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    Sand am Main

    „Königin der Herzen“

    In einem silvanergrünen Kleid zog Elisabeth Goger zusammen mit den anderen Kandidatinnen in den Saal ein. Foto: Christian Licha

    Es war ein großer Tag für Elisabeth Goger. Als erste Kandidatin aus dem Abt-Degen-Weintal im Landkreis Haßberge nahm die 24-Jährige an der offiziellen Wahl zur Fränkischen Weinkönigin teil, die am Freitag in der Kulturhalle Grafenrheinfeld stattfand. Die Krone des Fränkischen Weinbauverbandes konnte sie zwar nicht für sich ergattern, bekam dafür aber einen inoffiziellen Titel verliehen.

    „Wir sind stolz auf Dich! Du bist unsere Königin der Herzen!“, sagte der stellvertretende Landrat Michael Ziegler bei einem gemütlichen Beisammensein nach der Wahl in Elisabeths elterlichem Hotel-Weingut Goger in Sand. Dass die ganze Gemeinde hinter ihr stand, brachte Zweiter Bürgermeister Gerhard Zösch zum Ausdruck, der in Vertretung für den erkrankten Ersten Bürgermeister Bernhard Ruß die Winzergemeinde in Grafenrheinfeld vertrat: „Mach weiter so, liebe Elisabeth. Wir brauchen Dich einfach.“ Auch der Zweite Vorsitzende des Weinbauvereins Haßberge, Rudi Ruß, machte aus seinem Stolz keinen Hehl: „Als vor 40 Jahren unser Weinbauverein gegründet wurde, hat damals keiner geglaubt, dass wir jemals eine Kandidatin für das Amt der Fränkischen Weinkönigin stellen werden.“

    Alles richtig gemacht

    Zeils Bürgermeister Thomas Stadelmann bestärkte Elisabeth Goger in seiner Eigenschaft als Vorsitzender des Abt-Degen-Weintals, dass sie alles richtig gemacht habe und sie auch selbst auf sich stolz sein könne. Das Wort „Niederlage“ nahm Stadelmann bewusst nicht in den Mund und sprach zu der jungen Weinexpertin: „Aus dem Nichtgewinnen wirst Du viel Kraft schöpfen und Deinen Weg machen.“ Mit einem kleinen Präsent bedankte sich Stadelmann im Namen aller Winzer für das außerordentliche Engagement der Sanderin für den Frankenwein.

    Über drei Stunden dauerte insgesamt die deutschlandweit hochbeachtete Veranstaltung des Fränkischen Weinbauverbandes, in der seine höchste Repräsentantin gewählt wurde. Neben der Deutschen Weinkönigin Carolin Klöckner aus Baden-Württemberg und vielen weiteren Amtsträgern waren unter anderem auch Staatsministerin Dorothee Bär, Staatssekretär Gerhard Eck, Landrat Wilhelm Schneider und die ehemalige Landtagspräsidentin Barbara Stamm unter den über 300 geladenen Gästen. Nicole Then, die zusammen mit Axel Robert Müller das Event moderierte, sprach sogar davon, dass der Wahltermin „Ein Feiertag für Franken“ sei.

    Abordnung aus den Haßbergen

    Alle drei Bewerberinnen, neben Elisabeth Goger waren das noch Carolin Meyer aus Castell (Lkr. Kitzingen) und Eva-Maria Keller aus Eußenheim (Lkr. Main-Spessart), durften jeweils eine ganze Busladung ihrer persönlichen Fans mit nach Grafenrheinfeld nehmen. Mit Transparenten, Fähnchen und stimmgewaltigen Jubelrufen feuerte die Abordnung aus den Haßbergen ihre Favoritin an. Natürlich fieberten auch die Eltern, Stefan und Andrea Goger, Bruder Maximilian Goger und einige Verwandte mit ihrer Elisabeth live mit.

    Mit Transparenten, Fähnchen und stimmgewaltigen Jubelrufen wurde Elisabeth von ihren Fans angefeuert. Foto: Christian Licha

    Mit einem Kleid in herrlichem Silvanergrün präsentierte sich die sympathische junge Frau bei der Einzelvorstellung dem Publikum. „Wein ist etwas ganz Tolles, er trägt Glück und Sonnenschein in die Herzen der Menschen. Und das möchte auch ich als nächste fränkische Weinkönigin tun.“ Mit diesen Worten stellte Elisabeth Goger ihren Wein vor, den sie zur Verkostung für alle Zuschauer mitgebracht hatte. Auf einen 2018er Silvaner, der die Kühle von Edelstahl und die Wärme eines Barriquefasses ausstrahlte, fiel ihre Wahl. Der Wein mit seinem harmonischen Körper und seiner verspielten, leicht bekömmlichen Art, trug den Namen „Geschwisterliebe“. Damit brachte die Winzertochter die Liebe ihrer Familie zum Wein und die Zuneigung zu ihrem Bruder Maximilian zum Ausdruck, dem sie gleichzeitig auch sehr emotional gerührt für seine immerwährende Unterstützung dankte.

    Auch der Jury, die aus über 100 Persönlichkeiten aus Wirtschaft, Weinwirtschaft, Politik und Medien bestand, mussten sich die Anwärterinnen auf die Krone stellen. So trug beispielsweise Unterfrankens Polizeipräsident Gerhard Kallert seine Frage an Elisabeth vor: „Ein Nichtfranke trifft auf eine Heckenwirtschaft. Wie erklärt man ihm, was das ist, und wie motiviert man ihn zum Reingehen?“ Ohne zu zögern hatte die ehemalige Weinprinzessin von Sand und dem Abt-Degen-Weintal eine Antwort auf Lager: „Eine Heckenwirtschaft ist ein Ort der Begegnung, der daraus entstand, dass früher die Wohnzimmer der Winzer mit Bänken zur Weinverkostung ausgestattet wurden. Heute gibt es dort bis zu 40 Sitzplätze und man kann sich hervorragend über Wein austauschen und neue Leute kennenlernen.“

    „Ich fühle mich voll gut und ich habe mein Bestes gegeben“
    Elisabeth Goger, Kandidatin für die Fränkische Weinkönigin

    Der Präsident des Fränkischen Weinbauverbandes, Artur Steinmann, betonte, dass alle drei Kandidatinnen mit ihrem Fachwissen sehr gut das Amt der Weinkönigin ausfüllen würden. Umso schwerer war dann die Auswahl einer Favoritin für die Juroren, die elektronisch abstimmten. Mit über 50 Prozent der abgegebenen Stimmen wurde schließlich bereits im ersten Wahlgang die 23-jährige Carolin Meyer gewählt. Die Winzerin und Gästeführerin aus dem Casteller Ortsteil Greuth war somit die 64. Fränkische Weinkönigin und wurde anschließend von ihrer Vorgängerin Clara Zehnder aus Randersacker (Lkr. Würzburg) gekrönt.

    Mit Dankesworten und einer sehr innigen Umarmung bestärkte Weinbaupräsident Artur Steinmann Elisabeth Goger, alles richtig gemacht zu haben. „Ich fühle mich voll gut und habe mein Bestes gegeben“, sagte sie später im heimischen Sand und sprach auch davon, dass sie von sich selbst überrascht war, wie locker sie vor dem großen Publikum auftrat. Besonders bewegt war Elisabeth Goger von den vielen Freunden und Unterstützern, die hinter ihr standen und immer für sie da waren.

    Elisabeth Goger als "Königin der Herzen" feierten (von links) Rudi Ruß, Gerhard Zösch, Michael Ziegler und Thomas Stadelmann. Foto: Christian Licha

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