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    UNFINDEN

    Ohne Geschwindigkeitsbegrenzung sind Unglücksfälle vorprogrammiert

    Hitzig diskutiert und gefordert wurde die Einrichtung einer Geschwindigkeitsbegrenzung auf 70 Stundenkilometer auf der Staatsstraße bei Unfinden. Foto: Gerold Snater

    Auch in Unfinden zeigten die Bewohner reges Interesse an der Teilbürgerversammlung am Mittwochabend im Saale des „Schwarzen Adlers“. Zu Beginn berichtete Bürgermeister Claus Bittenbrünn über bereits abgewickelte Projekte in der Vergangenheit und Vorhaben in der Zukunft in Königsberg und seinen Stadtteilen, so auch in Unfinden.

    In diesem Zusammenhang würdigte er besonders den OGV Unfinden, der sich sehr rührig an Objekten in diesem Stadtteil beteilige und sich vorbildlich um das Erscheinungsbild seines Dorfes kümmerte. So half dieser auch bei der Umgestaltung des Friedhofs mit, wo unter anderem neue Platten gelegt und die Bäume am Eingang geschnitten wurden. Zufrieden zeigte sich das Stadtoberhaupt auch darüber, dass die viele Jahre sehr reparaturbedürftige Raiffeisenstraße nun in einen guten Zustand gebracht werden konnte. Schön sei auch das „Fischbrünnle“ Richtung Junkersdorf geworden, wo auch der ehemalige Brunnen wieder aufgestellt werden soll.

    Die erste Frage aus den Reihen der Versammlungsteilnehmer kam von Heinz Grimmer, der wissen wollte was auf dem Friedhof in Unfinden bezüglich der immer mehr zunehmenden Urnenbestattungen und der Auflösung von Gräbern geplant sei. Es sei nicht schön, wenn immer mehr Grabsteine wegfallen. Dann sehe der Friedhof sehr leer aus. Hier werde man eine gemeinsame, für alle befriedigende Lösung finden, so Bürgermeister Bittenbrünn.

    Um die viele Schäden aufweisende Straße „Am Bettelmann“ ging es bei der nächsten Frage. „So ist es kein Zustand. Sie steht auf dem großen Plan“, lautete dazu die Information von Bittenbrünn. Wann dieser große Plan aber in Erfüllung geht, das könne er nicht sagen.

    Dem Vorschlag von Helmut Hey, die alten Brunnen des Dorfes, die auch ein Stück Geschichte darstellen, wieder auf Vordermann zu bringen, stand das Stadtoberhaupt sehr positiv gegenüber. Dazu solle vor Ort ein Treffen mit den entsprechenden Leuten der Gemeinde stattfinden.

    Heinz Grimmer meldete sich noch einmal mit der Frage zu Wort, warum es zwischen dem neuen Baugebiet am „Wacholderweg“ Richtung Unfinden und der Stadt Königsberg auf einer so großen freien Fläche quasi ein „Loch“ gebe. Amtsleiter Johannes Mücke informierte, dass die dort liegenden Grundstücke von ihren Besitzern nicht verkauft würden und deshalb eine Überplanung nicht möglich sei. Den Vorschlag von Helmut Hey, wenigstens einen Teil davon zu einem Naherholungsgebiet umzugestalten, entgegnete Gerd Rügheimer: „Wir haben genug Grün um uns herum. Wir sind hier nicht in der Großstadt!“

    Eine teilweise sogar hitzige Diskussion brachte Ortssprecherin Eva Rügheimer in Gang, die vorschlug, vom Biotop „Fischbrünnle“ bis zum Ortseingang von Königsberg auf der Staatsstraße eine Geschwindigkeitsbegrenzung auf 70 Stundenkilometer einzurichten, da hier zu schnell gefahren werde. Unglücksfälle seien hier vorprogrammiert. Laut Bittenbrünn sei diese Geschwindigkeitsbegrenzung schon einmal angegangen, aber mit dem Hinweis seitens des Straßenbauamtes abgelehnt worden, dass hier der Durchgangsverkehr Vorrang habe. Einige Bürger wiesen darauf hin, dass auf diesem Straßenabschnitt zwei Dorfstraßen in die Staatsstraße einmünden und diese Kreuzungen einen hohen Gefahrenquotienten darstellten. Auf alle Fälle sollten Geschwindigkeitsmessungen durchgeführt werden, um einen Grund für Geschwindigkeitsbegrenzung zu haben. Bürgermeister Bittenbrünn sagte zu, eine solche Begrenzung noch einmal mit Nachdruck zu verfolgen. Erstaunt war er darüber, dass, so die Aussage einiger Versammlungsteilnehmer, die Buslinien nicht die im Dorf eingerichteten Haltestellen anfahren, sondern die Fahrgäste auf der Hauptstraße aussteigen lassen würden, was ein großes Gefahrenpotential berge, wie einige Versammlungsteilnehmer berichteten.

    Margot Hey war es vorbehalten, zum Ende dieses Unfindener Teils der Versammlung den Vorschlag zu machen, doch nicht alle Wiesen abzumähen, sondern diese als Blumenwiese und damit als Nahrung für die Insekten stehen zu lassen.

    Marco Siller aus Unfinden nutzte die Gelegenheit, der Versammlung ein Nahwärmekonzept für Unfinden vorzustellen. Die Vorgaben für so ein Projekt waren, dass es einen finanziellen Vorteil für die einzelnen Teilnehmer geben müsse gegenüber einem herkömmlichen System mit jeweils einem Heizkessel pro Haushalt und der Brennstoff müsse aus erneuerbaren Ressourcen bestehen. Eine Gruppe von gut zehn Leuten setzte sich damit auseinander und stellte ein Konzept für eine kalkulierte Nahwärmeversorgung auf. Das ganze System könne dann wirtschaftlich sinnvoll auf Basis erneuerbarer Brennstoffe arbeiten, so die Aussage von Marco Siller, wenn sich etwa 40 Haushalte in Unfinden beteiligen möchten. Die Vorstellung diente dazu, das Interesse im Dorf einzuholen und die nächsten Schritte zur Umsetzung des Nahwärmekonzeptes in ein Nahwärmeprojekt voranzutreiben. Eine Idee, die von den Bürgern gut angenommen wurde und weiterverfolgt werde.

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