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    HAßFURT

    Kommentar: Warum Don Quichotte so viel Geld ausgibt

    Kommentar: Warum Don Quichotte so viel Geld ausgibt
    Er ist wieder da. Die Rede ist von Rainer Gottwald. Sie erinnern sich, lieber Leser? Da war doch was? In der beliebten Sendung aus dem Dritten des Südwest-Rundfunks „Sag die Wahrheit“ würde er sich wohl vorgestellt haben mit: „Ich bin Rainer Gottwald, der Sparkassenkritiker.“ Na? Groschen gefallen? Genau! Bei Rainer Gottwald handelt es sich um den Mann aus Landsberg, der es sich zur Lebensaufgabe gemacht hat, die Fusion zwischen den Sparkassen Ostunterfranken, also quasi der Kreissparkasse Haßberge, und Schweinfurt zu verhindern. Um dieses Ziel zu erreichen, hatte er sogar ein Bürgerbegehren in Königsberg initiiert. Hintergedanke dabei: Die Stadt Königsberg war neben dem Landkreis Haßberge Eigentümerin der Sparkasse Ostunterfranken und sie ist auch Gesellschafter der neuen fusionierten Sparkasse Schweinfurt-Haßberge. Wenn nun, so die Überlegung Gottwalds, die Bürger von Königsberg mehrheitlich die Fusion ablehnten, wäre es Essig mit Schweinfurt-Haßberge. Wie ausführlich berichtet, ging der Bürgerentscheid in die Binsen, nicht weil er keine Unterschriften bekommen hätte, sondern weil die Unterschriftenlisten dilettantisch vorbereitet und deshalb zum Teil nicht zulässig waren. Daher lehnte der Stadtrat Königsberg einen Bürgerentscheid ab. Nun versuchte der Kritiker, seine hausgemachten Fehler auf dem Klageweg zu beseitigen. Auch dabei erlitt er inzwischen Schiffbruch. Das Verwaltungsgericht fand deutliche Worte. Die Begründung, die auf einer Unterschriftenliste für ein Bürgerbegehren stehen muss, sei in seinem Fall zu kurz und zu ungenau gewesen. Außerdem teilten die Richter die Auffassung der Stadt Königsberg, dass die Fusion der Sparkassen nicht mehr dadurch rückgängig zu machen sei, dass einer der beteiligten Partner, in dem Fall die Regiomontanusstadt, seine Zustimmung zurückzieht. Ein Bürgerbegehren muss aber auf ein Ziel gerichtet sein, das tatsächlich auch erreicht werden kann. Das aber wäre somit in Königsberg nicht möglich. Die Aussage der Richter waren also eindeutig: Die Klage ist formell unzulässig und auch materiell unbegründet. Gottwald hat nach eigenen Angaben auf Anfrage dieser Redaktion mitgeteilt, dass der von ihm gegen die Fusion beschrittene Rechtsweg ihn mittlerweile rund 1800 Euro gekostet habe; 1000 Euro Gerichtskostenvorschuss und 800 Euro Anwaltskosten „für ein Urteil des Verwaltungsgerichts, das die Aussetzung der Fusion ablehnte“. In den nächsten Tagen erwarte er eine neue Rechnung des Anwaltsbüros wegen des letzten Urteils (siehe oben) in Höhe von rund 1500 Euro. Dazu kommen Druckkosten für Werbebeilagen von rund 500 Euro. Insgesamt kostet Rainer Gottwald der Feldzug bislang rund 3800 Euro aus seiner eigenen Tasche, da eine Rechtsschutzversicherung für so ein Privatvergnügen nicht einspringt. Nach eigener Aussage hat er auch keinen Sponsor, zum Beispiel ein konkurrierendes Geldinstitut, „das würde ich auch nie annehmen“, sagt Gottwald auf Anfrage dieser Redaktion. Warum tut er so etwas? Für so viel Geld hätte er sich einen schönen Urlaub gönnen können, eine Spende an den Tierschutzverein leisten oder den Unterhalt eines bedrohten Hallenbades unterstützen. Gottwalds Motivation resultiert aus seinem Rechtsempfinden, sagt er. Seiner Ansicht nach profitieren von einer solchen Fusion nur wenige, nämlich Vorstände, Verwaltungsräte, einige Aufsteiger, und alle anderen verlieren, Mitarbeiter würden entlassen oder müssten pendeln. Deshalb müsse er da – ähnlich Don Quichotte – einschreiten. Bleibt eine Frage: Wenn ihm seine Mission so wichtig ist, dass er so eine Menge Geld dafür locker macht, warum hat er dann bei der Ausführung wie auch bei der juristischen Aufarbeitung derart fahrlässig gepfuscht? Foto: Theresa Müller

    Er ist wieder da. Die Rede ist von Rainer Gottwald. Sie erinnern sich, lieber Leser? Da war doch was? In der beliebten Sendung aus dem Dritten des Südwest-Rundfunks „Sag die Wahrheit“ würde er sich wohl vorgestellt haben mit: „Ich bin Rainer Gottwald, der Sparkassenkritiker.“ Na? Groschen gefallen?

    Genau! Bei Rainer Gottwald handelt es sich um den Mann aus Landsberg, der es sich zur Lebensaufgabe gemacht hat, die Fusion zwischen den Sparkassen Ostunterfranken, also quasi der Kreissparkasse Haßberge, und Schweinfurt zu verhindern. Um dieses Ziel zu erreichen, hatte er sogar ein Bürgerbegehren in Königsberg initiiert. Hintergedanke dabei: Die Stadt Königsberg war neben dem Landkreis Haßberge Eigentümerin der Sparkasse Ostunterfranken und sie ist auch Gesellschafter der neuen fusionierten Sparkasse Schweinfurt-Haßberge. Wenn nun, so die Überlegung Gottwalds, die Bürger von Königsberg mehrheitlich die Fusion ablehnten, wäre es Essig mit Schweinfurt-Haßberge.

    Wie ausführlich berichtet, ging der Bürgerentscheid in die Binsen, nicht weil er keine Unterschriften bekommen hätte, sondern weil die Unterschriftenlisten dilettantisch vorbereitet und deshalb zum Teil nicht zulässig waren. Daher lehnte der Stadtrat Königsberg einen Bürgerentscheid ab. Nun versuchte der Kritiker, seine hausgemachten Fehler auf dem Klageweg zu beseitigen. Auch dabei erlitt er inzwischen Schiffbruch. Das Verwaltungsgericht fand deutliche Worte.

    Die Begründung, die auf einer Unterschriftenliste für ein Bürgerbegehren stehen muss, sei in seinem Fall zu kurz und zu ungenau gewesen. Außerdem teilten die Richter die Auffassung der Stadt Königsberg, dass die Fusion der Sparkassen nicht mehr dadurch rückgängig zu machen sei, dass einer der beteiligten Partner, in dem Fall die Regiomontanusstadt, seine Zustimmung zurückzieht. Ein Bürgerbegehren muss aber auf ein Ziel gerichtet sein, das tatsächlich auch erreicht werden kann. Das aber wäre somit in Königsberg nicht möglich. Die Aussage der Richter waren also eindeutig: Die Klage ist formell unzulässig und auch materiell unbegründet.

    Gottwald hat nach eigenen Angaben auf Anfrage dieser Redaktion mitgeteilt, dass der von ihm gegen die Fusion beschrittene Rechtsweg ihn mittlerweile rund 1800 Euro gekostet habe; 1000 Euro Gerichtskostenvorschuss und 800 Euro Anwaltskosten „für ein Urteil des Verwaltungsgerichts, das die Aussetzung der Fusion ablehnte“. In den nächsten Tagen erwarte er eine neue Rechnung des Anwaltsbüros wegen des letzten Urteils (siehe oben) in Höhe von rund 1500 Euro. Dazu kommen Druckkosten für Werbebeilagen von rund 500 Euro.

    Insgesamt kostet Rainer Gottwald der Feldzug bislang rund 3800 Euro aus seiner eigenen Tasche, da eine Rechtsschutzversicherung für so ein Privatvergnügen nicht einspringt. Nach eigener Aussage hat er auch keinen Sponsor, zum Beispiel ein konkurrierendes Geldinstitut, „das würde ich auch nie annehmen“, sagt Gottwald auf Anfrage dieser Redaktion.

    Warum tut er so etwas? Für so viel Geld hätte er sich einen schönen Urlaub gönnen können, eine Spende an den Tierschutzverein leisten oder den Unterhalt eines bedrohten Hallenbades unterstützen. Gottwalds Motivation resultiert aus seinem Rechtsempfinden, sagt er. Seiner Ansicht nach profitieren von einer solchen Fusion nur wenige, nämlich Vorstände, Verwaltungsräte, einige Aufsteiger, und alle anderen verlieren, Mitarbeiter würden entlassen oder müssten pendeln. Deshalb müsse er da – ähnlich Don Quichotte – einschreiten.

    Bleibt eine Frage: Wenn ihm seine Mission so wichtig ist, dass er so eine Menge Geld dafür locker macht, warum hat er dann bei der Ausführung wie auch bei der juristischen Aufarbeitung derart fahrlässig gepfuscht?

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