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    LIMBACH

    Limbach: Ein neues Denkmal für die Flurbereinigung

    Pfarrer Otmar Pottler bei der Segnung des neuen Denkmals. Foto: Günther Geiling

    Für die Flurbereinigung Limbach wird mit der Segnung des Abschlussdenkmals auch ein optischer Schlusspunkt gesetzt. „Mit dem Drehen der Erdkugel und dem Wechsel der Jahreszeiten sollen die Veränderung und der behutsame Umgang mit der Natur nicht nur hier in der Gemarkung, sondern auch auf der Erdkugel als Chance für eine Weiterentwicklung gesehen werden.“ Dies betonte der Vorsitzende des Vorstandes der Teilnehmergemeinschaft Limbach, Raimund Wendel, bei der Abschlussveranstaltung der Flurneuordnung mit Segnung des neuen Denkmals.

    Für das Denkmal sei hinter der Wallfahrtskirche ein günstiger Platz gefunden worden, meinte auch Pfarrer Otmar Pottler. Seit 600 Jahren steht die Wallfahrtskirche mit ihrem Gnadenaltar hier und sei der religiöse Mittelpunkt. In der Nähe sei auch noch der Bildstock des heiligen Wendelinus und zukünftig werde man bei Prozessionen auch dieses Denkmal mit einbeziehen.

    Vorsitzender Raimund Wendel erinnerte an die Problemstellung, dass durch den Autobahnbau die Flurneuordnung schon im Jahre 1985 angeordnet worden sei. Mit Hilfe der Flurneuordnung sollten die durch den Autobahnbau bedingten Flächendurchschneidungen behoben und neu bewirtschaftbare Grundstücke mit öffentlichen Wegen zugänglich gemacht werden. „Das Eigentum, die Grundstücke, das Erbe der Eigentümer war also neu zu gestalten.“

    Wegenetzt neu geplant und gebaut

    In den 90-er Jahren seien mehrere Dorferneuerungsmaßnahmen durchgeführt worden. Dazu zählten die Neugestaltung des Pfarrhofes, der Parkplatz am jetzigen Festplatz, die Kindergartenstraße, der Fußweg zum Kindergarten der Parkplatz beim Kindergarten, die Kellergasse, der Hutwiesen- und Schleusenweg, der Kirchgassenweg, die Grillhalle und die Brücke über den Stegsgraben. Dazu sei von dem damaligen Vorsitzenden Eckhard Hinter mit dem örtlichen Vorstand das Wegenetzt neu geplant und gebaut worden.

    Auf diese Weise wurden Baumaßnahmen und Investitionen in Höhe von 2,6 Millionen Euro getätigt. Davon seien 1,4 Millionen Euro Fördermittel gewesen, wobei der Fördersatz in der Flur hohe 95 Prozent und im Ortsbereich circa 60 Prozent betrug. Im Ortsbereich hatte dann die Stadt Eltmann den Rest zu tragen.

    Nach den Worten Raimund Wendels wurden im Verfahren mit insgesamt 127 Grundstückseigentümern von 780 Flurstücken einzeln und persönlich die Zusammenlegungswünsche besprochen. „Insgesamt wurden infolge der Flurneuordnung auf 377 Hektar Gemarkungsfläche 460 neue Grundstücke mit Hunderten von Grenzsteinen erstmalig abgemarkt und vermessen.“ Für die Stadt Eltmann wurden ihm zufolge die Eigentumsverhältnisse am Sportplatz geregelt und Flächen für die Sportplatzerweiterung ausgewiesen.

    Wasserrückhaltungen und Streuobstflächen angelegt

    Für die Landschaftspflege wurden laut Wendel im Naturschutzgebiet Altmain Sondernutzungsflächen zu Trockenrasenflächen umgewidmet sowie Wasserrückhaltungen und Streuobstflächen angelegt.

    Raimund Wendel meinte, dass durch die Flurbereinigung alte Streitfragen und Grenzstreitigkeiten gelegentlich wohl aufgewühlt, aber letztendlich langfristig durch klare Grenzvermessungen und klare Rechtsregelungen für die nächsten Jahrzehnte befriedet wurden.

    Damit spannte er auch den Bogen zum Abschluss-Denkmal. „Aus dem Erbe schöpfen – schaffen und gestalten – in den Wandel vertrauen“, diesen Spruch von Vorstand Manfred Schmitt habe sich der Vorstand zu eigen gemacht und auf dem Denkmal eingravieren lassen. Er stehe auch in Verbindung mit dem immerwährenden Wechsel der Jahreszeiten, die Bildhauermeister Michael Scholl sehr gut umgesetzt habe. Auf dem in der Nähe stehenden Tisch sind auch noch die Namen sämtlicher Vorstandsmitglieder zu sehen.

    „Die Flurbereinigung hat zwar lange Zeit gedauert, aber mit ihr wurde auch die Ortschaft mit entwickelt und wurden auch viele punktuelle Dorferneuerungsmaßnahmen vorbildlich vollendet“, betonte Landrat Wilhelm Schneider bei seinem Grußwort.

    Der Landkreis habe ja auch im Rahmen des Verfahrens im Naturschutz viel mit der Flurbereinigung zu tun. So hatte das Gebiet viele amtlich festgesetzte Biotope und liege zu rund drei Vierteln im Landschaftsschutzgebiet Steigerwald. Es wurde dabei immer versucht, entsprechende Lösungen zu entwickeln, dies auch bei durchaus auseinandergehenden Meinungen.

    Bürgermeister Michael Ziegler stellte heraus, dass Limbach für seine Zukunft vorgesorgt habe. Er dankte auch den Eigentümern für ihr Verständnis bei Problemen, aber auch dem Amt für ländliche Entwicklung für die hohen Zuschüsse und großartige Unterstützung.

    Bei schönem Herbstwetter feierte man dann den Abschluss der Flurneuordnung und Segnung des Denkmals, wobei die Frauen und Männer der Jagdgenossenschaft das Fest organisierten und die Blaskapelle Limbach für die musikalische Unterhaltung sorgte.

    Bei der Segnung des Abschlussdenkmals (von links) die Verantwortlichen mit dem örtlichen Vorsitzenden Manfred Schmitt, Scholl, Pfarrer Otmar Pottler, 1. Bürgermeister Michael Ziegler, Landrat Wilhelm Schneider, Vorsitzender Raimund Wendel und Wolfgang Thießen (Amt für ländliche Entwicklung). Foto: Günther Geiling

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