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    Oberschwappach

    Oberschwappach: "Kirchenstreit" nimmt ein glückliches Ende

    Aufgeschoben ist nicht aufgehoben: Das Bistum gibt sein Ja-Wort für die Innensanierung der St.-Barbara-Kirche, sobald das Bau-Moratorium ausgelaufen ist.
    Nun haben die Oberschwappacher Gewissheit, dass der Innenraum ihre Pfarrkirche St. Barbara in wenigen Jahren doch saniert wird. Der Knatsch mit dem Bistum ist beigelegt. Foto: Martin Sage

    Reden ist Silber, Schweigen ist Gold? Beim Streit um die Kirchensanierung in Oberschwappach in der Gemeinde Knetzgau (Landkreis Haßberge) gilt das nicht. "Hätten die da oben vorher mal mit uns geredet, hätten wir uns den ganzen Ärger sparen können", meint Gemeinderat und Organist Udo Vogt. Doch sein Frust ist jetzt wie weggeblasen: "Die da oben", das Bistum nämlich, hat jetzt zugesichert: Die Sanierung kommt. Und zwar sobald der allgemeine Baustopp im Bistum ausgelaufen ist, was im Sommer 2022 der Fall ist.

    Glaubensfrage: Wann hat eine Sanierung begonnen?

    Schon seit Jahren engagiert sich die Dorfgemeinschaft für die Innensanierung der Pfarrkirche St. Barbara. Als die Diözese im August 2019 angesichts zurückgehender Kirchensteuereinnahmen ihr dreijähriges Bau-Moratorium verkündete, wähnten sich die Oberschwappacher davon nicht betroffen. Das Bistum hatte selbst erklärt, dass bereits laufende Baumaßnahmen nicht berührt sind. Genau das sei bei ihnen der Fall, sehen die Gläubigen in dem 550-Seelenort den Beweis für den Start ihrer Sanierung durch Aussagen und Vermerke in den Protokollen des Bischöflichen Baureferats aus der Zeit vor dem Moratorium erbracht.

    Von dem Veto aus Würzburg fühlten sich ergo sowohl viele Mitglieder in der Pfarrgemeinde als auch die Vertreter der politische Gemeinde vor den Kopf gestoßen. Beide Seiten waren mit erheblichen Mitteln in Vorleistung gegangen und befürchteten nun, auf den Geldern sitzen zu bleiben. Und das nicht nur über die Phase des Moratoriums hinweg. Weil sich aus Sicht der Gläubigen vor Ort die Diözese gegen die Diskussion sperrte, keimte sogar die Sorge auf, der Innenraum von St. Barbara würde nun auf ewig keinen Restaurator mehr sehen. Deshalb hatten sich die Betroffenen auch an diese Redaktion gewandt.

    "In die Hand versprochen"

    Doch seit dem Neujahrsempfang des Bistums ist alles wieder gut. Da waren Bürgermeister Stefan Paulus und Udo Vogt, der eigentliche Motor der Sanierung, extra nach Würzburg gefahren und hatten, wie sie nun berichten, auf das Ende des offiziellen Teils gewartet, bis fast alle Gäste schon gegangen waren. Dann kam ihre große Gelegenheit und sie konnten mit Generalvikar Thomas Keßler sprechen. "Der hat gleich gewusst, wer wir sind", erzählte Udo Vogt dieser Redaktion im Nachhinein. Und es sei ein sehr netter Austausch gewesen. Vor allem aber: "Er hat uns in die Hand versprochen, dass die Sanierung kommt." Auch Bürgermeister Paulus zeigte sich nun zufrieden. "Unsere Hauptangst war ja, dass in den kleinen Kirchen gar nichts mehr geschieht."  

    Zwei Emporen sind eine zuviel: Die obere Empore in der Kirche St. Barbara in Oberschwappach wurde nach dem Krieg eingebaut, als die Menschen wieder fleißig die Gottesdienste besuchten. Sie wird im Zuge der Innensanierung zurückgebaut. Foto: Martin Sage

    Die Pressestelle des Bistums teilte "nach Rücksprache" mit dem Generalvikar am Montag mit, die Sanierung der Pfarrkirche in Oberschwappach sei nur verschoben. "Die nötigen Mittel sind für die Zeit nach Abschluss des Baumoratoriums vorgemerkt", heißt es kurz und knapp in der Antwort aus Würzburg.

    Gesamtkosten von rund 800 000 Euro

    2022 kann es dann also losgehen, freuten sich Paulus und Vogt. Rund 800 000 Euro sollen die Erneuerung von Heizung und Leitungen, der Austausch von Bodenplatten, die Beseitigung von Rissen im Mauerwerk und die frischen Anstriche kosten. Die Diözese wird rund die Hälfte schultern, 200 000 Euro die Pfarrei vor Ort. Je 100 000 Euro betrüge der Anteil von politischer Gemeinde und Denkmalamt. Erfreulich für Oberschwappach: Das Bistum übernimmt auch die Kosten für die Lagerung der neuen Orgel, die schon vor drei Jahren angeschafft wurde, aber erst nach Sanierung eingebaut wird. Da fallen pro Jahr rund 1000 Euro an.

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