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    HAßFURT

    Kommentar: Wie Ministerin Huml werdende Mütter beschenkt

    Kommentar: Wie Ministerin Huml werdende Mütter beschenkt       -  Gesundheitsministerin Melanie Huml übergab den Förderbescheid an Landrat Wilhelm Schneider und MdL Steffen Vogel.
    Gesundheitsministerin Melanie Huml übergab den Förderbescheid an Landrat Wilhelm Schneider und MdL Steffen Vogel. Foto: Gesundheitsministerium

    Weihnachten ist das Fest der Liebe. Vor über 2000 Jahren wurde Jesus im Stall zu Bethlehem geboren, berichtet die Bibel im Lukas-Evangelium. Und seitdem zählt Weihnachten zu den wichtigsten Feiertagen im christlichen Glauben. Die Feier von Christi Geburt ist von jeher auch ein Familienfest. Nicht wenige denken in dieser Zeit zurück an ihre Kindheit. Für die meisten Berufstätigen ist Weihnachten eine seltene Gelegenheit, einmal mit allen Lieben zusammen Zeit zu verbringen.

    Bei aller Sentimentalität, mit der wir dem Fest der Feste entgegenfiebern, wird natürlich der Handel nicht müde, uns immer größere und beeindruckendere Geschenke aufschwatzen zu wollen. Onkel und Tanten wetteifern mit Omas und Opas, wer im gegenseitigen Übertrumpfen beim Überfordern der lieben Kleinen die Nase vorne hat. Von der Puppe, die früher zu Weihnachten von der Mutter ein neues Kleidchen genäht bekam, was für das Kind das schönste aller Geschenke darstellte, haben wir uns unter dem Zeichen des Sterns Lichtjahre entfernt.

    Gut, in gewisser Weise leben gar nicht so wenige auch von uns Gefühlsduseligen vom weihnachtlichen Kommerz. Manche Branchen machen gar in der heiligen Zeit bis zur Hälfte ihres Jahresumsatzes. Es ist also schon irgendwo auch in Ordnung, sich unterm Baum mit einer Kleinigkeit der gegenseitigen Wertschätzung zu versichern.

    Nun begab es sich, dass just zur Weihnachtszeit die bayerische Gesundheitsministerin Melanie Huml ihr Füllhorn schüttelte und einen warmen Weihnachtsregen über die kleinen Krankenhäuser im Freistaat schüttete, die Probleme damit haben, ihre Geburtenstation am Leben zu erhalten. Hier ist normalerweise nämlich Schluss mit Weihnachten und Menschlichkeit; wenn's ums Geld geht, entscheiden nur noch Zahlen, nicht Mütter, die wie vor zweitausend Jahren eine Herberge suchen, um ihr Kindlein zur Welt bringen zu können.

    Vielleicht waren es solche Gedanken, die im Hause der Ministerin dafür sorgten, dass pünktlich zum Fest eine Million Euro für die Haßfurter Geburtshilfe locker gemacht werden konnte. Immerhin ist das eine stattliche Viertelmillion mehr, als man im Kreishaushalt schon mal vorsichtig einkalkuliert hatte.

    Vielleicht hat die überraschend überschwängliche Förderfreundlichkeit ihren Ursprung aber auch nur im gerade in seine heiße Phase übergehenden Kommunalwahlkampf. Dies kann aber – getreu dem lateinischen Grundsatz „pecunia non olet“ (für Nichtlateiner: Geld stinkt nicht) – der herbergsuchenden werdenden Mutter egal sein, die nun auch weiterhin in Haßfurt ihre persönliche Krippe finden kann.

    In diesem Sinn wünscht die Redaktion allen Lesern ein frohes Weihnachtsfest.

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