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    Oberschwappach

    Kommentar: Die Kirche hat vor allem ein Kommunikationsproblem

    "Lasst uns nicht im Ungewissen": Es geht in Oberschwappach nicht nur um die Sanierung, sondern auch darum, wie die Kirche mit ihren Gläubigen verfährt.
    Die Pfarrkirche St. Barbara in Oberschwappach bei Knetzgau ist renovierungsbedürftig und fällt unter den Baustopp der Diözese Würzburg. Vorarbeiten hatten schon begonnen. Foto: Thomas Obermeier

    Der Ortsbürgermeister will es nicht glauben, dass das Bistum Würzburg finanziell zu schlecht dasteht, um die Renovierung der Kirche in Oberschwappach mitzutragen. Reiche Kirche plötzlich arm? Mag sein. Vielleicht müssen die Bistümer angesichts leerer Kirchenbänke einfach überlegen, ob sie in Zukunft in den Erhalt jedes Kirchleins investieren. 

    Oberschwappach: Lässt das Bistum die Kirchengemeinde hängen?

    Und in Oberschwappach ist die Sanierung ja nur aufgeschoben. Dass sich in dem 550-Seelen-Dorf jetzt nach all dem Bürgerengagement Enttäuschung breit macht, hat aber vor allem damit zu tun, wie das Bistum mit seinen Schäfchen kommuniziert.

    Die "Freiwilligenarmee" will es erst über drei Ecken erfahren haben, dass die Sanierung auf Eis liegt. Kirchenverwaltung und Pfarrgemeinde hätten bis heute keine schriftliche Antwort auf ihre Fragen. Der Rathauschef wartete wochenlang auf eine flaue Reaktion.

    Aber so geht das nicht in modernen Zeiten. Da genügen keine Winks mehr von oben. Die kirchliche Obrigkeit muss vom hohen Ross herabsteigen und sich den Ihren erklären. Dann werden die Gläubigen vielleicht auch den Aufschub ihrer Kirchensanierung mittragen. Und die Kirche währenddessen am Ort lebendig halten. Wer kommuniziert wie vor 300 Jahren, wird seine Anhängerschaft aber alsbald verlieren.

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