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    KIRCHLAUTER

    Kommentar: Was vereint Haßfurt, Theres und Königsberg?

    Der Bürgermeister von Haßfurt, Günther Werner (links), und der Zeiler Bürgermeister Thomas Stadelmann (rechts) unterzeichneten die Vereinbarung über die Übertragung des Standesamtes zwischen der Stadt Zeil und der Stadt Haßfurt zum 1. Juli dieses Jahres. Mit im Bild die Standesbeamtin Sophie Wagenhäuser, der Leiter des Haßfurter Standesamtes, Thomas Ringeisen, und die Standesbeamtin Susanne Bravo (stehend, von links). Foto: Ulrike Langer

    Langsam beginnt die heiße Phase des Wahlkampfs für die Kommunalwahl am 15. März 2020. In allen Kommunen in Bayern werden die Gemeinde- und Landkreisvertretungen und in der überwiegenden Zahl auch die Bürgermeister und Landräte gewählt. Im Kreis Haßberge wird nur der Bürgermeister von Hofheim im Jahr 2022 gewählt, in Sand und Theres wird jeweils ein Jahr später entschieden.

    Diese Wahl wirft natürlich schon ihre langen Schatten voraus. So hat vor rund einer Woche der Gemeinderat von Kirchlauter beschlossen, ab der nächsten Amtsperiode die Geschäfte von einem ehrenamtlichen Bürgermeister führen zu lassen.

    In Kirchlauter ist das aktuell nicht problematisch, da der jetzige hauptamtliche Amtsinhaber im Laufe der nächsten Amtszeit – so er bestätigt wird – in Rente gehen und sich trotz Ehrenamtes in Vollzeit um das Rathaus und die dort wartenden Pflichten kümmern kann. Und in Sachen Kohle, ganz nebenbei bemerkt, gibt es dann auch keinen großen Unterschied. Das ist aber nicht die Regel. Normalerweise muss sich ein ehrenamtliches Gemeindeoberhaupt zwischen seinem Job und seinem Amt zerteilen.

    Um beim Beispiel Kirchlauter zu bleiben. Der Entschluss ist hier nachvollziehbar, wenn man zum einen die besonderen Umstände – quasi die Lex Kandler – und zum anderen die Einwohnerzahl der Gemeinde berücksichtigt. Kirchlauter liegt im Landkreis in der Rangliste der Kommunen mit 1324 Einwohnern auf Platz 21. Alle vergleichbaren Gemeinden haben einen ehrenamtlichen Bürgermeister. Obligatorisch ist ein Hauptamtlicher erst ab der doppelten Kirchlauter-Größe.

    Dennoch bleibt die Frage, ob nicht grundsätzlich Gemeindeoberhäupter hauptamtlich sein sollten. Einfach weil sie rund um die Uhr für ihre Gemeinde und deren Belange erreichbar sind. Weil sie sich mit nichts anderem beschäftigen müssen. Weil sie in den Momenten, in denen es darauf ankommt – sprich bei der Verteilung von Fördergeldern –, vor Ort sein können.

    Das könnte dann aber bedeuten, dass nicht jede Gemeinde automatisch mehr einen eigenen Bürgermeister haben muss. Wenn die neue Amtsperiode am 1. Mai 2020 beginnt, werden rund fünf Jahrzehnte seit der letzten Gemeindegebietsreform ins Land gegangen sein. Damals wurden viele kleine Dörfer eingemeindet oder zusammengelegt, der Landkreis Haßberge ist weitgehend aus den Landkreisen Haßfurt, Hofheim und Ebern entstanden.

    Es deutet sich seit einiger Zeit an, dass die nächste Stufe der Reform vor der Tür stehen könnte. Es schließen sich immer mehr Verwaltungseinheiten zusammen. Bestes Beispiel: sogar die in nachbarschaftlicher Zuneigung inniglich vereinten Städte Zeil und Haßfurt haben ihre Standesämter seit Juli zusammengelegt. In Haßfurt befindet sich zudem das Standesamt für die Verwaltungsgemeinschaft Theres, das Standesamt von Königsberg findet sich bei der VG Hofheim.

    Einige Projekte der Allianz Hofheimer Land haben inzwischen bundesweit für Aufsehen gesorgt. Die „Allianz Main & Haßberge e.V.“ wurde vor zwei Jahren mit den Gründungsmitgliedern Gädheim, Theres, Wonfurt, Haßfurt und Königsberg ins Leben gerufen. Ziel ist offiziell die nachhaltige Entwicklung der Region zu einem lebenswerten und zukunftsfähigen Wohn- und Arbeitsstandort. Diese Beispiele könnten für eine mögliche zweite Stufe der Gemeindegebietsreform durchaus als Vorbild dienen.

    Kommentar: Wie kann der Bürger mitreden?
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