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    KIRCHLAUTER

    Mehrkosten beim Kirchlauterer Genuss-Erlebnisweg

    Beim „Genuss-Erlebnisweg“ handelt es sich um einen Rundweg um die Gemeinde. Kernstück ist die Streuobstwiese in Kirchlau... Foto: Günther Geiling

    Im letzten Jahr wurde die „Baunach-Allianz“ aus der Taufe gehoben, der elf Städte und Gemeinden angehören und die sich über Teile der drei Landkreise Haßberge, Coburg und Bamberg erstreckt. Am 16. September soll in Ebern das ILE-Konzept für diesen neuen Verein vorgestellt und der Fördermittelbescheid übergeben werden. Im Vorfeld nutzte nun das Ratsgremium der Gemeinde Kirchlauter die Möglichkeit, den neuen Allianz-Manager Felix Henneberger kennenzulernen und mit ihm über seine Vorstellungen der zukünftigen Zusammenarbeit zu diskutieren. Aus dem Gremium kam dabei auch die Forderung nach einem Leuchtturmprojekt für die Gemeinde.

    Das Schulwesen, Einkäufe, Arztbesuche, aber auch naturräumliche Verbindungen waren ausschlaggebend für das Entstehen der Zusammenarbeit in diesem neuen Gebilde „Baunach-Allianz“. Seit dem 1. Juli hat die Allianz mit dem 32-jährigen Felix Henneberger nun auch einen Manager, der die Fäden ziehen und die Projekte steuern soll. Der Diplomgeograph gab einen Einblick in seine Vita. Er stammt aus Suhl in Thüringen und hat in Würzburg studiert.

    Henneberger zeigte dem Gemeinderat Kirchlauter einige Leitprojekte auf, über die er sich schon Gedanken gemacht hat. Bei der „Baukooperation“ gehe es zum Beispiel um Planungen und Arbeiten wie die Herstellung von Banketten oder Seitenstreifen in den Gemeinden. Bevor sich jede der elf Gemeinden mit diesem Problem beschäftige, könne man solche Arbeiten einmal ausschreiben und eine Gemeinde übernehme dann diese Leistung. Hierdurch erspare sich die Verwaltung viel Arbeit und jeder könne vom anderen profitieren.

    Schulung für den Bauhof

    Dies gelte auch für „Schulungen für die Bauhofmitarbeiter“. Es gebe in den Gemeinden der Allianz ja große und kleine Bauhöfe und für die Arbeiten dort brauche es auch immer wieder einmal Fortbildungen. Die Mitarbeiter müssten dazu nicht weit wegfahren, sondern könnten vor Ort geschult werden. Gleichzeitig kämen die Bauhofleiter dabei auch untereinander ins Gespräch.

    Ein weiteres Thema seien „Lückenschlüsse“ bei Radwegen. Hier wolle man den „Rennweg“ oder „Burgenwinkel“ mit einbeziehen, auch kleinere Gemeinden anbinden und über Grenzen zusammenarbeiten. Freizeitaktionen oder Tourismus hörten ja nicht an der eigenen Gemeindegrenze auf.

    Als wichtigen Bereich sah der „Allianz-Manager“ auch die Daseinsvorsorge für ältere Mitbürger. Auch „Leerstände in den Ortschaften“ und insbesondere von Geschäften seien ein Thema. Zwar sei in vielen Bereichen die wirtschaftliche Entwicklung noch gut, aber die Bürger würden älter und hier müsse man Vorsorge treffen, damit man zuletzt nicht nur auf die Großzentren angewiesen sei. Auch an ein „Schülerprojekt“ sei gedacht. Hierbei wolle man Projekte für Jugendliche und Schüler darstellen, denn sie seien es, welche die Zukunft einmal bestimmen würden.

    Horst Gehring hatte eine Forderung parat: „Touristisch brauchen wir ein Leuchtturmprojekt und wir müssen auch im Randbereich etwas machen, sonst fühle ich mich als fünftes Rad am Wagen. Es konzentriert sich alles auf die Achse Ebern bis Baunach. Deswegen spreche ich als Leuchtturmprojekt einen Aussichtsturm oder Kletterpfad an. Sonst sehe ich keinen Sinn in der Baunach-Allianz. Bürgermeister Karl-Heinz Kandler erklärte, dass es schon Sinn mache, hier mitzuarbeiten, denn schon für die „Obere Wirtschaft“ in Neubrunn erhalte die Gemeinde dadurch zehn Prozent mehr an Fördermitteln.

    Nähe zum Main macht attraktiv

    Der Allianz-Manager meinte, dass die Nähe zum Main und zu Bamberg attraktiv für diesen Raum sei. Das Wichtigste sei, die Region gemeinsam zu stärken. Wenn nämlich der Einzelhandel wegfalle, habe man nur noch die großen Zentren. „Jeder müsste eigentlich dankbar sein, wenn sich Strukturen nicht noch weiter konzentrieren. Momentan läuft alles noch super und es sind auch viele Fördergelder da. Aber wie sieht es in 20 Jahren aus?“ Zum Thema „Leuchtturmprojekte“ stellte er fest, dass sie oft nur als gemeinsames Projekt förderfähig sind. Er könne auch einen Aussichtsturm nicht versprechen, aber man werde sich auch um kleinere Projekte bemühen.

    Uwe Derra brachte ein „Mountainbike-Projekt“ ins Gespräch. Viele Radfahrer seien jetzt schon auf dem Rennweg unterwegs und mit den E-Bikes sei es noch besser möglich, über Berg und Tal zu fahren. Hierzu denke er weniger an die ausgebauten Wege, als an die Einbeziehung von Erdwegen. Henneberger nahm diese Anregungen mit und versprach, mit den Bürgermeistern und den Gremien in den Gemeinden immer in Kontakt zu bleiben und auch solche Anregungen zu überprüfen.

    Mit dem „Genuss-Erlebnisweg“ stand dann ein Projekt der Gemeinde auf der Tagesordnung. Das Gremium hatte im November dieses Projekt mit einer Gesamtkostensumme von 121 000 Euro beschlossen. Dabei handelt es sich um einen Rundweg um die Gemeinde. Kernstück ist die Streuobstwiese in Kirchlauter mit Beschilderung und Informationstafeln zu zahlreichen Themen wie Bienen, Fledermäusen, Heckenfrüchten oder auch beim Rundweg über Pettstadt und Neubrunn zu Brennereien.

    Broschüren und Prospekte

    Dazu gehören auch Broschüren und Faltprospekte. Kürzlich war auch eine Figurenbeute für Bienen aufgestellt worden. Bürgermeister Karl-Heinz Kandler brachte Mehrkosten auf den Tisch, die vom Gemeinderat abgesegnet wurden. Der Finanzrahmen von 121 000 Euro werde damit noch nicht überschritten.

    Die Freiwillige Feuerwehr Kirchlauter hat vor kurzem ihre Führung neu gewählt. Vom Gemeinderat wurden deswegen als Erster Kommandant Frank Brem, als Zweiter Kommandant Andreas Jakubka und als Dritter Kommandant Martin Fuchs bestätigt. Dies geschah mit der Auflage, dass alle drei die Lehrgänge „Gruppenführer“ und „Leiter einer Feuerwehr“ innerhalb von zwei Jahren mit Erfolg besuchen müssen.

    Thema war auch die Abwasser-Sanierung in Kirchlauter, die in einigen Seitenstraßen und der Hauptstraße auf den Weg gebracht werden soll. In Gesprächen mit dem Straßenbauamt und dem Tiefbauamt des Landkreises könne man aber vielleicht auch die Ortsdurchfahrt in einen Ausbauplan aufnehmen. Deswegen schlug Bürgermeister Kandler vor, nur die Seitenstraßen im nächsten Abschnitt zu sanieren und die Arbeiten in der Hauptstraße auf einen späteren Zeitraum zu verschieben.

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