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    KREIS HAßBERGE

    Neue Kräfte gegen das Schneechaos

    Hunderte Aktive des Technischen Hilfswerks sind in Südbayern im Einsatz, um in den Katastrophenregionen zu helfen. Auch THW'ler aus dem Ortsverband Haßfurt unterstützten die Menschen beim Schneeschippen – auf Dächern – oder dem Beseitigen umgestürzter Bäume. Foto: Jürgen Fischer

    Im Schneechaos von Oberbayern sind nach wie vor Hunderte von freiwilligen Helfern im Einsatz. Vom Ortsverband Haßfurt unterstützten 13 Einsatzkräfte des Technischen Hilfswerkes am Wochenende vor Ort in Berchtesgaden die Menschen beim Schneeräumen oder als Baufachleute. Diese Spezialisten standen bei der Entscheidung mit Rat und Tat zur Seite, ob Dächer geräumt werden müssen und wie viele Helfer das jeweilige Dach noch verkraften kann.

    „Von den 13 Helfern sind in der Nacht zum Montag gegen 1 Uhr elf wieder heimgekehrt“, berichtet Christian Werner, Ortsbeauftragter des THW Haßfurt, im Gespräch mit dieser Redaktion. Ein Baufachberater, von Beruf Bauingenieur, und sein Fahrer seien noch in Oberbayern geblieben, um weiter die Schneelasten auf den Dächern zu ermitteln. Sie werden am Dienstag zurückerwartet.

    Der THW-Ortsverband Haßfurt rüstet derzeit eine neue Einsatzbereitschaft mit Baufachleuten aus, die bei Bedarf ins Krisengebiet geschickt werden könnte. Ebenso steht eine „Fachgruppe Räumen“ mit Radlader und Kipper quasi „Schaufel bei Fuß“, denn diese Gruppe könnte den von den Dächern geräumten Schnee abtransportieren, um die Wege zu den Einsatzorten wieder freizumachen, Schnee schippen oder umgestürzte Bäume beseitigen. Die Landratsämter vor Ort entscheiden, ob sie noch zusätzliche Einsatzkräfte benötigen. Diese Meldung geht dann an den THW-Landesverband, der den Überblick über die einsatzbereiten Kräfte hat und diese bei Bedarf anfordern kann.

    Die aus dem Schnee-Einsatz zurückgekehrten und müdegeschaufelten Helfer aus Haßfurt konnten, so Christian Günther, von keinen besonderen Vorfällen in ihrem Einsatzgebiet berichten. Dafür von großer Dankbarkeit der betroffenen Bevölkerung, von der die Unterfranken mit offenen Armen aufgenommen wurden.

    Baufachberater Simon Gräf erzählt von seinem Einsatz in Oberbayern: „Wir ziehen in der Regel Schneeproben, um das Schneegewicht zu ermitteln. Aus Sicherheitsgründen ist es oft nicht möglich, das direkt vom Dach zu machen. Dann wird eine Ersatzfläche genommen wie Vorgarten oder Nachbargrundstück. Die Schneehöhe muss jedoch vom betroffenen Objekt ermittelt werden, um hier einen aussagekräftigen Wert zu erhalten. Im Vergleich zu den statischen Schneelastannahmen wird dann bewertet, ob noch Reserven vorhanden sind oder schon eine Überlastung vorliegt.“

    Das Objekt werde „in der Regel auch von innen geprüft“, so Simon Gräf, „wie die Dachstuhl-Konstruktion ausgeführt ist und ob es hier bereits Probleme mit der Konstruktion gibt – Verformungen, Risse, Schäden von Verbindungselementen“. Ebenso müsse geprüft werden, ob der Dachstuhl schon Vorschäden wie Schädlingsbefall oder Wasser aufweist.

    „Das fließt dann alles in die Bewertung ein und wird dann hier kategorisiert. 1 ist sofort räumen, weil überlastet; 2 die nächsten Tage, da neue Schnee-/Wasserlasten kommen, 3 ist noch kein Bedarf, da ausreichend Reserven.“ Allerdings, so Simon Gräf, müsse nach neuen Niederschlägen erneut geprüft werden.

    Baufachberater und Bauingenieur Simon Gräf vom THW Haßfurt beim Bestimmen des Schneegewichts auf Hausdächern. Foto: Maximilian Schnös

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