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    Mediaspora

    Redakteur Wolfgang Sandler Foto: René Ruprecht

    Die ärztliche Versorgung auf dem Land ist eine unendliche Geschichte, teils ein Albtraum. Selbst in Haßfurt kann man ein Lied davon singen, wie schwer es doch ist, eine umfassende Gesundheitsversorgung zu bekommen. Und Haßfurt ist ein aufstrebendes Mittelzentrum im Maintal, günstig gelegen zwischen größeren Städten wie Bamberg und Schweinfurt, die über die Maintalautobahn recht flott zu erreichen sind. Dennoch mussten die Patienten relativ lange warten, bis zum Beispiel ein Hautarzt in der Kreisstadt begrüßt werden konnte. Haßfurt ist halt nicht München.

    Noch weniger München ist jedoch der nördliche Landkreis rund um die ehemalige Kreisstadt Ebern. Deshalb haben sich Vertreter der Eberner SPD jetzt mit einer Unterschriftenliste an Landrat Wilhelm Schneider – selbst ein Nordlicht – gewandt. Die Sammlung der Signaturen hatte eine Mutter von kleinen Kindern gestartet, um ihrem Wunsch nach einem Kinderarzt oder zumindest Sprechstunden eines solchen im hohen Norden Nachdruck zu verleihen. Unterstützung erfuhr sie von vielen jungen Familien. Über 400 Bürger aus Maro, Rentweinsdorf und Baunachgrund erklärten sich solidarisch.

    Als besonders ärgerlich aber empfinden es die Eltern künftiger Schulkinder, wenn zur Vorschuluntersuchung nicht mehr die Ärztin vom Gesundheitsamt nach Ebern kommt, sondern die Eltern jedes Schulkindes künftig zur Einschulungsuntersuchung für das Schuljahr 2018/19 ausgerechnet nach Haßfurt fahren müssen. Alleine dieses Jahr sind es 79 Schüler für Rentweinsdorf und Ebern, also müssten 79 Eltern alleine aus der Grundschule Ebern mit ihren Kindern 79 Einzelfahrten nach Haßfurt unternehmen. Denn für die Untersuchung jedes Kindes wurden rund 40 Minuten Dauer angesetzt, was die Organisation von Fahrgemeinschaften nahezu unmöglich macht. Und öffentliche Verkehrsmittel sind dafür komplett untauglich.

    Eberns Bürgermeister fand für dieses Jahr mit seiner Intervention beim Landrat ein offenes Ohr. Und künftig soll zumindest für Ebern und Untermerzbach als Orte mit der weitesten Anfahrt eine Lösung in den Kindergärten gefunden werden. Aber der nördliche Landkreis ist halt wirklich nicht München...

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