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    HOFHEIM

    "Mein Afghanistan" ist mehr als Krieg und Terror

    "Was fällt Euch als Erstes ein, wenn ihr an Afghanistan denkt?", wollte Saeid Herawi von seinen Zuhörern wissen. Es ist viel mehr als Krieg, zeigte sein spannender Vortrag.
    Was „mein Afghanistan“ für sie bedeutet, stellten Jawid Khajezadeh (von links), Saeid Herawi und seine Schwester Parisa vor.
    Was „mein Afghanistan“ für sie bedeutet, stellten Jawid Khajezadeh (von links), Saeid Herawi und seine Schwester Parisa vor. Foto: Christina Bendig

    „Was fällt Euch als Erstes ein, wenn ihr an Afghanistan denkt?“, will Saeid Herawi gleich zu Beginn von seinen rund 60 Zuhörern wissen, die auf Einladung der Landkreis-VHS und des Freundeskreises Asyl Hofheim zu seinem Bildervortrag nach Hofheim gekommen sind.

    Die allgemeine Antwort lautet: „Krieg“, natürlich. Doch der 22-Jährige aus dem afghanischen Herat hat sich vorgenommen, seinem Publikum zu zeigen und auch auf Deutsch zu erzählen, dass sein Heimatland abseits des Krieges schön, vielfältig und sehenswert ist, berichtet der Freundeskreis Asyl in einer Pressemitteilung. Neben der Darstellung der geografischen Lage Afghanistans als Nachbarstaat von Pakistan, Iran, China und den ehemaligen Sowjetrepubliken Turkmenistan, Tadschikistan und Usbekistan berichtet er aus der langen Geschichte der Region von Alexander dem Großen über das Reich der Darriden bis zum heutigen Staat Afghanistan.

    Wunderbare Bilder

    Die Zuschauer sehen wunderbare Bilder von historischen Bauten, vormittelalterlichen Zitadellen, eindrucksvoller Natur und ungewöhnlichen Wildtieren. Sie erfahren, dass beispielsweise beim Neujahrsfest Nowruz, welches zum Frühlingsbeginn gefeiert wird, ausschließlich Speisen auf den Tisch kommen, die mit dem Buchstaben „S“ beginnen. Überhaupt ist die afghanische Küche ein Thema, das die Zuhörer lebhaft interessiert, sei es im Alltag oder bei Festen, zu denen Saeid Herawi Filme von afghanischen Tänzen zeigt.

    Nach einer Fülle von Informationen und Beantwortung zahlreicher Fragen lädt er im Anschluss gemeinsam mit seiner Schwester Parisa und den Helfern Monika Hoffmann und Jawid Khajezadeh zu einem afghanischen Büffet ein.

    Krieg hat das Land geprägt

    Natürlich kommt die Rede dann doch noch auf den langen Krieg, der das Leben in Afghanistan nun schon seit fast 40 Jahren so schrecklich prägt, so dass Anschläge und Terror sozusagen Alltagsereignisse sind. Ortsnamen wie Masar-e-Sharif, Kandahar oder Kundus kennt man in Deutschland eben nicht aus schön bebilderten Reiseführern, sondern aus den Nachrichten der Tagesschau.

    Aber Saeids Plan geht auf, berichtet der Freundeskreis Asyl weiter: in Erinnerung bleiben Bilder von herrlicher Gebirgslandschaft, lila Safranblüten, majestätischen Schneeleoparden, wimmelndem Verkehr in Kabul – und natürlich der unvergleichliche Geschmack des feinen Kräuter-Omelettes Kuku sabhzi.

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    Bearbeitet von Alois Wohlfahrt

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