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    KNETZGAU

    Messelausee bei Knetzgau umgekippt: Die Karpfen kämpfen noch

    Nadine Hilpert ist „seit Menschengedenken“ beim Angelverein „Messelau“ Haßfurt. Am Mittwoch steht sie fassungslos vor dem gleichnamigen See bei Knetzgau. Zahllose tote Fische treiben an der Oberfläche. Das Gewässer ist aufgrund der aktuellen Umstände umgekippt.

    Nadine Hilpert sieht mehrere Gründe dafür, dass der Sauerstoff im Wasser für die Fische knapp geworden ist. Zum einen ist derzeit wenig Wasser im See. „Der Wasserstand liegt rund einen Meter unter dem gewohnten Wert“, so die junge Frau. Dazu komme das Laub, das von den umstehenden Bäumen und Gebüschen in den See falle, heuer aufgrund des extremen Sommers früher also sonst. Diese verrotte im Wasser und entziehe dabei Sauerstoff. Zudem sei es in den letzten Tagen wieder deutlich wärmer geworden.

    „Die Zander sterben zuerst, dann die Hechte und Brassen.“
    Nadine Hilpert, Mitglied im Anglerverein

    Da einerseits die Löslichkeit von Sauerstoff im Wasser mit der Wassertemperatur abnehme, während andererseits sauerstoffverbrauchende Abbauprozesse beschleunigt würden, trage die Wärme erheblich zum Sauerstoffmangel bei. „Die Zander sterben zuerst, dann die Flussbarsche, Hechte und die Brassen. Die Weißfische halten es ein wenig länger aus. Die Karpfen kämpfen noch“, beschreibt die Anglerin eine etwas skurril anmutende Situation. Die Angler haben mit Hilfe eines Landwirts eine Wasserleitung vom Main zum See gebaut und spritzen in hohem Bogen das sauerstoffhaltigere Nass in den See.

    An der Stelle, an der der Wasserstrahl die Wasseroberfläche berührt, drängen sich wie eine gewaltige dunkle Masse Fischleib an Fischleib Hunderte von Karpfen zusammen und schnappen verzweifelt nach Luft. Daneben in Schwärmen kleine Fischchen, die ebenfalls immer wieder die Oberfläche durchstoßen. Die Karpfen kämpfen noch – viele andere Arten haben den Kampf bereits verloren. Auf der gesamten Oberfläche des Sees treiben Hunderte von Fischkadavern. Aber noch ist nicht sämtliches Leben aus dem See gewichen. Am Nachmittag rückte die Freiwillige Feuerwehr an und versuchte, durch den Einsatz von mehreren Strahlrohren mehr Sauerstoff in das Seewasser zu pumpen.

    „Wir haben kurzerhand eine Feuerwehrübung angesetzt“, erklärt Bürgermeister Stefan Paulus im Gespräch mit dieser Redaktion. Bereits vor einer Woche hätten die Angler versucht, Sauerstoff in den See zu pumpen, weiß das Gemeindeoberhaupt. Aber die extreme Hitze des Sommers habe dem See gewaltig zugesetzt. Der Einsatz der Feuerwehr soll das völlige Umkippen des Sees verhindern.

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