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    Hohnhausen

    Persönliche und kritische Fragen an die Bürgermeisterkandidaten

    Die Podiumsdiskussion mit den Bürgermeisterkandidaten Jörg Denninger (links) und Werner Thein in der alten Schule in Hohnhausen war sehr gut besucht. Auf dem Stuhl in der Mitte hätte Hermann Niediek sitzen sollen, der aber abgesagt hatte. Rechts hinten: Moderator und Ortssprecher Ralf Gleichmann. Foto: Stefanie Brantner

    Die anstehende Kommunalwahl in Burgpreppach wird wohl spannend werden, schon weil sich diesmal drei Kandidaten um den Stuhl des Bürgermeisters bewerben. Am Mittwoch wurde interessierten Bürgern im Rahmen einer Podiumsdiskussion die Möglichkeit eingeräumt, den Kandidaten persönlich auf den Zahn zu fühlen.

    Zum Bedauern der vielen Besucher blieb aber der Stuhl des amtierenden Bürgermeisters Hermann Niediek leer. Er habe alle drei Terminvorschläge nicht wahrnehmen können, erklärte Ortssprecher Ralf Gleichmann, der den Abend moderierte.

    Die Kandidaten Werner Thein (FDP/Freie Bürger Burgpreppach) und Jörg Denninger (Wählergemeinschaft Gemeinwohl) stellten sich der Versammlung kurz vor und streiften hierbei auch ihre berufliche und familiäre Situation. Beide sind Familienväter, seit Jahrzehnten in der Gemeinde ansässig und selbstständig. Denninger gehört dem Gemeinderat seit 2008 an und Thein seit 2014.

    Dialog und Tranzparenz

    Beide Kandidaten versicherten, dass sie im Fall, dass ihnen das Vertrauen der Bürger ausgesprochen wird, für einen verantwortungsvolleren Umgang mit den finanziellen Mitteln der Gemeinde eintreten wollen. Wobei das Steckenpferd von Thein die Energiewirtschaft sei: Er möchte mit klugen Investitionen in erneuerbare Energien den Gemeindehaushalt dauerhaft entlasten. Sehr am Herzen liege ihm auch die Zusammenarbeit im Gemeinderat. Kommunikation, Transparenz und das Einbinden aller Gremiumsmitglieder in Prozesse und Entscheidungen stünden auf seiner Agenda.

    Hier unterscheiden sich die Intentionen beider Kandidaten nicht wesentlich, denn Denninger tritt ebenfalls dafür ein, dass sich die Zusammenarbeit im Gremium und der Informationsaustausch mit den Bürgern verbessere. Außerdem betonte Denninger, dass er die bürokratischen Hürden für bauwillige Bürger und Unternehmer entschärfen wolle.

    Firma wanderte ab

    Bauen und investieren in der Gemeinde solle für alle schneller und einfacher werden: "Überzogene Erschließungskosten-Forderungen sind hierfür nicht förderlich", betonte Denninger und legte mit diesem Seitenhieb den Finger in die Wunde, dass man jüngst einen bauwilligen Unternehmer an Maroldsweisach verloren habe.

    Unternehmer Jeff Malloy selbst nahm im Rahmen der Veranstaltung Stellung dazu, warum er mit seinem Betrieb in eine andere Gemeinde gegangen sei: Um zu expandieren, habe er für seine Firma mit drei Beschäftigten in Hohnhausen, in der Nähe seines Wohnhauses, eine neue Halle errichten wollen und habe eine Bauvoranfrage an die Gemeinde gestellt. Man habe ihm einen "sehr undurchsichtigen Vertrag" vorgelegt, der für die Erschließung von vier Metern Kanal und Wasser 120 000 Euro ausgewiesen habe.

    Eine Erschließung der Halle sei erst nach der Sanierung der Straße möglich und die Kosten seien hier vom Firmeneigentümer zu übernehmen, zitierte Malloy die Information die er vom Bürgermeister erhalten habe. Nachdem sich Gemeinderäte bezüglich der hohen Kosten eingeschaltet hätten, halbierten sich diese über Nacht, so der Unternehmer. Ihm sei das dann alles zu unbestimmt und unsicher gewesen.

    Wo denn die Zahlen für die Erschließungskosten herkämen, wollte ein Besucher wissen. Hierzu konnte niemand konkret Auskunft geben. Besagter, nicht zustande gekommener Vertrag zwischen Gemeinde und Malloy sei vernichtet worden, erklärte Denninger.

    Neuansiedlungen notwendig

    Bauunternehmer Michael Krug, selbst Gemeinderat, erzählte ebenfalls von Schwierigkeiten mit der Gemeinde: Es würden ihm "ständig Steine in den Weg gelegt", egal ob es beispielsweise um die Erschließung seines Grundstücks oder den staubfreien Ausbau der Zufahrt gehe.

    So seien Unternehmer nicht in der Gemeinde zu halten, von Neuansiedlungen ganz zu schweigen, meinten die zwei anwesenden Bürgermeisterkandidaten übereinstimmend. Dabei habe gerade die Erhöhung der Einwohnerzahl und der Arbeitsplätze für die Entwicklung einer Gemeinde, für ihre Infrastruktur und Lebensqualität doch Priorität. 

    Langfristige Lösung in Sachen Kindergarten anstreben

    Auch die Situation des Kindergartens wurde an diesem Abend thematisiert. Laut Denninger und Thein, beide sind Gemeinderäte, habe man vor drei Wochen unerwarteterweise erfahren, dass wieder nach einer Lösung für die Krippenerweiterung (600 000 Euro) gesucht werde. Eigentlich sei man davon ausgegangen, dass hier alles klar sei, nachdem der Gemeinderat 200 000 Euro Zuschuss beschlossen hatte. 

    Doch beim Ortstermin in Hofheim, wo eine Containerlösung besichtigt wurde, war plötzlich von finanziellen Schwierigkeiten durch eine drastische Absenkung der erwarteten Zuschüsse die Rede. Die Containerlösung komme aber für sie nicht in Frage, unterstrichen die beiden Bürgermeisterkandidaten, da es sich hier bei Kosten von rund 150 000 Euro nur um eine teure und zeitlich beschränkte Übergangslösung handele. Es gelte aber, eine langfristig tragbare Lösung zu finden. Hier schloss Thein auch einen Neubau nicht aus.

    Das Thema Kindergarten führte auch zu einer sehr persönlichen Frage an Denninger. Nämlich, warum seine Familie nicht durchgängig in der Gemeinde wohne. Dass seine Kinder die hiesigen Einrichtungen wie Kindergarten und Schule gar nicht besuchen, erklärte Denninger mit der Berufstätigkeit seiner Frau als Lehrerin am Bamberger Gymnasium. Er versicherte aber, dass sein Lebensmittelpunkt in der Gemeinde sei und auch bleiben werde.

    Brückensanierung zu teuer 

    Ärgerlich fanden einige Hohnhäuser, dass im Zuge der Dorferneuerung die sanierungsbedürftige Brücke außen vor gelassen werde. Dies wurde mit den enormen Kosten begründet: Die Erneuerung der Brücke schlüge mit 350 000 Euro zu Buche.

    Da ein Bürgermeister wahrscheinlich sehr oft im Kreuzfeuer der Kritik stehe und da dieser Posten in Burgpreppach zudem ehrenamtlich auszufüllen sei, wollte ein Besucher der Podiumsdiskussion von den Kandidaten wissen, ob sie das Amt mit ihrer beruflichen Situation überhaupt vereinbaren können. Beide erklärten, dass sie sich im Vorfeld durchaus Gedanken gemacht hätten: Gerade durch ihre Selbstständigkeit sähen sie sich aber zweifelsfrei in der Lage, Amt und Beruf parallel zu bewältigen.

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