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    OBERAURACH

    Leserforum: Naturschutz braucht Schutzflächen

    Der Ausbau von Radwegen kann unbestritten sinnvoll sein. Aber nicht an jedem Ort und schon gar nicht zu Lasten der Natur.

    So plant die Gemeinde Oberaurach zwischen Unterschleichach und Tretzendorf einen maßlos überdimensionierten und nicht notwendigen Geh-und Radweg von mindestens fünf Meter Breite sowie eine Abwasserdruckleitung mitten durch das Naturschutzgebiet „Tretzendorfer Weiher“.

    Durch die geplante 2,50 Meter (!) breite asphaltierte Fahrbahn plus zusätzlich jeweils 0,50 Meter breiten geschotterten und befahrbaren Seitenstreifen und 0,75 Meter breiten Banketten werden massive Eingriffe in das Schutzgebiet vorgenommen.

    So wird der Lebensraum des hier sehr seltenen Hellen und Dunklen Wiesenknopf-Ameisenbläulings zerstört und durch die Bauarbeiten wird er direkt getötet werden. Geschützte Biotope wie Gewässerbegleitgehölze oder seggen- und binsenreiche Nasswiesen werden vernichtet. Auch die Amphibientunnel werden durch diese Barriere beeinträchtigt. Zudem soll die Aurach in diesem Bereich verlegt (!) werden.

    Diese massive Zerstörung der Natur soll aus Gründen des „überwiegenden öffentlichen Interesses“ erfolgen.

    Die erforderlichen naturschutzrechtlichen Befreiungen und Ausnahmen wurden bereits erteilt. Die wasserrechtliche Gestattung der Kreisverwaltungsbehörde für die Verlegung des Baches steht noch aus.

    Ganz schlimm dabei ist, dass es parallel dazu einen vorhandenen Waldweg gibt, der sehr gut hierfür genutzt werden könnte.

    Erst die massive Zerstörung der Natur im Weilersbachtal durch die Bayerischen Staatsforsten und jetzt dieser behördlich gestattete Wahnsinn einer Kommune im Steigerwald! Was der Klimawandel nicht schafft wird auf andere Art und Weise kaputt gemacht.

    Die Gemeinde Oberaurach rühmt sich, ein Stern im Steigerwald zu sein, im Naturschutz ist sie es sicher nicht, denn es gibt Alternativen.

    Naturschutz braucht Schutz- und keine Werbeflächen.

    Julius Lauper

    Bamberg

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    Bearbeitet von Markus Erhard

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