• aktualisiert:

    SAND

    Lebensretter am Baggersee: Polizei schlägt Ehrungen vor

    Im Sander Baggersee (Lkr. Haßberge) drohte am Samstagnachmittag ein Mann zu ertrinken. Er war bereits komplett untergega... Foto: René Ruprecht

    Als Marco Swietza aus Bamberg am Samstag nach Sand (Lkr. Haßberge) fuhr, ahnte er noch nicht, dass er dort zum Lebensretter werden würde. Am Nachmittag zog der 27-jährige Polizeischüler am Sander Baggersee einen 63 Jahre alten Mann aus dem Wasser, der zu ertrinken drohte.

    Mann schwamm hinter seinem Boot her

    An den See war Swietza, der aktuell eine Ausbildung bei der Bereitschaftspolizei in Dachau absolviert, zusammen mit seiner Mutter, seiner Freundin, seinem Bruder und dessen Freundin gekommen. Die sportbegeisterte Familie wollte dort an einem Kurs für Stand-Up-Paddling teilnehmen, einer Sportart, bei der man aufrecht auf einer Art Surfbrett steht und sich mit einem Paddel fortbewegt. Gegen 17 Uhr saß Marco Swietza mit seiner Freundin und seinem Bruder am Ufer, die Mutter war bereits mit ihrer Paddling-Gruppe unterwegs.

    „Meine Freundin hat gesagt: ,Da scheint was nicht zu stimmen‘“, berichtet Swietza. „Wir haben einen Mann gesehen, der hinter einem Boot herschwimmt.“ Die drei standen auf und liefen am Ufer entlang zu der Stelle, an der der Mann sich im Wasser bewegte. Es sei zu erkennen gewesen, dass mit dem Schwimmer etwas nicht in Ordnung war, dennoch habe der Mann nicht um Hilfe gerufen. Auch auf Zurufe des Trios am Ufer reagierte er nicht. „Dann hat man nur noch die Hände gesehen“, sagt Marco Swietza.

    Rettungseinsatz: Aufgaben klug verteilt

    Schnell teilten die drei Helfer die Aufgaben auf: Marco Swietzas Freundin rief die Polizei, während er selbst sich schnell auszog, ins Wasser ging und zu der Stelle schwamm, an der der Mann untergegangen war. Sein Bruder behielt derweil vom Ufer aus die Stelle im Auge, an der sie den Schwimmer zuletzt gesehen hatten. Das sei auch nötig gewesen: „Man verliert schnell die Orientierung“, berichtet Marco Swietza. Deshalb sei sei gut gewesen, jemanden am Ufer zu haben, der den Überblick behielt und ihn lotsen konnte.

    63-Jähriger war bereits untergegangen

    Etwa 30 bis 40 Meter vom Ufer entfernt erreichte Marco Swietza die Stelle, an der der Schwimmer untergegangen war. Mehrfach tauchte er, um den Mann zu suchen. Sehen konnte er dabei nichts, die Sichtweite unter Wasser reichte nur wenige Zentimeter. Doch dann gelang es ihm, eine Hand zu ertasten. Diese hielt er fest und zog den 63-Jährigen nach oben. „Dann ist auch mein Bruder ins Wasser gekommen und wir haben ihn zusammen rausgezogen.“

    „Er war schon blau angelaufen“, beschreibt Swietza den Mann, der laut einer Pressemitteilung des Polizeipräsidiums Unterfranken versucht hatte, seinem durch die Strömung abgetriebenen Boot hinterherzukommen. Die drei Lebensretter leisteten Erste Hilfe, da der Mann immer wieder das Bewusstsein verlor. Schließlich kam ein Rettungshubschrauber und der Notarzt konnte den Schwimmer stabilisieren.

    Geretteter Mann noch im Krankenhaus, aber auf dem Weg der Besserung

    Laut Pressemitteilung der Polizei befindet sich der 63-Jährige aus Nürnberg noch im Krankenhaus, er sei aber auf dem Weg der Besserung. Sowohl seine Ehefrau als auch die Haßfurter Polizei seien voll des Lobes für die „tolle Reaktion“ des 27-Jährigen. Norbert Mohr, Dienststellenleiter der Polizeiinspektion Haßfurt, kündigte an, den Lebensretter einzuladen, um ihm persönlich zu danken. Zudem wollen die Haßfurter Kollegen den Polizeischüler für die Lebensrettermedaille und einen Preis der DLRG vorschlagen.

    Und wie fühlt es sich an, einem Menschen das Leben gerettet zu haben? „Es geht nicht darum, dass ich es war, der ihn gerettet hat. Es war einfach Erleichterung und Freude“, sagt Swietza über den Moment, als der Gerettete wieder zu Bewusstsein kam.

    Weitere Artikel
    Fotos

      Kommentare (4)

      Kommentar Verfassen

      Der Diskussionszeitraum für diesen Artikel ist leider schon abgelaufen. Sie können daher keine neuen Beiträge zu diesem Artikel verfassen!