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    EBERN

    Konzertreihe: Rückert kommt zurück

    Das Rückert-Ensemble bei seiner Probenarbeit in Südtirol. Foto: Kathrin Rosenberg

    Rückert kommt nach Ebern zurück: Vom 22. bis 24. September lädt das „Rückert Ensemble“ zusammen mit dem ehemaligen Konzertmeister der Bamberger Symphoniker, Peter Rosenberg, zu einer Konzertreihe in die Stadtpfarrkirche St. Laurentius ein.

    Die Vertonung der Kindertotenlieder steht neben anderen Meisterwerken der Kammermusik auf dem Programm. Der Kartenvorverkauf läuft.

    Seit mehr als 150 Jahren schon ist Friedrich Rückert tot. Vergangenheit, könnte man meinen. Nicht so in Ebern. Dort klingen die vielen Veranstaltungen, die im vergangenen Jahr zum „Rückert-Jahr“ auf die Beine gestellt wurden, nun höchst qualitativ und sprichwörtlich nach.

    Vom 22. bis 24. September finden in dem fränkischen Kleinod die „Musiktage Ebern 2017“ statt, die vom „Rückert-Ensemble“ bestritten und von Peter Rosenberg, dem ehemaligen Konzertmeister der Bamberger Symphoniker, geleitet werden. Die Konzerttage bilden jedoch keinen Schlusspunkt hinter all den Festivitäten des Rückert-Jahres 2016, sondern sind der Auftakt eines neuen Musikangebotes, das in Zukunft fest im Eberner Veranstaltungskalender verankert werden sollen.

    Der Musiker und Violinist Peter Rosenberg wurde im Jahr 1950 in Rumänien geboren. Aufgewachsen ist er in Klausenburg (Cluj-Napoca), einer „kulturell sehr gut positionierten“ Stadt, so Rosenberg. Entsprechend den Regeln des „sozialistischen Rumäniens“, wurde Peter Rosenberg schon als kleines Kind auf seine Begabungen geprüft, mit dem Ergebnis: Musik liegt ihm. „Ich wurde dann auf die musikalische Schiene gesetzt und angeschoben. Das ist dann dein Leben“, kann sich Peter Rosenberg an diesen Moment in seinem Leben erinnern. Über Tel Aviv ist Peter Rosenberg 1972 mit seiner Familie nach Deutschland ausgewandert. Musik studierte er in Detmold, Essen und Berlin und anschließend war er mit Lehr- und Unterrichtsaufträgen beschäftigt.

    Wenig später kam die Stunde der Wahrheit im Leben des Musikus, als er seine „Leidenschaft für Musik in Broterwerb ummünzen“ musste: Peter Rosenberg erlernte das Orchesterspiel in Braunschweig und wurde 1982 als erster Konzertmeister bei den Bamberger Symphonikern aufgenommen. Im Oktober 2015 gab er dort sein Abschlusskonzert und ist seitdem im Ruhestand. Doch es ist eher der Unruhestand, den Peter Rosenberg seither lebt.

    Viele Projekte und Wünsche haben sich während seiner Tätigkeit als Orchestermusiker „im Hinterkopf“ angesammelt, die er beruflich bedingt nie umsetzen konnte. Nun ist der Zeitpunkt dafür gekommen, und die „Musiktage“ in Ebern ist eines der ersten Projekte.

    „Ich will Kammermusik machen und mit jungen Leuten zusammenarbeiten“, sagt Peter Rosenberg über seine Wünsche an den Ruhestand, „hauptsächlich aus meiner alten Heimat. So versuche ich, auch dort die Musiker zu unterstützen.“ Südtirol und die Ukraine stehen zudem auf Rosenbergs Liste. Mit dieser Vorstellung und mit seiner guten Verbindung zu Barbara Gemeinhardt aus Ebern, wurden die „Musiktage Ebern“, die drei Konzerte an einem Wochenende beinhalten, vor etwa einem Jahr aus der Taufe gehoben.

    Rückert-Ensemble

    Vom 22. bis 24. September wird das „Rückert-Ensemble“, das sich am Urlaubsort von Rosenberg in Südtirol formiert hat, auf der Bühne stehen. Diesem Ensemble gehören hauptsächlich junge Musiker an, die in und rund um Bozen im Musikwesen tätig sind.

    Friedrich Rückert, Dichter und Sprachwissenschaftler, ist für Peter Rosenberg ein „Universalgenie“. Rückert ist der meist vertonte deutsche Dichter, „qualitativ und quantitativ“ betont Peter Rosenberg. Die Gedichte seien an sich schon sehr musikalisch und unglaublich ergiebig für Komponisten. „Die Sprache ist fließend zur Musik“, empfindet Peter Rosenberg. Gustav Mahlers Vertonungen der Kindertotenlieder stehen in diesem Jahr, umringt von weiteren Meisterwerken aus der Kammermusik, auf dem Programm der „Musiktage Ebern 2017“. „Rückert ist dann unser roter, weiterführender Faden“, meint Peter Rosenberg mit Blick auf die Zukunft der Musikreihe, die keine Eintagsfliege werden soll.

    Dem Erfolg der Premiere sehen Peter Rosenberg, der sich um die Musik, und Barbara Gemeinhardt, die sich um die „irdischen Probleme“ wie Logistik und Organisation kümmert, positiv entgegen. „Ebern ist eine musikalische Stadt“, hat Peter Rosenberg erkannt, „es gibt dort viele Abonnenten, die nach Bamberg zu den Symphonikern kommen. Mit den Musiktagen ersparen wir den Leuten die Reise.“

    Von der Pfarrgemeinde der Stadtpfarrkirche St. Laurentius, in deren „imposanter Kirche“ mit zentraler Lage die Konzerte stattfinden werden, gab es ein großes Entgegenkommen. „Auch die Infrastruktur passt in der Kirche“, so Peter Rosenberg. Für 18 Euro pro Konzertabend werden die Tickets verkauft. In jedem Konzert gibt es übrigens auch eine Pause, in der eine Verköstigung, je nach Wetterlage, rund um die Kirche oder im Ossarium geplant ist.

    Das Programm der Musiktage

    Freitag, 22. September, Einlass 18.30 Uhr, Beginn 19.30 Uhr. Beethoven-Abend: Auf dem Programm stehen das Streichqartett C-dur op. 29, „ein relativ selten gespieltes Werk“ laut Peter Rosenberg, und das Septett Es-dur op. 20, das mit Bläsern zusammen zwar symphonisch gedacht ist, aber trotzdem noch als Kammermusik gilt.

    Samstag, 23. September, Einlass 18.30 Uhr, Beginn 19.30 Uhr. Rückert-Abend: Gustav Mahlers Kindertotenlieder, nach Gedichten von Friedrich Rückert in einer Bearbeitung für Bariton und Streichquartett, werden umrahmt von Anton Bruckners Adagio für Streichquartett und dem Streichquintett B-dur op. 87 von Felix Mendelssohn Bartholdy.

    Sonntag, 24. September, Einlass 16 Uhr, Beginn 17 Uhr. Mozart-Nachmittag: Das Streichquartett in g-moll K.V. 516 und das Klarinettenquartett A-dur K.V. 581 stehen auf dem Programm.

    Kartenvorverkauf: Haßfurter Tagblatt, Brückenstraße 14, Haßfurt, Tel. (0 95 21) 1714, Tourist Information Ebern, Tel. (0 95 31) 1407. Ticket 18 Euro pro Konzertabend, freie Platzwahl

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