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    GLEISENAU

    Orgel und Trompete können miteinander

    Der bekannte Prinzipal-Organist Christian Schmitt von den Bamberger Symphonikern spielt an der Orgel in Gleisenau. Foto: Günther Geiling

    Trompete und Orgel, das ist eine sehr beliebte Kombination für festliche Konzertveranstaltungen. Wenn sich dazu noch zwei Spezialisten zusammentun, wird dies zu einem besonderen Genuss für die Zuhörer. Dies wird am Sonntag, 5. Mai, um 17.30 Uhr in der Kirche von Gleisenau der Fall sein, wenn der Principal-Organist Christian Schmitt und Solotrompeter Markus Mester, beide Solisten bei den Bamberger Symphonikern, mit einem erstklassigen und abwechslungsreichen Programm den Kirchenraum mit Klangpracht füllen werden.

    Es ist schon wirklich einmalig, wenn zwei solch hochkarätige virtuose Künstler in den kleinen Ort und in die Kirche von Gleisenau kommen. Organist Christian Schmitt ist nämlich weltweit unterwegs und fliegt gerade jetzt im Mai zu Konzerten nach Perm, im Vorural in Rußland, oder zu einem Konzert in der evangelischen Sofienkirche in Oslo/Norwegen. Dann folgen Auftritte beim Bachfest in Leipzig, in Hamburg oder Zürich und im August bietet er in Eisenach einen Orgelkurs für Studentinnen aus China.

    Christian Schmitt reist also viel und spielt dabei natürlich auch auf den schönsten und klangvollsten Orgeln der Welt. Dabei gerät er immer wieder ins Schwärmen über technische Finessen und künstlerische Möglichkeiten von Orgeln wie bei den Bamberger Symphonikern oder der Klais-Orgel in der Elbphilharmonie.

    Der 43-jährige Musiker ist Echo-Preisträger, gilt als einer der virtuosesten und charismatischsten Konzertorganisten seiner Generation und ist als Solist sowie als Begleiter international gefragt. So konzertiert er auch weltweit mit führenden Rundfunkorchestern und weiteren renommierten Klangkörpern. Er ist erfolgreicher Gast auf internationalen Podien und Emporen. Vielfach hat er an Aufnahmen mit Rundfunkorchestern mitgewirkt und war einer der Ersten, der an neuen Konzertorgeln in Montreal, Wien, Salzburg, Luxemburg und auch in der Hamburger Elbphilharmonie musizierte. Inzwischen wird er auch von renommierten Institutionen als Experte für Konzertorgeln um Rat gebeten, etwa für die Tonhalle in Zürich oder das Konzerthaus in Berlin, und wird deswegen auch gelegentlich als „Herr über tausend Pfeifen“ tituliert.

    Von diesen großen Orgeln wie in der Konzerthalle an der Regnitz – mit vier Manualen, 74 Registern und 5830 Pfeifen eine der größten Konzertorgeln in Europa – kommt er nun nach Gleisenau und wird auch aus dieser Orgel alles herausholen. Über diesen Umstand, dass ein Organist stets auch an fremden Instrumenten spielen muss, philosophierte er einmal so. „Es ist ein bisschen so, wie wenn man als Spitzenkoch in einer fremden Küche arbeiten und erst einmal herausfinden müsste, wo sich das Salz befindet.“

    Aber nicht nur die Orgel, die „Königin der Instrumente“, wird erklingen, sondern damit verschmolzen wird ganz sicherlich der strahlende Klang der Trompete von Markus Mester, dem Solotrompeter der Bamberger Symphoniker. Die Trompete ist ja bekannt dafür, dass sie wunderbar mit der Orgel harmoniert.

    Markus Mester war Student an der Herbert von Karajan-Stiftung in Berlin und wirkte von 1988 bis 1992 als Solotrompeter im „European Community Orchestra“ unter der Leitung von Claudia Abbado mit. Seit 1992 ist er Solotrompeter der Bamberger Symphoniker und seit 1996 auch erster Trompeter im Festspielorchester der Richard Wagner Festspiele in Bayreuth. Außerdem arbeitet er mit zahlreichen Sinfonie-Orchestern zusammen und ist Mitbegründer des „Blechbläserquintetts der Bamberger Symphoniker“. Darüber hinaus übt er Lehrtätigkeiten mit Meisterkursen an Musikhochschulen in Deutschland und Europa aus bis hin zu Orchestercoaching.

    Zwei solch exzellente Musiker nach Gleisenau zu bekommen, ist natürlich nur möglich über gute Kontakte und persönliche Beziehungen, wie sie auch Pfarrer Volkmar Gregori immer wieder pflegte und auf diese Weise diese virtuosen Künstler zu seinem Abschied noch einmal nach Gleisenau brachte. Und dies wirkt sich sogar bis in die Programmgestaltung und die Auswahl der Kompositionen aus, über die sich alle Zuhörer freuen dürfen.

    Der Einstieg beginnt schon mit dem ersten Werk der „Suite in D-Dur“ von Georg Friedrich Händel, auch als Wassermusik bezeichnet, die schon mit ihren fünf Sätzen zu Beginn eine Art Sahnehäubchen für die Ohren der Zuhörer werden wird. Natürlich werden auch die Toccata und die Fuge in F-Dur für Orgel von Johann Sebastian Bach nicht fehlen oder das Choralvorspiel „Jesus bleibet meine Freude“ für Orgel und Trompete. Dazu gibt es „Cantabile for you“ von Enrico Pasini und das Finale F-Dur aus der Orgelsinfonie Nr. 4 von Charles-Marie Widor, ein triumphales Finale, das nur noch mit dem gemeinsamen Schluss „nun danket alle Gott“ von Orgel, Trompete und dem Gesang der Gemeinde übertroffen werden kann. Der Eintritt zu der festlichen Konzertveranstaltung ist frei. (gg)

    Markus Mester, Solotrompeter bei den Bamberger Symphoniker, wird seine Virtuosität auf seiner Trompete zeigen. Foto: Günther Geiling

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