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    KÖNIGSBERG

    Praktische Übungen für echte Frauenverwöhner in Königsberg

    Wie man eine Frau verwöhnen kann, das demonstrierte Rainer Dohlus mithilfe seiner Puppe. Foto: Gerold Snater

    Schade, dass am Freitagabend nicht mehr Zuhörer und Zuschauer den Weg in den Rathaussaal in Königsberg gefunden hatten, wo Rainer Dohlus mit seinem Programm „Addrakdiver Middfünziger suchd...“ auftrat. Denn der Kabarettist verstand es, sein Publikum von der ersten bis zur letzten Minute seiner rund zweistündigen Vorstellung mit viel Witz, Gags, Charme und Mundart zu unterhalten.

    Beginnend als „alter Posterer“, der seit 20 Jahren eine Frau sucht und immer noch bei seiner Mutter wohnt, bis hin zum Computerfreak, der sich die entsprechenden weiblichen Angebote aus dem Internet holt. Gleich zu Beginn hatten die Zuhörer viel Vergnügen bei dem Telefongespräch, das der Posterer mit einer Anruferin führte, die er in einer Zeitungsanzeige gefunden und angerufen hatte. Vielleicht kam er deshalb nicht so gut an, weil er mit seinen Angaben zu seiner Person und seinen Wünschen nicht überzeugen konnte: „Das Nest ist gemacht, du kannst zum Putzen und Kochen kommen!“ Auch eine selbst verfasste Anzeige gelang nicht so gut, obwohl er meinte: „Ich tät mir auf die Anzeige selbst schreiben“. Um doch irgendwie zum Erfolg zu kommen, stellte er einen von ihm erfundenen Frauen- oder Ladyconfigurator vor, mit dem er verschiedene Frauenbilder zusammenstellen konnte. Dabei war auch das Publikum gefragt, das über die Anziehungskraft mit entscheiden konnte. Als der Frauensucher dann doch endlich einmal mit dem weiblichen Geschlecht einen Kontakt knüpfen konnte, landete er prompt bei Ludmilla in Sibirien, von wo er ohne Erfolg, aber mit leerem Geldbeutel wieder Heim kehrte.

    Rainer Dohlus informierte auch über verschiedene Möglichkeiten der Partnersuche, wie dem Speed Dating, wo gleich mehrere Männer und Frauen zusammenkommen, um sich kennenzulernen. Wie so ein Abschlussgespräch ausschauen kann, das führte er, nun als Ritter gewandet, mit Sybille Herrmann aus dem Publikum vor, die ihm zum Gaudium der Zuhörer und zu seinem Erstaunen auch die Frage nach der Herstellung von Thüringer Klößen beantworten konnte.

    Als hochhackige Chantal aus Frankreich begann Dohlus den zweiten Teil seines Kabaretts, in dem er sich zunächst mit dem Unterschied zwischen Deutschland und Frankreich beschäftigte und auch der Fränkischen Mundart, wo an viele Wörter die Endung „-la“ angehängt wird, wie zum Beispiel beim Madla oder Schäuferla. Dann ging es wieder zurück ins Internet, wo es auch eine Plattform gibt, auf der Veganer nach Gleichgesinnten Ausschau halten. Viel Vergnügen hatten die Besucher bei seinem Versuch, von sich selbst ein Video zu drehen, um damit im Internet bei den Frauen Erfolg zu haben.

    Ein Höhepunkt zum Abschluss

    Letztendlich kam er aber zu der Erkenntnis, dass man auch so im Alltag seinen Partner finden kann: „Im Grunde findet jeder Topf seinen Deckel“. Um hier aber Erfolg zu haben, muss der Mann auch ein Frauenverwöhner sein. Wie das geht, das führte Dohlus als einen Höhepunkt zum Abschluss seines Auftrittes mit Tantra, „der Hingabe, der Lust, der Leidenschaft und der Liebe“, in Theorie und ein wenig Praxis an seiner Übungspuppe Chantal vor. Auch das Publikum wurde mit einbezogen und bedankte sich bei Dohlus zum Abschluss einer Übung im Stehen bei ihm mit stehendem Applaus. (sn)

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