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    Knetzgau

    Nach Brand in Entsorgungsbetrieb: Altpapier wird wie gewohnt abgeholt

    Auch wenn der Entsorgungsfachbetrieb Koppitz in Knetzgau nach dem schweren Brand stillsteht: Das Altpapier im Landkreis wird weiter abgeholt und entsorgt. Foto: Alois Wohlfahrt

    Er hatte es bereits wenige Stunden, nachdem der Großbrandauf seinem Betrieb endgültig gelöscht war, gemutmaßt: Den größten Teil des Millionenschadens werde wohl die Betriebsunterbrechung ausmachen, hatte Geschäftsführer Jürgen Koppitz vom Knetzgauer Entsorgungsfachbetrieb gegenüber der Redaktion erklärt. Da hatte Koppitz noch von einigen Monaten gesprochen. Inzwischen gibt es auch ein Datum, berichtet er jetzt auf Anfrage: Er hoffe, dass der Wiederaufbau bis Ende November gelingt. Das sei der derzeitige Plan.

    Die Planungen für den Wiederaufbau laufen derzeit bereits auf Hochtouren. Zum einen, um die durch den Brand zerstörten Maschinen wieder zu beschaffen. Zum anderen aber auch, um ein ähnlich schlimmes Unglück wie Anfang Juli zu verhindern: Das Brandmeldesystem soll weiter ausgebaut werden, zusätzliche Branderkenner sollen auf den Förderbändern eingebaut werden. Wie berichtet, hatte sich nach Ausbruch des Brandes das Feuer rasend schnell über die Förderbänder verteilt und ausgebreitet. Glücklicherweise konnte ein Ausbreiten in der benachbarte große Halle mit sortierten Papier durch die Löschanlage verhindert werden. 

    So sehr der Betrieb in Mitleidenschaft gezogen wurde, so wenig werden Bürger im Landkreis Auswirkungen zu spüren bekommen, sagt Koppitz: "Das Altpapier wird ganz normal abgeholt. Die Bürger merken gar nichts." Und ähnlich ist auch die Einschätzung von Christoph Schneider vom Abfallwirtschaftsbetrieb des Landkreises Haßberge: Für die Bürger werde es keine Auswirkungen haben, erklärt Schneider auf Anfrage der Redaktion.

    Warum dies so ist, erklärt Koppitz: "Es ist, wie wenn ein Kraftwerk plötzlich keinen Strom mehr erzeugen kann. Dann wird umgeleitet." In etwa so funktioniert auch die Logistik nach diesem Brand. Das gesammelt Altpapier wird "umgeleitet", auf andere ähnliche Anlagen in Bayern verteilt. Auch in Zukunft werden Müllwagen in Knetzgau abladen. Doch sortiert wird nicht mehr in Knetzgau. Der Standort fungiert erst einmal lediglich als Umladestation. Von hier aus wird das Altpapier auf größere Lastwagen verladen und weitertransportiert zum Sortieren.

     

    Nach dem verheerenden Brand waren in den vergangenen Tagen auch Gerüchte aufgetaucht, dass es infolge des Betriebsstillstands zu Entlassungen kommen könnte. Dem widerspricht Koppitz. Und dies habe er auch auf einer Betriebsversammlung vor wenigen Tagen erklärt. Es gebe keine Entlassungen, "denn ab 1. Dezember brauchen wir doch wieder die gleiche Mannschaft. Da wäre es doch töricht, jetzt zu entlassen, wenn wir die Mitarbeiter wieder dringend benötigen". Und dies betreffe aus jetziger Sicht auch die befristeten Arbeitsverträge. 

    Gerüchte hatte es außerdem gegeben, dass die Papierfabrik Palm in Eltmann, als zentraler Verwerter von Altpapier aus dem Landkreis Haßberge, durch den Brand des Entsorgungsbetriebs in Knetzgau beeinträchtigt sei. Dem widerspricht das Unternehmen. "Unser Werk ist versorgt, es gibt kein Problem", sagt auf Anfrage Christoph Waldecker, verantwortlich für die Rohstoffbeschaffung bei Palm. "Wir produzieren normal weiter. Alles läuft normal, auch wenn logistische Herausforderungen zu bewältigen waren. Alles ist absolut in Ordnung."   

    Von "alles in Ordnung" ist der Betrieb von Koppitz noch weit entfernt, dennoch blickt der Geschäftsführer optimistisch nach vorne: "Wir werden alles wieder hinbringen. Wir schaffen das."

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