• aktualisiert:

    HASSFURT

    Leuchtturm strahlt in Stadt und Landkreis

    Die Schlüsselübergabe durch Mitarbeiter des Architekturbüros Wiener erfolgte während des Festakts in der Pfarrkirche. Foto: Martin Schweiger

    Nach über vier Jahren Bauzeit und einer Bausumme von rund 13 Millionen Euro wurde am Dienstag das „Haus Sankt Bruno – Caritas und Kirche unter einem Dach“ festlich eingeweiht. Bischof Franz Jung hielt den Festgottesdienst in der Stadtpfarrkirche und segnete anschließend die Hauskapelle und das Haus St. Bruno, das nach der Umbauphase nun nicht mehr allein ein Seniorenheim ist.

    Verschiedene Dienststellen der Caritas, die bislang in der Stadt verstreut waren, wurden in das Haus St. Bruno integriert und befinden sich nun alle unter einem Dach wie die Suchtberatung, der sozial-psychiatrische Dienst, die Ehe- und Familienberatung, die Betriebs- und Familienseelsorge, die Malteser Hospizbegleitung, die Öffentlichkeitsarbeit, der Sozialdienst katholischer Frauen sowie die Ambulante Pflege. Sie alle sind in die Promenade 37 umgezogen. Derzeit wohnen rund 60 Senioren in verschiedenen Wohngruppen zusammen. Insgesamt beschäftigt die Caritas über 330 hauptberufliche Mitarbeiter im Landkreis.

    Bischof Jung sah in seiner Festpredigt die Zusammenführung der Beratungsdienste im Haus St. Bruno als eine „Glaubensverkündigung außerhalb der Kirche mit dem Ziel, Trost und Hoffnung zu schenken.“ Domkapitular Clemens Bieber, Vorsitzender des Diözesan-Caritasverbandes für den Bauherrn, sagte, dass der Finanzdirektor das Projekt glatt abgelehnt habe und einen billigeren Neubau auf der grünen Wiese bevorzugte. Der damalige Haßfurter Bürgermeister Rudi Eck und Landrat Rudi Handwerker hätten sich jedoch dafür ausgesprochen, das Seniorenheim in der Stadtmitte zu belassen.

    Es sei die Idee entstanden, dass viele Dienste unter einem Dach das Haus beleben sollten. Rudi Handwerker habe damals ein Machtwort gesprochen und das Interesse der Menschen vor die Bürokratie gestellt. „Ohne Rudi säßen wir heute nicht hier“, würdigte Bieber den Alt-Landrat. Der Umbau sei bei laufendem Betrieb des Heims erfolgt, was sowohl die Bewohner als auch die Mitarbeiter auf eine Geduldsprobe stellte. Die Herausforderung war, einen zentralen Raum für das ganze Haus zu schaffen, was mit dem Bau der Kapelle gelungen sei.

    Landrat Wilhelm Schneider lobte die zentrale Lage der Einrichtung sowie die Aufteilung in kleine Wohngruppen, wo man gemeinsam essen, singen und lachen könne. St. Bruno vereine nun Betreuung, Begegnung und Beratung. Es handele sich um eine „mutige und weitreichende Investition“. Die Pflege sei zwar Schwerstarbeit, aber gleichzeitig auch eine sinnstiftende Arbeit und eine wertvolle Aufgabe.

    Bürgermeister Günther Werner verwies darauf, dass St. Bruno schon seit über 35 Jahren in der Altstadt angesiedelt sei – „ein Ort, wo der Mensch im Mittelpunkt steht“. Die Caritas habe durch den Umbau die Versorgungsqualität verbessert. Mit dem neu gebauten Café und dem erweiterten Serviceangebot habe man das Haus bereichert. Werner dankte den Bewohnern, dem Personal und den Anliegern für die Geduld während der Bauarbeiten und wünschte „eine gute Zukunft und Gottes Segen“.

    Johannes Simon, Vorsitzender des Kreis-Caritasverbandes Haßberge, sagte, dass man durch Brandschutzauflagen und den drohenden Leerstand des Dachgeschosses vor die Wahl gestellt war: aufhören oder weitermachen. Am runden Tisch im Jahr 2013 sei das Konzept „Caritas und Kirche unter einem Dach“ geboren worden. Sein Dank ging an Rudi Handwerker und Rudi Eck, die damals die Weichen in die richtige Richtung gestellt hätten. „Es brauchte Menschen, die die Aufgabe persönlich nehmen“, betonte er und bedankte sich in diesem Zusammenhang auch beim Architekturbüro Wiener aus Karlstadt, das den Bau begleitete. Nach dem Gottesdienst und Festakt ging es zur Segnung in das neue St. Bruno, wo die Gäste auch bewirtet wurden. Am Samstag, 21. September, ist das ganze Haus von 10 bis 16 Uhr beim Tag der offenen Tür zu einem Rundgang mit Imbiss für jedermann offen.

    ONLINE-TIPP

    Mehr Bilder sehen Sie unter www.mainpost.de

    Bischof Franz Jung segnete die Räume in St. Bruno und entzündete die Osterkerze. Foto: Martin Schweiger
    Zahlreiche Politiker und Ehrengäste nahemn an der Einweihung von St. Bruno teil. Foto: Martin Schweiger

    Weitere Artikel
    Fotos

      Kommentare (0)

        Der Diskussionszeitraum für diesen Artikel ist leider schon abgelaufen. Sie können daher keine neuen Beiträge zu diesem Artikel verfassen!