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    Kreis Haßberge

    Landwirtschaft und Naturschutz engagieren sich für biologische Vielfalt

    Gepflegte Kopfweiden bei Untermerzbach.
    Gepflegte Kopfweiden bei Untermerzbach. Foto: Claus Haubensack/Landratsamt Haßberge

    Die Pflege zahlreicher Biotopflächen liegt in den Händen des Landkreises Haßberge. Das diene dem Erhalt der heimischen Artenvielfalt, schreibt das Landratsamt in einer Pressemitteilung. Und es ist ein Teil der Umsetzung der Bayerischen Biodiversitätsstrategie.

    Im Jahr 2019 wurden vom Landkreis 148 Landschaftspflegemaßnahmen auf 166 Hektar Biotopflächen in Auftrag gegeben, die von Landwirten – meist Mitgliedern des Maschinenrings Haßberge – ausgeführt wurden. Die Pflegesaison beginnt im Juni und geht bis November. Einzelne Arbeiten ziehen sich bis in den Februar des nächsten Jahres.

    „Die Erhaltung und Entwicklung der Kulturlandschaft mit ihrer Vielfalt an Pflanzen und Tierarten durch die Landschaftspflege hat in unserem Landkreis Haßberge einen hohen Stellenwert“, betont Landrat Wilhelm Schneider. Im Umfeld der Gemeinden würden durch die Landschaftspflege für die Bevölkerung und den Tourismus attraktive Naherholungsgebiete erhalten.

    Amphibienschutzzaun an der Staatsstraße Haßfurt-Ebern.
    Amphibienschutzzaun an der Staatsstraße Haßfurt-Ebern. Foto: Claus Haubensack/Landratsamt Haßberge

    Eine spezielle Artenschutzmaßnahme findet bereits im zeitigen Frühjahr statt. Zur Amphibienwanderung werden jährlich an acht Standorten entlang von Straßen im Landkreis auf insgesamt zirka drei Kilometer Länge mobile Amphibienschutzzäune von Landwirten errichtet und nach Ende der Wanderung wieder abgebaut. Finanziert werden die Arbeiten über Fördergelder des Freistaates Bayern, die sogenannte Landschaftspflege und Naturparkrichtlinie (LNPR). Der Landkreis erhält daraus zwischen 70 und 90 Prozent Förderung.

    Fördergelder aus der LNPR

    Zusätzlich zu den LNPR-Mitteln stehen der unteren Naturschutzbehörde noch sogenannte „Ersatzgelder“ zur Verfügung. Dies sind Gelder, die für Eingriffe in Natur und Landschaft zu zahlen sind, wenn Eingriffsverursacher keinen Ausgleich in Form von Flächenbereitstellung oder Maßnahmen erbringen können oder wollen. Insgesamt wurden im Landkreis Haßberge 2019 für rund 380 000 Euro Naturschutzmaßnahmen in Auftrag gegeben und durchgeführt, bilanziert das Landratsamt.

    Gemähte Streuobstwiese bei Lendershausen.
    Gemähte Streuobstwiese bei Lendershausen. Foto: Claus Haubensack/Landratsamt Haßberge

    Der überwiegende Teil der Landschaftspflegearbeiten findet entlang des „Haßbergtraufs“, dem südlichen und westlichen Anstiegs der Haßberge, zwischen Stettfeld und Nassach statt. Hier reihen sich an den besonnten Süd- und Westhängen blütenreiche Halbtrockenrasen und Wiesenflächen aneinander. Aber auch Streuobstwiesen, Feuchtwiesen und weitere wertvolle Biotopflächen, verteilt über den gesamten Landkreis, werden jährlich gepflegt.

    Offenflächen schaffen

    Schwerpunkte der Pflegemaßnahmen lagen 2019 im Naturschutzgebiet Ebelsberg zwischen Ebelsbach und Stettfeld, am Haßbergtrauf zwischen Augsfeld und Zeil und an der Wallburg bei Eltmann. Dort wurden Flächen von insgesamt 2,6 Hektar entbuscht um zusätzliche Offenflächen zu schaffen, die zukünftig regelmäßig gemäht werden sollen.

    Gepflegte Halbtrockenrasen in den Steillagen des Naturschutzgebiets „Ebelsberg“.
    Gepflegte Halbtrockenrasen in den Steillagen des Naturschutzgebiets „Ebelsberg“. Foto: Claus Haubensack/Landratsamt Haßberge

    Durch die regelmäßige Mahd werden blütenreiche Halbtrockenrasen entwickelt. Ohne Mahd würde sich ein dicker Altgrasfilz bilden, der das Wachstum und die Blüte der zahlreich vorkommenden Kräuter verhindert. Die Gebüsche würden wieder aufwachsen und sich durchsetzen.

    Frisch gebaggerte Tümpel als Amphibienlaichplätze im Gemeindewald Rauhenebrach.
    Frisch gebaggerte Tümpel als Amphibienlaichplätze im Gemeindewald Rauhenebrach. Foto: Claus Haubensack/Landratsamt Haßberge

    Die Landschaftspflegemaßnahmen finden auf ehemals landwirtschaftlich genutzten Flächen statt, die auf Grund ihrer Steilheit, Nässe oder Kleinflächigkeit aufgegeben wurden und nun brach liegen würden. Diese Flächen sind aber von unschätzbarem Wert für die Biodiversität, da sie bei richtiger Pflege beziehungsweise Bewirtschaftung den größten Artenreichtum hervorbringen. Diese blütenreichen Grünlandflächen sind Grundlage für Insektenreichtum, der wiederum die Nahrungsgrundlage für Vögel und zahlreiche andere Tierarten bildet.

    Beweidungsprojekt im Naturschutzgebiet „Hohe Wann“ bei Prappach.
    Beweidungsprojekt im Naturschutzgebiet „Hohe Wann“ bei Prappach. Foto: Claus Haubensack/Landratsamt Haßberge

    Angebote bis 13. März abgeben

    Die Landschaftspflegemaßnahmen für 2020 sind in Vorbereitung. Ein Maßnahmenkatalog wurde an den Maschinenring, das Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten und den Bayerischen Bauernverband übermittelt. Im Rahmen einer formlosen Preiseinholung können Land- und Forstwirte bis 13. März 2020 Angebote für die Erledigung einzelner Maßnahmen abgeben. Dann werden die Förderanträge bei der Regierung von Unterfranken gestellt.

    Gemähte Feuchtwiese mit Altgrasstreifen im Naturschutzgebiet „Schulterbachtal“.
    Gemähte Feuchtwiese mit Altgrasstreifen im Naturschutzgebiet „Schulterbachtal“. Foto: Claus Haubensack/Landratsamt Haßberge

    Zahlreiche langjährige Pflegeflächen konnten auch über verschiedene Beweidungsprojekte und Vermittlung von Mahdflächen wieder in eine naturschutzkonforme Bewirtschaftung durch landwirtschaftliche Betriebe überführt werden. Dafür erhält der landwirtschaftliche Betrieb Fördermittel durch das Bayerische Vertragsnaturschutzprogramm, heißt es in der Pressemitteilung. Finanzielle Mittel für Landschaftspflegemaßnahmen werden somit für die Verbesserung neuer, brachliegender Flächen frei.

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    Bearbeitet von Gabriele Kriese

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