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    KNETZGAU

    Landwirte wollen keine Sündenböcke sein

    BBV-Kreisobmann Klaus Merkel (stehend) im Gespräch mit den Behördenvertretern. Im Vordergrund (von rechts): Klaus Pieroth vom BBV, Kreisbäuerin Cäcilie Werner und Landrat Wilhelm Schneider. Foto: Günther Geiling

    Probleme der Landwirte und die Berührungspunkte mit den Behörden diskutierten die Anwesenden beim „Behördentreffen“ des Bayerischen Bauernverbands in Knetzgau. „Die Landwirtschaft wird in eine Ecke gestellt, als wenn sie schuld am Artensterben und allem anderen wäre“, echauffierte sich BBV-Kreisobmann Klaus Merkel bei dem Treffen in der Mäders Scheune. Dabei seien Landwirte die Grünen schlechthin und hätten schon vor dem Volksbegehren „Rettet die Bienen“ viele Maßnahmen wie das Anlegen von Blühflächen und Gewässerstreifen geleistet.

    Negative Stimmungslage

    Merkel betonte, dass der Austausch mit den Behörden notwendig sei, um die gemeinsamen Herausforderungen anzugehen. Ziel des BBV sei ein gesamtheitlicher Ansatz, bei dem man mit Sachverstand herangeht und nicht einseitig gegen die Landwirtschaft. Der Kreisobmann bedauerte, dass die Umweltleistungen der Landwirtschaft oft nicht anerkannt würden. Die negative Stimmungslage unterstrich Merkel auch mit einem Blick in die Tierhaltung. Der Kostendruck, die Bürokratisierung sowie der Arzneimittelaufwand vermiesen die Arbeit, sagte Merkel.

    Auch Kreisbäuerin Cäcilie Werner betonte: „Die Darstellung der Landwirtschaft in der Öffentlichkeit lässt sehr zu wünschen übrig.“ Es sei nicht fair, dass sie in der Kritik stehe und dass ein Keil zwischen die konventionellen und die Biobauern getrieben werde. Die Landwirtschaft stehe vor einem großen Umbruch. „In der Tierhaltung werde es starke Veränderungen geben, weil viele Betriebe aufhören.“ Landrat Wilhelm Schneider sagte bezüglich des Volksbegehrens, dass nun die ganze Gesellschaft gefordert sei. Er hoffe, dass man dies auch am runden Tisch beherzige.

    Zahlreiche weitere Themen rückten im Verlaufe des Meinungsaustauschs in den Vordergrund, beispielsweise die Wildgänse im Maintal. Martin Schrauder von der unteren Jagdbehörde verwies darauf, dass die Zahl von 500 Wildgänsen stabil sei. Maßnahmen wie Schonzeitverkürzung, Gelegebehandlung oder auch Jagden hätten ihre Wirkung gezeigt. Landrat Schneider sah es als Erfolg an, dass es nicht noch mehr Gänse geworden sind. Positiv sei auch, dass es Entschädigungen gebe.

    Auch über die Forderung, überbreite landwirtschaftliche Maschinen auf den Straßen nur mit Begleitfahrzeugen zuzulassen, diskutierten die Anwesenden. Des weiteren kamen Hygienevorschriften für Vereine zur Sprache. Auch die Entwicklung der Nitratwerte in den heimischen Böden war ein Thema und kam zur Sprache. Die Themenpalette reichte weiter über die Digitalisierung und Lebensmittelverschwendung bis hin zu billig importiertem Schweinefleisch und der Bürokratie, durch die die Bauern laut Merkel mehr Zeit im Büro, als im Stall oder auf dem Feld zubringen.

    Gute Zusammenarbeit

    Positiv vermerkte Bernd Janik von der Unteren Naturschutzbehörde noch, dass das Amt in Sachen Naturschutz seit Jahrzehnten erfolgreich mit den Landwirten und dem Maschinenring zusammenarbeite. So seien für die Landschaftspflege für 2019 wieder rund 260 000 Euro vorhanden und für den Vertragsnaturschutz gehe man von Fördermitteln von 150 000 Euro aus. Auch für den Vertragsnaturschutz Wald komme man auf circa 412 000 Euro für zwölf Jahre.

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