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    ERMERSHAUSEN

    Kneippanlage Ermershausen: neu, aber mit langer Tradition

    Unmittelbar nach der Einweihung testet Barbara Ambach aus Dippach das neue Kneippbecken in Ermershausen. Foto: Beate Dahinten

    „Ich habe da schon drauf hingefiebert.“ Deshalb hatte Barbara Ambach nicht lange gezögert. Gleich nach der Segenshandlung durch Pfarrer Jan Lungfiel und dem Durchschneiden des symbolischen Bandes watete sie am Sonntagvormittag durch das Becken. „Früher bin ich immer mit meinen Enkelinnen zu der anderen Anlage“, erzählte die Dippacherin hinterher, „ich habe das sehr vermisst.“

    Viel positive Resonanz

    Besagte andere Anlage jenseits des Dorfes in der Au war jahrelang mehr oder weniger stillgelegt: Die Ermetz führt nicht mehr genug Wasser. „Alle Bemühungen, diese Anlage zu erhalten, hatten wenig Erfolg“, erinnerte Bürgermeister Günter Pfeiffer, der zuvor von einer langen Tradition einer Kneippanlage in Ermershausen gesprochen hatte. Bei einem Sonntagsspaziergang 2017 sei ihm dann die Idee für eine neue Kneippanlage am westlichen Ortsrand gekommen und vielfach auf positive Resonanz gestoßen. Im Gemeinderat war noch der Gedanke an einen Sinnespfad dazugekommen.

    Die Behörden erlaubten nicht, das Wasser aus der Ermetz zu verwenden, also musste es aus den Angelseen gleich nebenan kommen. Und angesichts einer ersten Kostenschätzung von weit über 55 000 Euro „war von Anfang an klar, dass es nur mit viel Eigenleistung geht“, sagte Pfeiffer. Bei der Umsetzung habe es sich „wieder einmal als Glücksfall erwiesen, dass wir nicht auf feste Bauhofmitarbeiter setzen, sondern auf einen Stamm von Spezialisten für alle Fachbereiche.“ Der Bürgermeister geht davon aus, dass die Anlage am Ende nicht mal halb so viel kosten wird, wie ursprünglich angenommen.

    Förderung für den Sinnespfad

    Für den Sinnespfad gab es eine Förderung, weil die Anlage in den Huttenweg einbezogen ist. Das „Haus auf dem Zeilberg“ des Diakonischen Werks Bamberg-Forchheim spendierte eine bequeme Liege, jeweils einen Baum pflanzten eine beteiligte Gartenbaufirma und der Obst- und Gartenbauverein anlässlich seines 125-jährigen Bestehens. Als „absoluten Hingucker“ bezeichnete Pfeiffer das Gemeindewappen im Boden am Einstieg zum Becken.

    Er würdigte den Einsatz aller Beteiligten beim Bau der Anlage, die „bereits gut frequentiert“ werde. Jürgen und Bastian Fassl überreichte Pfeiffer jeweils ein Präsent für ihr besonderes Engagement. Und die Sportangler richteten nicht nur die Einweihung zusammen mit ihrem Seefest aus, sondern werden die Anlage auch pflegen. Die Tafel mit der Anleitung für die gesundheitsfördernde Nutzung des Kneippbeckens wird noch hergerichtet. Einstweilen kündigte Pfeiffer für September einen Volkshochschulkurs über die Lehre von Pfarrer Sebastian Kneipp an.

    Sie eröffneten ganz offiziell die Kneippanlage mit Sinnespfad bei Ermershausen: Bastian Fassl (von links), Jürgen Fassl, Planer Kai Niedergesäß, Dritter Bürgermeister Matthias Keßler, Zweiter Bürgermeister Klaus Welz, Bürgermeister Günter Pfeiffer, Pfarrer Jan Lungfiel und Winfried Seufert (Naturpark Haßberge). Foto: Beate Dahinten

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