsta bis noch München guck, aber bloß bei schönna Wetter sichsta die Frauenkirch.“

    Is des aa ä Kirch

    „Habt ihr in der Kreisstadt, in Haßfurt, eigentlich aa ä Kirch?“ „Freilich, mir hamm drei grossa, zum Beispiel die Ritterkapelln und ä paar klenna hammer aa.“ „Und wella iss die  schönst?“ „Alla sinnsa schö, aber die wichtigst iss die Göttlich Hilf“ „Iss des aa ä Kirch?“ „Ja freilich. Die Göttlich Hilf war früher ä Feldkapelln zwischer Felder und Wiesen, heut liecht sa mitten in der Stadt, da kannsta die Göttlich Hilf immer brauch.“

    „Aber die allerälteste Kirch iss in Obermerzbach, gleich hinter Ebern übern Berg drübm. Da hammsa noch net ämal elektrischen Strom drin.“ „Gell Ebern ghört aa zum Haßbergkreis?“ „Grad noch. Da hats ämal än Haufm Soldaten gääm, des hässt gläb ich Kompanie. Jetzt hammsa bloß noch än Haufm Kaserna und da hammsa jetzt Wirtshäuser neigebaut.“

    „Habt ihr eigentlich scho unner schönna Schlösser gsehn? In Oberschwappach, oder die Bettenburg, oder in Wonfurt, in Burgpreppach oder in Theres, da sinn gleich zwä Schlösser näberänanner.“ „An die Türn? Türschlösser?“ „Nä, nä, echta schönna, grossa Schlösser, zum Teil sogar noch bewohnt. Und richticha Ritterburgen hammer fei aa. In Königsberg zum Beispiel, da hat sogar scho der Barbarossa….“ „Was? Der Barbarossa war scho in Königsberg?“

    „Na freilich. Und der Martin Luther und der Tilly und der Wallenstein und der Goethe, halt, der war gläb ich noch net da, aber der wird scho noch kumma.“ „Die berühmta Leut, aa der Regio Montanus, die warn alla scho in Königsberg und sinn auf der Burg eigekehrt?“ „Na klar, und weils so kalt war damals, im dreißigjährigen Krieg, hamm sa nacher die Stadt angezündt. Die Burg net, drum kannsta immer noch da drobm eikehr.“

    „Sach ämal“, freecht eens vo die Stessfelder Mädli die Staabacher Maadla, „habt ihr am obern Mee aa Schlösser oder Burgen?“ „Na freilich, die Wallburg in Eltmann zum Beispiel, aber da steht bloß noch der Turm und zu den sachng die Leut Krautstücht.“ „Een Turm habter bloß noch?“ „Naa, naa, In Untermerzbach, in Kirchlauter, in Weisenbrunn und, und, und. Schlösser hamm mir genug.  Aa in Gleisenau iss ä schönns Schloss und gleich drei super Wirtschaftn nämdran.“

    „Net schlecht. Da gibt’s bestimmt guta Schoppm, oder?“ „Naa, naa, mir trinkng mehr guts Bier.“ „Na freilich, jetzt fällt mers wieder ei. In Zeil, des iss ungfähr die Mittn vom Landkreis, da wo aus die Mädli Maadla wern, da iss eine Getränkescheide. Da fängt es guta Bier langsam an aufzuhörn und da fängt der gute Wein langsam an.“ „Also da kriegsta sowohl scho gutn Wein und aber aa noch guts Bier. Und was iss denn mit Haßfurt, der Kreisstadt? Was kriegsta denn da?“

    „Haßfurt, des iss ä Schulstadt, da kriegsta guta Notn und mir hamm Industrie, da kriegsta Ärbet. Dadurch, dass die Gründer der Stadt des Haßfurt klugerweis ganz in die Näh vom Bahnhof gebaut hamm, hamm mir aa ä guta Verkehrsanbindung“ „Was? Ihr seid gut im Verkehr?“ „Na freilich, mir hamm sogar än Hafm im Mee und än Flughafm mit Nachtbeleuchtung.“ „Waas? Än Nachtflughafm habt ihr?“ „Naja, so arg groß iss er net. Sach mer ämal: mehr ä Nachthäfela.“

    Haßfurter Nachthäfela

    „Und dann hammer noch eine Weltsensation. Des gibt’s ner bloß in Haßfurt.“ „Waaas? Was iss denn des?“ „Also, mir hamm ganz in der Näh vo Haßfurt, in Sailershausen, ä steinernes Feldkreuz. Wenn du da lang genug hinguckst, siehst du auf eemal äwas, was der Staahaber vo Zeil seinerzeit falsch gemacht hat. Der Christuskörper hat nämlich… nä, des wird net verratn, des muss du selber anguck. Des iss einmalig. Des gibt’s auf der ganzn Welt net noch ämal, nur bei uns. Ä paar hunnert Meter vor Sailershausen und den Schreckng kannst du dir dann in der Wanderstubm bei än Schoppm wieder äwengla dämpfm.“

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    Wilhelm Wolpert

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