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    OBERSCHWAPPACH

    Lärmende Lastwagen und Aufwertung des Schlossparks

    Die Planungen für die Park- und Gartenanlagen (im Vordergrund) von Schloss Oberschwappach und die Renovierung der St. Barbara-Kirche standen im Mittelpunkt der Bürgerversammlung. Foto: Christiane Reuther

    Auf großes Interesse stieß die Bürgerversammlung im Knetzgauer Gemeindeteil Oberschwappach am Donnerstagabend im voll besetzten Gemeindezentrum. Bürgermeister Stefan Paulus betonte, nicht nur in Oberschwappach sorge das Verkehrsaufkommen immer wieder für Unmut. Vor allem während der Nacht würden laut Wortmeldungen Lkws mit großem Lärm und hoher Geschwindigkeit durch die Ortschaft rasen. Laut Bürgermeister habe die Gemeinde keinen Einfluss, da es sich um eine Staatsstraße handelt. Schriftliche Eingaben an die Regierung, wie der Bürgermeister vorgeschlagen hatte, seien laut Gemeinderat Udo Vogt unwirksam. Erfolgreicher wäre es aus einer Sicht, mit von Bettlaken flankierten Häusern auf den Missstand aufmerksam zu machen.

    Auf diese Art und Weise würden die Oberschwappacher auch gerne ihren Unmut zum Thema Kirchenrenovierung äußern. Seit April 2014 laufen die Planungen für die Renovierung der katholischen Kirche St. Barbara. Bei einem Ortstermin im Oktober vor einem Jahr wurde von einem Mitarbeiter des Bischöflichen Ordinariats Würzburg mitgeteilt, dass bei der Finanzkammer für das Jahr 2019 und 2020 jeweils 200 000 Euro für die Förderung bereitstehen. Über Dritte habe die Kirchenverwaltung nun von einer Ablehnung erfahren. „Wir sind vor den Kopf gestoßen“, sagte Kirchenverwaltungsmitglied Hubert Voit. Er wartet immer noch auf eine Antwort aus Würzburg auf sein Schreiben. Mittlerweile sind im Vorfeld Gelder in Höhe von 70 000 Euro geflossen. Es wurde ein Architekturbüro beauftragt und eine neue Orgel gekauft, für die jährliche Einlagerungskosten von knapp 1000 Euro anfallen. Sogar der Bürgermeister hat sich mit eingeschaltet und legte sein Schreiben mit Rückantwort aus Würzburg den Bürgern vor. In diesem werde mitgeteilt, dass nach dem Beschluss der Diözesanbaukommission vom 17. Mai 2019 der Antrag auf kirchliche Baugenehmigung zum jetzigen Zeitpunkt abgelehnt werde.

    Am Ende der Sitzung ergriff Regina Betz von der Schlossgastronomie das Wort und sprach von Rufschädigung. Sie trat vehement Gerüchten entgegen, dass sie die Gastronomie im Schloss schließen würde. Das Restaurant bleibt nach wie vor am Sonntag von 11 bis 17 Uhr geöffnet, bestätigte die zweifache Mutter. Ansonsten sei das Restaurant nach Absprache vier bis fünf Mal in der Woche für Veranstaltungen geöffnet. Anlass war der Einwand der Landschaftsarchitektin Droll Lauenstein, die bei der Planungsvorstellung für den Schlosspark die Öffnungszeiten der Schlossgastronomie bemängelt hatte.

    Ausführlich behandelt wurde das Projekt „Aufwertung der Garten- und Parkanlagen des Schlosses Oberschwappach“. Sie sollen zu einem attraktiven Anziehungspunkt der Gartenkultur im Landkreis Haßberge werden und das kulturelle Erbe vermitteln, wie Bürgermeister Stefan Paulus eingangs erläuterte.

    Grundlagen für das Projekt sind Planungen für die anschließende Umsetzung, die einerseits die zisterziensische Vergangenheit der Anlagen beleuchten und mit der Ebracher Klosterlandschaft harmonisieren, als auch eine moderne und zeitgemäße Interpretation der Gartenentwicklung zulassen. Die Landschaftsplaner Marion Dubler aus Bamberg sowie Angelika Droll-Lauenstein und Götz Lauenstein aus Coburg stellten einen Entwurf vor.

    Die Planungen beinhalten insbesondere die Wiederherstellung und Gangbarmachung wichtiger baulicher Einrichtungen sowie die Aufwertung durch pflanzliche Ergänzungen. Dazu zählen die Brunnenanlagen und die Sonnenuhren, die sich in den Terrassengärten befinden. Sowohl in den Gärten als auch im angrenzenden Landschaftspark soll die Gestaltungsform einen Bezug zur zisterziensischen Gartenkunst knüpfen mit Akzentuierung der barocken Strukturen.

    Die erste Ebene in den Terrassen soll als Schmuckgarten zur Repräsentation aufgewertet werden. Die zweite und dritte Ebene sind als Nutzgarten-Parterre und Kräuter- und Obstgarten geplant. Das Thema Wasser soll wiederbelebt werden und auch das Thema Wein soll als zisterziensisches Erbe in die Gestaltung mit einfließen.

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